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In Zschochau läutet’s bald drei Mal täglich

Glockengeläut im Kirchturm elektrifiziert In Zschochau läutet’s bald drei Mal täglich

Als letzte der sieben Kirchen in der Gemeinde Jahnatal hat die Zschochauer eine elektrische Glockenläutanlage bekommen. Dadurch ist es auch ohne Turmuhr möglich, ein Tagegeläut erklingen zu lassen. Ab 28. November ist die Glocke aus dem Jahr 1927 jeweils um 7, 12 und 18 Uhr für fünf Minuten zu hören.

Fürs Foto ist der Jahnataler Pfarrer Reinhard Mehnert bis hinauf in den Glockenturm gestiegen. Durch die neue elektrische Anlage, ist das künftig nur noch zur Wartung einmal im Jahr notwendig.

Quelle: Sven Bartsch

Zschochau. Falls Sie in Zschochau wohnen – nicht wundern, liebe Leser, wenn Sie am Montagmorgen um 7 Uhr von fünfminütigem Glockengeläut geweckt werden. Das gehört ab 28. November zum täglichen Programm der Dorfkirche, die als letzte in der Gemeinde Jahnatal mit einer elektrischen Glockenläutanlage ausgestattet wurde. Täglich um 7, 12 und 18 Uhr wird die verbliebene der ehemals drei Turmglocken des Gotteshauses läuten. Das könnte für manche Anwohner tatsächlich eine große Umstellung bedeuten, denn dieses so genannte Tagesgeläut hat es in Zschochau seit vielen Jahrzehnten nicht gegeben. „Die Turmuhr ging schon seit den 1970er Jahren nicht mehr, das Tagesgeläut hatte man schon lange vorher nicht mehr gehört“, sagt Pfarrer Reinhard Mehnert.

Der Grund ist einfach: Bislang musste die Glocke jeweils von Hand geläutet werden. „Dafür musste immer jemand da sein. Und er musste hier herauf steigen“, erklärt Mehnert im Gespräch oben im Glockenturm, wo bis vor kurzem noch ein rotes Seil am Glockenjoch angebracht war, um zu läuten. Gemeindeglied Konrad Bretschneider stieg jahrzehntelang die vielen Stufen in den Turm hinauf. Jetzt muss er nur noch einen Schalter hinter dem Gemeindezimmer bedienen.

Der kommt aber nur zu besonderen Veranstaltungen wie dem Gottesdienst, Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen zum Einsatz. Das Tagesgeläut, mit dem jeweils für eine gute Nacht und einen guten Tag gedankt sowie mittags für Frieden in der Welt gebetet wird, ist per Zeitschaltuhr automatisch geregelt.

Für knapp 1000 Euro hat die Gemeinde die in einer Kirche im Erzgebirge ausrangierte Anlage erworben. Statt des roten Seils am Joch – wie der drehbar gelagerte Querträger, an dem die Glocke hängt, genannt wird – ist ein grüner Elektromotor ins Gebälk geschraubt. Ein Band überträgt dessen Rotation auf eine Drehscheibe, die wiederum mit dem Joch verbunden ist.

Für jeweils fünf Minuten lässt die Anlage die Glocke läuten. Damit haben die Zschochauer auch ohne die Turmuhr, die bei der Rundumsanierung der Kirche 1992 ausgebaut wurde, eine tägliche Orientierung, wann Mittagspause und wann Abendessenzeit ist. „Damit hat es auch zu tun – Arbeitsbeginn, Mittagspause und Feierabend“, erklärt Pfarrer Mehnert aus der Geschichte. Dabei habe man sich der heutigen Zeit etwas angepasst, denn ursprünglich wurde die Morgenglocke schon um 5 Uhr geläutet.

Zu Gehör gebracht wurde das Geläut den Gemeindeglieder bereits zur Einweihung am 6. November. Mit Beginn der Adventszeit soll es nun Dauereinrichtung werden. Dabei müssen sich die Zschochauer mit der einen Glocke aus dem Jahr 1927 begnügen. Ursprünglich hingen drei im Turm, doch waren im Ersten Weltkrieg alle eingeschmolzen und 1927 ersetzt worden. Im Zweiten Weltkrieg beließ man die eine Glocke, die noch heute hängt in Zschochau, füllte aber nie wieder auf. Dabei werde es wahrscheinlich auch bleiben, meint Mehnert. Den Falken und Schleiereulen im Turm soll der vermehrte Glockeneinsatz laut Pfarrer nichts ausmachen: „Das sind fromme Vögel, die stört das nicht“, sagt er augenzwinkernd.

Von Sebastian Fink

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