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In Döbeln geht am Sonnabend die Post ab

Kleinkunst, Mugge, Familienparty In Döbeln geht am Sonnabend die Post ab

Der 400 Quadratmeter große Keller des altehrwürdigen Döbelner Postgebäudes wird derzeit als Partylocation ausgebaut. Am Sonnabend gibt es dort einen Premiere. Zum ersten Mal wird vom Treibhausverein eine Kopfhörerparty veranstaltet.

Im Postkeller wird gewerkelt: Sven Weißflogs Mitarbeiter Martin Ettert (26, vorn) und Lothar Pönitz (62) bauen die neue Location weiter aus. Zwei von drei Partyräumen sind bereits fertig.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Ab und zu rumort es im Keller des altehrwürdigen Döbelner Postgebäudes an der Ecke Zwingerstraße/Straße des Friedens. Ein Zeichen dafür, dass sich dort im Innern etwas tut. Immer mal wieder dringt auch Partylärm nach draußen, was daran liegt, dass zwei von drei größeren Räumen des insgesamt etwa 400 Quadratmeter großen Kellers fertig ausgebaut und nutzbar sind. Eine private Feier vergangenes Wochenende, nächsten Sonnabend die „Kopfhörerparty“ des Treibhausvereins (siehe Infokasten). Und eine Woche später „Keller Musik #4“ des KL17 – der Postkeller in Döbeln hat offenbar Einiges zu bieten.

Die Wiederbelebung der Räumlichkeiten, das Teilen des außergewöhnlichen Flairs, war das Hauptanliegen von Bauunternehmer Sven Weißflog. Seit 2003 gehört ihm das Gebäude, das er damals im Paket von der Post erworben hat. Zusammen mit der Immobilie im Döbelner Zentrum gingen das ehemalige Postverteilerzentrum an der B169 – vermietet an Getränke Köhler, die Post in Rochlitz, in Ostrau und Mügeln in seinen Besitz über. Letztere ist wieder verkauft worden.

Im Gegensatz zu dem Gebäude in Ostrau, das aktuell unausgebaut und ungenutzt ist, herrscht im Postgebäude an der Zwingerstraße Leben. Zehn Mieter – inklusive der Namensgeber, die Post selbst – sind dafür verantwortlich. Im Keller, der mit seinen schönen Deckenbögen eine besondere Atmosphäre bietet, hatte es schon vor sechs Jahren vereinzelt Kunstprojekte und Veranstaltungen gegeben – bis 2013 die Flut alles bis dahin Geschaffte erst einmal wegspülte. Zwei Meter hoch stand das Wasser im Postkeller. Jetzt hat Sven Weißflog mit seinem Team versucht, die Räumlichkeiten so gut es geht hochwasserresistent auszubauen. Die Heizung ist aufwändig aufs Dach verlegt worden, im Keller selbst wurden weitestgehend wasserfeste Materialien verwendet – also solche, die man bei Bedarf einfach nur abkärchern muss. Drei Räume gehören zum Konzept der Location, die sowohl von privaten Nutzern – also Familien- oder sonstige Feiern – genutzt werden soll, als auch von Veranstaltern kultureller Veranstaltungen jedweder Art. Rund 100 Leute passen in jeden der beiden größeren Räume, die jeweils etwa 80 Quadratmeter groß sind und schon vermietet werden können. Sie sind licht- und tontechnisch detailverliebt gestaltet und ausgestattet mit einer kleinen Bühne beziehungsweise einem DJ-Pult. Individuelle Sanitäranlagen für Männlein und Weiblein, ein Küchenbereich hinterm Tresen, in dem zwar nicht gekocht, wohl aber Essen zubereitet werden kann, ein kleiner Backstage-Bereich hinter der Bühne für Künstler und Musiker, die das Objekt für ihre Auftritte nutzen wollen, Garderobe und Bar – der Postkeller hat alles, was es für Kleinkunstveranstaltungen braucht.

Und noch ist Sven Weißflog nicht am Ende im Kellergeschoss der Post, das, wie er betont, keine Alternative zu seinem Club KL17 auf der Ritterstraße sein soll, sondern vielmehr eine Ergänzung. Die Ausbauarbeiten laufen – und zwar immer so schnell, wie es die personelle Situation erlaubt. „Uns drängt nichts“, sagt der Bauunternehmer, der die Baustelle in der Post auch nutzt, um seine Leute den Winter über weiter beschäftigen zu können. Ein dritter Raum, der jetzt noch im Rohzustand ist, soll als nächstes fertig werden. Schon grob ausgebaut ist auch das kleine Gebäude auf der linken Seite des Posthofes. Dort könnte irgendwann mal jemand mit seinen Büros einziehen, der vielleicht auch gern eine Wohnung unter dem Dach hätte. Auf jeden Fall „Etwas Ruhiges“, sagt Sven Weißflog und schmunzelt.

Von Manuela Engelmann

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