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Döbeln In Döbeln hat die digitale Zukunft schon begonnen
Region Döbeln In Döbeln hat die digitale Zukunft schon begonnen
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00:36 23.03.2018
Ursula Kührig, Fachleiterin für Naturwissenschaften und Tommy Greim, Fachleiter für den musischen, künstlerischen Bereich am Lessing-Gymnasium, holten jetzt den Titel „Smart School“ nach Döbeln. Quelle: Thomas Sparrer
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Döbeln

Das Konzept „Smart School“ stützt sich auf die drei Säulen - Infrastruktur, pädagogisches Konzept und Inhalte sowie Lehrerfortbildung. Im Jahr 2016 wurden erstmals fünf Pilot-Schulen in Deutschland vom Gesamtverband der deutschen Digitalwirtschaft (Bitkom) als Smart-Schools ausgezeichnet. 2017 wurde dieser Wettbewerb für diese digitalen Vorreiterschulen erneut ausgeschrieben. Diese nunmehr 16 Smart-Schools sollen ein deutschlandweites Netzwerk bilden, zu dem nun auch das Lessing-Gymnasium Döbeln gehört.

Die Döbelner Schule hatte in Kooperation mit der Professur für Didaktik der Informatik an der TU Dresden ein Konzept für die Smart-School erarbeitet und zum Wettbewerb eingereicht. „Wir haben uns mit unseren bereits erfolgreich laufenden Angeboten beworben. So etwa mit dem GPS-Projekt“, sagt Ursula Kührig (59), Fachleiterin für Naturwissenschaften am Lessing-Gymnasium und seit mehreren Jahren Mitglied der Promotorengruppe für den Tablettunterricht in Sachsen. Auch ihr Mitstreiter Tommy Greim, Fachleiter für den musisch-künstlerischen Bereich, arbeitet im Deutschunterricht mit Filmen, Bildern und Musik auf dem Tablet. „Wir sind die Esel, die sich vor den Karren gespannt haben und die anderen Kollegen begeistern wollen“, sagen beide mit einem Schmunzeln. Und die Lehrerkollegen am Gymnasium streiten sich mittlerweile um die 32 Tablets für ihren Unterricht.

Finanziert wurden die Tablets aus Preisgeldern eines Samsung-Wettbewerbes und aus dem Preis der Bildungsmesse Framediale im vergangenen Jahr. „Gleichzeitig haben wir mit der Stadt Döbeln einen tollen Schulträger. Die Auszeichnung wäre ohne die großzügige Unterstützung und die Investitionen der Stadt in unsere Schule undenkbar“, sagt Ursula Kührig. Sie weiß, dass an mancher Großstadtschule in Sachsen die Kollegen von Bedingungen wie sie in Döbeln vorherrschen nur träumen können. 28 interaktive Tafeln gibt es an der Schule. Damit sind am Hauptstandort 90 Prozent der Klassenzimmer kreidefrei und mit solchen Tafeln versehen.

„Das Döbelner Gymnasium ist mit digitalen Medien nicht nur technisch gut ausgestattet, sondern vor allem in der Umsetzung digitaler Bildungskonzepte durch die Lehrerinnen und Lehrer Vorreiter für andere Schulen“, lobt Dr. Sven Hofmann, Vertretungsprofessor der Technischen Universität Dresden, Fakultät Informatik. Er war am Montag auf der Bitkom-Pressekonferenz in Berlin als die Sieger-Schulen bekannt gegeben wurden: Das Lessing-Gymnasium Döbeln ist die erste Smart School in Sachsen. Die Döbelner setzten sich mit ihrem Konzept gegenüber drei Bewerberschulen aus Sachsen sowie vielen anderen der deutschlandweit 60 Bewerber durch. Die Arbeit geht nun erst richtig los. Am 26. Juni findet die offizielle Auszeichnungsveranstaltung statt. Dann gilt es, die Smart Schools untereinander zu vernetzen und gemeinsame Projekte zu entwickeln.

„Medienkompetenz ist ein täglich notwendiges Arbeitsmittel. Kein Mensch, auch nicht der Kultusminister, kommt einen Tag ohne Smartphone aus. Aber vom Land kommt beim Thema digitale Bildung wenig“, findet Ursula Kührig. Denn sie weiss, dass viele Schulen in Sachsen noch nicht mal WLAN haben.

Von Thomas Sparrer

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