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Indonesier öffnet Café in Döbeln

Indonesier öffnet Café in Döbeln

"Batavia" heißt es - so wie einst die heutige indonesische Hauptstadt Jakarta. Nicht nur als Wirtsleute sind die beiden aktiv, sondern auch als Musiker und Kaffee-Händler.

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Die besondere Bohne gibt den Kaffee-Spezialitäten in Nicolas Sihombings Café Batavia am Döbelner Obermarkt die besondere Note.

Quelle: Sven Bartsch

Ungewöhnlich ist nicht nur das Angebot des Cafés, sondern auch die Lebensgeschichte des Wirtes. Zum christlichen Glauben kam Nicolas Sihombing auf recht eigenartige Weise. Als er vor 14 Jahren nach Deutschland kam und einen Deutschkurs besuchte, lernte er einen Landsmann kennen, der schwere Schuld auf sich geladen hatte, indem er Suharto-Regime in Indonesien auf schreckliche Weise gedient hatte. Der sich aber dem christlichen Glauben zugewandt hatte, was den jungen Nicolas Sihombing beeindruckte. Und ihn dazu brachte, sein begonnenes Studium des Medienmanagements aufzugeben und eine Bibelschule in Hannover zu besuchen. Was wiederum recht ungewöhnlich für einen jungen Mann ist, der aus dem Land mit der größten muslimischen Bevölkerung stammt.

 

Ungewöhnlich gewöhnlich ist das Geschäft, das Nicolas Sihombing jetzt in Döbeln betreibt. Gewöhnlich, weil Kaffee hierzulande nicht die Bohne exotisch ist. Ungewöhnlich, weil es im Café Batavia am Obermarkt fair gehandelten, hochwertigen Kaffee gibt, den Nicolas Sihombing und seine Frau Eva auf althergebrachte Weise zubereiten, nämlich handgefiltert, wie weiland die Großmutter vor dem Siegeszug der Kaffeemaschine. "Auf japanische Art", wie Café-Wirt Sihombing sagt.

 

Es ist die Form des Filtertrichters, dessen spezielle Riffelung dafür sorgt, dass sich das Aroma besonders gut aus den gemahlenen Bohnen herauslöst. "Auch wenn der Kaffeesachse gerne Milch und Zucker nimmt - unseren Kaffee trinkt man am besten schwarz", sagt Nicolas Sihombing. Aus zwei Sorten können die Gäste wählen, der milden Arabica und der kräftigeren Rustica. Handgebrüht, mit der Pressstempel- kanne auf französische Art zubereitet oder als Espresso - vielfältig ist die Art und Weise, wie sich die Gäste hier ihr "Schälchen Heeßn" bestellen können. Wer hier mal eine Tasse des schwarzen Heißgetränks pur und unverfälscht genossen hat, weiß, weshalb es eine Schande wäre, sich dieses Geschmackserlebnis mit Milch und Zucker zu verderben.

 

Die Kaffeebauern und die Röster kennt Nikolas Sihombing persönlich. "Anfang Februar habe ich die Plantage in Indonesien besucht", sagt er. Rösten lässt er die fair gehandelten Bohnen in einer nicht soweit entfernten Gegend - das übernimmt die bekannte Freiberger Rösterei "Momo".

 

Fair gehandelt bedeutet, dass die Bauern einen ordentlichen Preis für ihre Ware bekommen, damit sie von ihrer Arbeit auch leben können. "Zwei-Könige-Prinzip" nennt das Nicolas Sihombing. "Die Erzeuger sind Könige und die Gäste. Wir vermitteln zwischen diesen Königen", sagt der Batavia-Wirt. Nicolas Sihombing könnte wahrscheinlich als Gemeindediakon arbeiten, als freiberuflicher Musiker oder in fast jeder anderen Branche.

 

Aber es ist das Kaffeebusiness, mit dem er sein Geld verdient. "Mein Cousin handelt in meiner Heimat mit Kaffee und beliefert hochsternige Hotels. Durch ihn bin ich in das Geschäft eingestiegen", sagt Nicolas Sihombing. Vor zwei Jahren kam er mit seiner Frau ins sächsische Döbeln, ein Jahr später, im März 2014, eröffneten sie ihren Internetversandhandel für die feine Bohne.

 

Und nun folgte das Café Batavia am Obermarkt. Dort gibt es den Kaffee natürlich auch zum Mitnehmen - und zwar im wiederverwendbaren Bechern, die das Stadtwappen ziert und auf denen "Ich liebe Döbeln" steht. Wer seinen Kaffee in einem solchen Becher kauft, bekommt Rabatt.

 

Keinen Nachlass gibt es auf Kuchen, denn solchen führt das Café Batavia nicht. Wer will, kann sich aber gerne Kuchen mitbringen ins Café der Ungewöhnlichkeiten.

Wurzel, Dirk

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