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Döbeln Leisnig selber Schuld: 100 000 Euro im Eimer
Region Döbeln Leisnig selber Schuld: 100 000 Euro im Eimer
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17:21 19.04.2018
Für den Abwasserzweckverband Leisnig sind 100 000 Euro im Eimer – offenbar wegen selbst verschuldeter Bummelei. Quelle: dpa
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Leisnig

Weil der Abwasserzweckverband Leisnig mit dem Ausbau der Kanalnetze für Sitten und Brösen nicht flott genug vorwärts kommt, gehen dem Verband für das aktuelle Wirtschaftsjahr 100 000 Euro verloren. Der Wirtschaftsplan für 2018 musste deshalb neu geschrieben werden, denn das Geld fehlt bei den Investitionen.

Europäische Union

Hintergrund: Bis Ende 2015 musste per Gesetz die Abwasserentsorgung im gesamten Freistaat umgestellt sein auf Vollbiologie. Dafür existiert in jedem Verband ein Abwasserbeseitigungskonzept. Das ist Gesetz kommt vom Freistaat beziehungsweise der Druck von noch weiter oben: Von der Europäischen Union, als Richtlinie zur Behandlung von kommunalem Abwasser. Im Übrigen steht das aber auch für alle im Raum, die privat auf Vollbiologie umrüsten müssen.

Leisnig hatte schon ein Jahr Verlängerung

Auch die Zweckverbände bekamen für die eigenen Anlagen den Termin gesetzt. Leisnig hatte bereits um Verlängerung gebeten bis Dezember 2016. Auch bis dahin wurden Sitten und Brösen nicht fertig, beide Maßnahmen laufen noch. AZV-Geschäftsführer Michael Tecklenburg sagt, Brösen sei fast fertig. Für Sitten rechnet er mit Bauende im Frühsommer. Aber der Kalender zeigt eben schon 2018.

Ärger um Kläranlagen in Sitten und Brösen

In Sitten musste wegen Baugrundproblemen eine andere Stelle für die Gruppenkläranlage gefunden werden, in Brösen nach Bürgerprotesten. Die Anlage wurde daraufhin an den Dorfrand gesetzt statt mitten in den Ort. Das brachte Verzögerungen. Die Vertreter der Landesdirektion sind der Ansicht, das hätte voraussehbar sein müssen. Im Klartext: Selbst Schuld, und wer bummelt, wird vom Freistaat nicht auch noch mit Fördermitteln belohnt für die Finanzierung.

Verzögerung offenbar selbst verschuldet

Nur wenn die Landesdirektion die Verzögerung als „objektiv nicht selbst verschuldet“ anerkannt hätte, wäre das Fördergeld trotz der Verzögerung geflossen. Die Landesdirektion sieht das in dem konkreten Fall anders. Die 100 000 Euro sind demnach gestrichen. Was das für die Leisniger bedeutet: „Es werden weitere Projekte zeitlich nach hinten verschoben werden müssen“, sagt Tecklenburg.

Dilemma seit zwei Wochen bekannt

Er hatte die Position der Geschäftsführung am 1. Juli 2016 erst übernommen. Die in diesem Punkt heute wirkenden strategischen Entscheidungen waren zu diesem Zeitpunkt bereits getroffen. Er selbst habe von dem Dilemma vor 14 Tagen erfahren. „Dann mussten wir schleunigst umplanen.“

Von Steffi Robak

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