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Döbeln In 34 Tagen startet Döbeln in die Freibadsaison
Region Döbeln In 34 Tagen startet Döbeln in die Freibadsaison
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06:33 28.05.2014
Badmitarbeiter Toni Bunzel inspiziert das Becken. Ab heute wird das Wasser eingelassen. Im Technikgebäude läuft noch der Einbau der Wassertechnik. Quelle: Wolfgang Sens
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Neben der Reparatur der Flutschäden geht es dabei vor allem darum, dass die Schäden bei einem erneuten Hochwasser keinesfalls wieder so hoch ausfallen und die Reparatur so lange dauert.

3,6 Millionen Euro Gesamtschaden hatte das Hochwasser vom vergangenen Jahr kurz vor Eröffnung der Freibadsaison an Stadtbad, Sauna und Freibad angerichtet. Die Sommersaison 2013 fiel damit aus. "Ein solcher kompletter Saisonausfall soll nach dem jetzigen Umbau am Technikgebäude des Freibades nicht noch einmal passieren", sagt Stadtwerkechef Reinhard Zerge. An dem Technikgebäude im Freibad haben die Stadtwerke jetzt einen Konstruktionsfehler behoben, der den Verantwortlichen bereits seit der ersten Freibadsanierung Anfang der 1990er Jahre schwer im Magen lag. Damals hatten die Stadtväter den westdeutschen Architekten, die durch ganz Ostdeutschland mit der Idee überdimensionierter Spaßbäder zogen, eine Absage erteilt. Das Hallenbad und das Freibad wurden damals in der jetzigen und bis heute solide zu betreibenden Form beschlossen. Die Freibadtechnik samt aller Pumpen, Schaltschränke, Dosier- und Messtechnik wurde damals aber mit aller Macht in den kleinen, ebenerdigen Rundbau im Freibadgelände gequetscht. Das erwies sich schon bei kleinen Reparaturen ein aufgrund der Enge als sehr ungünstig. Nach dem Jahrhunderthochwasser, dass bis zum vergangenen Jahr als relativ einmalig in den hundert Jahren galt, wurden im Freistaat die Flutgelder in der Höhe ausgereicht, um den Zustand von vor der Flut wiederherzustellen. Das rächte sich im vergangenen Jahr als kurz vor der Saisoneröffnung des Freibades das Hochwasser das Untergeschoss des Stadtbades samt Sauna und Technik sowie das Freibadgelände samt de, Technikgebäude flutete.Doch auch schon 2007 hatte ein kaputter Flansch an einem Rohr im Technikgebäude die gesamte Technik unter Wasser gesetzt und die Freibadsaison für Wochen unterbrochen. "Schon damals haben wir Pläne geschmiedet, wie wir die wasserempfindliche Technik vor solchen Havarien und vor Hochwasser sicher unterbringen können. Diese Pläne habe wir nun hervorgeholt und umgesetzt", so der Stadtwerkechef.

Das Technikgebäude wurde zum einen von innen und außen abgedichtet. Zudem wurde ein neues Geschoss auf das Gebäude gesetzt. In diesem ist jetzt alle wasserempfindliche Technik, wie Schaltschränke, Dosier- und Messtechnik hochwassersicher untergebracht. Nur die Saugpumpen, die auch etwa auf dem Niveau des Beckens stehen müssen, befinden sich noch im Untergeschoss des Rundbaus. "Hätten wir das im letzten Jahr beim Hochwasser schon so gehabt, wäre sicherlich noch ein guter Teil der Freibadsaison zu retten gewesen", ist Reinhard Zerge überzeugt.

"Aktuell läuft der Einbau der Wasseraufbereitungstechnik auf Hochtouren. Dann wird das Gebäude praktisch zugemauert und abgedichtet. Zu den Pumpen im Erdgeschoss kommen unsere Techniker dann nur noch über eine Treppe von oben", schildert Simone Jentzsch, die bei den Döbelner Stadtwerken für das Bad verantwortlich ist. Auch die Fenster im Unteren Gebäudeteil sind zugemauert. Ein Lichtband im neu erreichteten Obergeschoss sorgt dennoch für Tageslicht. Zudem befindet sich eine Laufkatze unter dem Dach des Technikgebäudes. Damit können bei Wartungsarbeiten die großen Pumpen einfacher herausgehoben werden.

Von heute an bis zum Montag sollen die rund 2200 Kubikmeter Wasser in das Freibadbecken eingelassen werden. Dann wird die neue Wassertechnik in Betrieb genommen und erfolgt die Feinabstimmung. Ab 16. Juni werden die Wasserproben entnommen und in dem verbleibenden Zeitpuffer mögliche Nachstellungen an der neuen Technik vorgenommen. Über das Blockheizkraftwerk am Niedermarkt und ab Juli auch mit der wieder neu installierten Brennstoffzelle im Stadtbad kann das Wasser sogar etwas temperiert werden.

Um das Bad vor künftigen Hochwassern besser zu schützen, wird gerade das Genehmigungsverfahren für eine Hebeanlage vorbereitet, welche bei Hochwasser und höheren Wasserständen, Oberflächenwasser und Schmutzwasser aus dem Bad abpumpt. Zudem ist im Hochwasserschutzkonzept der Bau einer Hochwasserschutzmauer vorgesehen. Allerdings erst nach 2016. Derzeit versucht die Stadt mit der Landestalsperrenverwaltung zu verhandeln, den bau dieser Mauer am Stadtbad vorzuziehen. Dagegen spricht, dass die Landestalsperrenverwaltung nicht an zu vielen Stellen im Fluss gleichzeitig bauen möchte, um nicht zusätzliche Hochwassergefahren durch Baustellen im Flussquerschnitt heraufzubeschwören. Stadtwerkechef Reinhard Zerge könnten sich aber gut vorstellen, dass diese Mauern vom Uferbereich am Freibad gebaut werden können, ohne den Flussquerschnitt zu beeinträchtigen. Verhandlungen darüber laufen.

Thomas Sparrer

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