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Döbeln Immer weiter bauen für Krokodil, Python & Co
Region Döbeln Immer weiter bauen für Krokodil, Python & Co
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00:33 25.03.2018
Die afrikanische Panzerschildkröte ist einer der ersten Höhepunkte beim Besuch der Kids aus der Kita unter den Linden im Schulkeller. Dort gab Osiris-Vereinschef Robby Riedel den Steppkes eine ganz besondere Führung. Quelle: Fotograf Sven Bartsch
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Zum ersten Mal statten die Vorschulkinder der Kita unter den Linden den Roßweiner Aquarien- und Terrarienfreunden von „Osiris“ einen Besuch ab. Nervös und aufgeregt, ja sogar ängstlich seien sie im Vorfeld gewesen, sagt Kita-Chefin Heike Koßmann. Ob denn die Tiere auch alle hinter Scheiben wären, war eine der wichtigsten Fragen. Doch spätestens nach einer halben Stunde mit Vereinschef Robby Riedel sind die Kinder aufgetaut und haben ihre anfängliche Zurückhaltung abgelegt. Einige sind mutig, und halten sogar die etwa vier Kilo schwere afrikanische Panzerschildkröte fest, die Riedel dafür extra von zu Hause mitgebracht hat. „Ist die echt?“, fragen sich die Sechs- und Siebenjährigen und kichern. „Orrr, die ist schwer...“ Spätestens als das gemütliche Tier sein kleines Geschäft verrichtet, ist klar, dass es sich um eine echte Schildkröte handelt.

Zwei Stunden Spannung pur: Die Vorschulkinder der Kita unter den Linden waren zu Besuch beim Roßweiner Aquarien- und Terrarienverein Osiris.

Es klappt nicht immer, dass der Verein mit zehn erwachsenen und sieben jugendlichen Mitgliedern Kita-Gruppen oder Schulklassen so ausschweifend durch seine Räume im Keller der Oberschule führen kann. Eigentlich nur dann, wenn Robby Riedel, der Reptilienexperte im Verein, Urlaub hat. Der Fernfahrer ist unter der Woche nicht da. Doch wer am Wochenende für einen Besuch anfragt, wird selten abgewiesen. Und zukünftig dürfte es auch unter der Woche häufiger mal möglich sein, Gästen die Tiere zu zeigen: „Wir haben jetzt zwei Rentner im verein“, lacht Riedel.

Tigerpython bekommt ein neues Domizil

Im Schulkeller, wo Osiris seit 1993 seine Heimat hat, rückt der Steppenwaran in den Focus. „Jetzt wird es spannend“, bereitet Riedel die Kinder auf die Fütterung vor. Eigentlich sei das Tier in dem großen Wüstenterrarium in der Mitte des Raumes zahm, doch zubeißen würde es trotzdem ab und zu. Automatisch treten alle Steppkes einen Schritt zurück, als der Vereinschef zupackt und den Waran hinter dem Glas hervorholt. Als eine der Heuschrecken, die zur Fütterung bereitgehalten werden, entwischt, erschüttert vielmündiges Kreischen die Ausstellungsräume.

Verzückt gekreischt wird auch, als die beeindruckende Fütterung des nebenan im 4000-Liter-Wasserbecken lebenden Stachelrochens gelingt. Als würde es merken, dass Besuch da ist, dreht das platte Tier mit dem halben Fisch im Maul Showrunden an der Scheibe.

Im August will der Verein endlich wieder seine Räume öffnen. Eine richtige Ausstellung will Riedel es nicht nennen, aber wenigstens einen Tag der offenen Tür. Aktuell haben die Mitglieder immer noch zu tun, ihre Räumlichkeiten wieder für die breite Öffentlichkeit vorzeigbar zu machen. Die Sanierung der Schule hat auch im Osiris-Domizil Spuren hinterlassen. Überall stehen Baumaterialien, an allen Ecken muss noch Hand angelegt werden. Viel Arbeit für den kleinen Verein, und viele Kosten. Es geht nur Stück für Stück. Ohne die Unterstützung durch Sponsoren würde gar nichts laufen, so Robby Riedel, denn allein die laufenden Betriebskosten des Vereins sind enorm. „Wir sind dankbar für jeden Euro“, sagt Riedel.

Derzeit bauen die Mitglieder auch der Tigerpython eine Erweiterung ihres Terrariums. Das 1998 geschlüpfte Tier bekommt dann sogar einen Badeteich. Die Arbeiten sind aufwändig, die Auflagen groß. Denn wie auch beim Becken, in dem die beiden Krokodile leben, muss Sicherheitsglas verwendet werden. Damit es richtig ansehnlich wird, soll Graffiti-Künstler Frank Schäfer eine Amazonas-Landschaft auf die Rückwand des Terrariums zaubern.

Krokodilbecken wird erweitert

Wie im Flug vergeht die Zeit mit Rochen, Waran & Co. „Krokodile, Krokodile, ja!“ schallt es dann durch die Räume. Jetzt ist die Fütterung des Pärchens an der Reihe. Das ist angesichts der nahenden Nahrungsaufnahme genauso aufgeregt wie die Kinder. Die verfolgen mit Spannung, wie Robby Riedel Hühnerbeine an einer Stange über das Becken hält und so zumindest das Krokodil-Weibchen zu Hochsprüngen animiert. Auch dieses Becken soll erweitert, mit einem vergrößerten Trockenbereich und einem Fenster zum Flur ausgestattet werden.

Die Vorschul-Steppkes der Kita unter den Linden verlassen nach fast zwei Stunden erfüllt mit Eindrücken den Schulkeller. Spätestens zum Schulfest 2020 will der Verein mit seinen Räumlichkeiten soweit sein, um wieder guten Gewissens eine richtige Ausstellung für die Öffentlichkeit anbieten zu können.

Von Manuela Engelmann

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