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In Döbeln mit Kluft und Wanderstock unterwegs

In Döbeln mit Kluft und Wanderstock unterwegs

Döbeln (T.S.). Auf der Walz kamen Holzbildhauerin Kathrein (24) und Zimmermann Simon (22) vor Weihnachten noch durch Döbeln. Die junge Frau aus Wittenberg ist seit einem Jahr und neun Monaten auf der Wanderschaft.

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Rasten in Döbeln: Holzbildhauerin Kathrein (24) und Zimmermann Simon (22). Beide sind gerade auf der Walz und kamen auf dem Weg ins ostsächsische Schwarzkollm durch die Stadt Döbeln.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln (T.S.).

kamen Holzbildhauerin Kathrein (24) und Zimmermann Simon (22) vor Weihnachten noch durch Döbeln. Die junge Frau aus Wittenberg ist seit einem Jahr und neun Monaten auf der Wanderschaft. Ihr Begleiter stammt aus Karlsruhe und ist seit neun Monaten auf Gesellenwanderung. Beide wollen die Weihnachtsfeiertage im ostsächsischen Schwarzkollm verbringen. Bekannt ist der Ort am Rande des Lausitzer Seenlandes durch die sorbische Sagengestalt des Krabat und die Schwarze Mühle.

 

Die Walz bezeichnet die Zeit der Wanderschaft zünftiger Gesellen nach dem Abschluss ihrer Lehrzeit (Freisprechung). Sie war seit dem Spätmittelalter bis zur Industrialisierung eine der Voraussetzungen der Zulassung zur Meisterprüfung. Die Gesellen sollten vor allem neue Arbeitspraktiken, fremde Orte, Regionen und Länder kennenlernen sowie Lebenserfahrung sammeln. Wer sich heute für die Walz entscheidet, muss drei Jahre und einen Tag auf Wanderschaft durchhalten.

Losziehen darf heute nur, wer die Gesellenprüfung bestanden hat, ledig, kinderlos und schuldenfrei ist. Die Wanderschaft soll nicht als "Flucht" vor Verantwortung missbraucht werden. Oftmals ist sogar ein polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge erforderlich. Zudem darf der Wandergeselle in seiner Reisezeit einen Bannkreis von meist 50 Kilometern um seinen Heimatort nicht betreten, auch nicht im Winter oder zu Feiertagen.

Er oder sie darf kein eigenes Fahrzeug besitzen und bewegt sich nur zu Fuß oder per Anhalter fort. Öffentliche Verkehrsmittel sind nicht verboten, aber verpönt. Weiterhin muss in der Öffentlichkeit immer die entsprechende Kluft getragen werden. Da ein Wandergeselle oft auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen ist, etwa bei der Suche nach Arbeit oder einem Schlafplatz, hat er sich immer ehrbar und zünftig zu verhalten, so dass der nächste Wandergeselle ebenfalls gern gesehen ist. Eine gepflegte Erscheinung und die Einhaltung dieser Regeln erleichtert die Kontaktaufnahme und das Trampen. Die Regeln legen die Verbindungen der Wandergesellen fest, die sich Schächte nennen.

Etwa 400 junge Handwerker sollen jedes Jahr dieser alten Wandergesellentradition nachfolgen. Etwa zehn Prozent davon sind Frauen.

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