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Döbeln In Polditz tuckern die Trecker – auf der Maylust feiern die Wanderer
Region Döbeln In Polditz tuckern die Trecker – auf der Maylust feiern die Wanderer
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13:11 16.05.2016
Kontraste in Polditz. Aber so richtig passt unser DAZ-Reporterauto nicht zu den historischen Schleppern, die auch in diesem Jahr wieder ins Dorf getuckert waren.
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Region Döbeln

In Polditz parkte der schicke neue Golf neben historischen Traktoren. Hier hatten sich über zwei Dutzend Schlepperfahrer zum jährlichen Treffen eingefunden. Zum Beispiel Gerd Wetzig aus Langenau bei Hartha mit seinem 65 Jahre altem „Motorpferd“, einer Mischung aus Deutz und Aktivist. Gerd Wetzigs Traktor steht nicht bloß rum und tuckert nur bei solchen Treffen, wie dem in Polditz. „Ich nutze den Traktor auch zum Holzfahren“, sagt er. Und zu Fahren haben Grundstücksbesitzer bekanntlich immer etwas.

Es waren nicht nur die historischen Traktoren zu sehen. Helmut Krenz führte seine Schleifmaschine für Sägeblätter vor, die automatisch arbeitet und das Blatt immer um einen Zahn weiterdreht, bis die Runde voll ist. Den Strom für den elektrischen Antrieb bezieht die Maschine aus dem Bordnetz eines 15-PS-Deutz.

Falk und Ingo Naumann sowie Axel Czychon waren Neulinge auf dem diesjährigen Schleppertreffen. Sie sind nämlich noch nicht lange Besitzer von alten Traktoren. Mit Ursus, Fendt und Deutz rollten die drei aus Glossen nach Polditz, brauchten dafür eine Dreiviertelstunde, genausolange wie übrigens Gerd Wetzig aus Langenau. „Seit einem Jahr haben wir dieses Hobby. Wir haben bei der 100-Jahr-Feier unseres Ortes alte Traktoren gesehen und haben uns dafür begeistert“, sagen die Glossener Schlepperfreunde.

Besucheransturm ohne Werbung

Als sie gegen Mittag ankamen, war auf dem diesjährigen Treffen noch nicht soviel los, wie auf den Veranstaltungen in den letzten Jahren. Einige Traktorbesitzer vermissten die Werbung. „Stand vorher gar nichts in der Zeitung“, hörte man. „Ganz ehrlich: Wir haben das vertrieft. Wir sind nächste Woche zum Blütenfest in Dürrweitzschen, haben uns erst kurzfristig entschieden, das heutige Treffen zu veranstalten“, sagt Andreas Beck, Vorsitzender des Vereins der Polditzer Traktorenfreunde. „Ich staune, dass soviele gekommen sind“, sagt er. Der Verein will dieses und das nächste Treffen in einem eher kleinen Rahmen halten – um dann 2018 zum 10. Treckertreffen richtig groß zu feiern. „Es ist ja auch ein großer Organisationsaufwand. Vor unseren Helfern ziehe ich den Hut. Das ist eine Riesen-Leistung, was wir hier jedes Jahr aufzuziehen“, sagt Andreas Beck. Während einige Besucher des Treckertreffes die historischen Landmaschinen bestaunten, ließen sich andere die Fischsuppe schmecken, die die Mitglieder des Wiesenthaler Anglervereins frisch zubereitet hatten und ausschenkten. „Mit Muldenfisch“, wie Marko Leske vom Angelverein erzählt. Gottfried Köditz, mit 51 Jahren im Verein dessen langjährigester Mitstreiter, hat die Karpfen für die Suppe gefangen.

Seit 20 Jahren mit Hund zur Maylust

Fisch gab es auch auf der Maylust. Allerdings keinen Karpfen in der Suppe, sondern Hering im Brötchen mit Zwiebel. Und dazu Roster vom Grill, Beisammensein und nette Gespräche. Die hin und wieder unterbrochen wurden, wenn wieder Hunde aufeinandertrafen, die sich was zu sagen hatten. Jessie zum Beispiel – die Berner-Sennhündin des Ehepaar Kalbitz aus Minkwitz – stand häufig im Fokus des Interesses ihrer teilweise deutlich kleineren Artgenossen und es gab Gebell. Seit reichlich 20 Jahren besucht Gudrun Kalbitz mit ihrem Mann Gerd das Pfingstfest auf der Maylust. Und immer war ein Hund dabei. Seit zwei Jahren geht nun Jessie mit.

Auf der Maylust herrschte Hochbetrieb. Quelle: Dirk Wurzel

Tradition in der alten Sandgrube

„60 Prozent der Leute hier kennen sich“, sagt Christian Leopold,der das Fest gemeinsam mit seiner Frau und zehn weiteren Leuten aus Wendishain jährlich auf die Beine stellt – mittlerweile zum 27. Mal. Proppevoll war die ehemalige Sandgrube, die als Festgelände dient. Windgeschützt und idyllisch gelegen ist sie dafür optimal. Eine kleine Panne sorgte für Wirbel auf der diesjährigen Pfingst-Veranstaltung. Ein Keilriemen des Stromgenerators war gerissen und Christian Leopold musste schnell Ersatz beschaffen.

Von Dirk Wurzel

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