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Innenraum der Jahnaer Kirche wird saniert

Farbproben genommen Innenraum der Jahnaer Kirche wird saniert

Die St. Gotthard Kirche Jahna wird saniert. Kirchengestühl und Fußboden und eine Empore sind entfernt. Fachexperten suchten noch einmal nach historischen und später überdeckten Farben und Mustern. Farbproben wurden an Wänden, Säulen und Emporen vorgenommen. Ostern beziehungsweise Pfingsten 2016 könnte wieder in der Kirche gefeiert werden.

Einen Großteil der Arbeiten übernehmen Mitglieder der Kirchgemeine Jahnatal in Eigenleistung. Pfarrer Reinhard Mehnert verdichtet mit einer Walze das Sand-Kies-Gemisch. Hier wird der Unterboden für den Betonfußboden aufgebracht.

Quelle: Allner

Jahna. Die St. Gotthard Kirche in Jahna beherbergt ein Sammelsurium an Baustilen, vorherrschend sind gotische Elemente. Der Chorraum beispielsweise wurde um 1519 gebaut. Barockelemente wie die Kanzel stammen aus dem Jahre 161. 69 Jahre später wurde die beeindruckende Kassettendecke vollendet. “Umgebaut wurde hier eigentlich sehr oft. original in dem Sinne gibt es hier nicht, es wurde ständig erweitert und umgebaut. Baumaßnahmen wurden je nach anwachsender Bevölkerungszahl oder Modeerscheinungen vorgenommen“, weiß Reinhard Mehnert zu berichten. Es ist bereits die fünfte Kirchensanierung, die der Pfarrer der Kirchgemeinde Jahnatal begleitet.

Der erste Bauabschnitt der jetzigen Sanierung des Kircheninnenraumes ist in vollem Gange. Und obwohl das Kirchenschiff völlig entkernt wirkt, sagt Mehnert: „Es ist noch gar nicht viel passiert. Wir haben alle Bänke , den Kirchenfußboden, außer den im Altaraum, und eine Empore ausgebaut.“ Diese wurde in der Geschichte des Gotteshauses nachträglich eingebaut (vermutlich um 1820), war nur von außen über ein Fenster zugänglich und bereits seit 1987 nicht mehr genutzt. Nach dem Rückbau kommt das dahinterliegende Fenster wieder mehr zur Geltung und es entfaltet sich eine andere Lichtwirkung als vorher. Beim Entfernen des Anbaus stießen die Handwerker auf unerwartete Farbschichten in dunklem Weiß und einem recht hellen Grün. Diese Töne sollen auch zukünftig für Teile der Emporen und des Kirchengestühls aufgenommen werden. Entsprechende Farbproben und ein Konzept, wie später alles aussehen soll, wurden bereits vorgenommen. „Das war eine langwierige Angelegenheit über mehrere Wochen. Es wurden zahlreiche Varianten und Farbtöne ausprobiert und überlegt, wie hat es ausgesehen, wie wollen wir das wieder herstellen. Die Farben mussten trocknen und begutachtet werden“, betont Pfarrer Mehnert. Obwohl 1997 vor einer vorangegangenen Restaurierung ein Oschatzer Restaurator gründlich nach historischen Spuren suchte, schauten jüngst Fachleute der Leisniger Restauratorenwerkstatt Höhne und Steude nochmals nach und hinterließen „Kratzspuren“ an Holz und Putz. Viel neues kam dabei allerdings nicht zu Tage.

Der alte Fußboden wurde bis auf 30 Zentimeter ausgebaut. Danach mit 20 Tonnen Sand verfüllt. Demnächst kommt darauf der Unterboden für den eisenbewährten, wasserundurchlässigen Betonfußboden. „Das soll noch in diesem Jahr passieren – natürlich in Abhängigkeit von der Wetterlage. Danach werden die Fundamente der tragenden Säulen ausgebaut und ersetzt“, so Mehnert über die weiteren Pläne. bauausführende Firma ist Voigtländer aus Oschatz. Momentan wird das Kirchengestühl von der Tischlerei Engel und Breitfeld aus Dahlen bearbeitet. Schadstellen werden ausgebessert. Zukünftig gibt es auch neue Kirchenbankpodeste und eine Heizung. Auch werde die Elektrik komplett erneuert und Putzschäden ausgeglichen. Im hinteren Bereich, dort wo jetzt eine blickdichte Tür ist, wird zukünftig ein schmiedeeisernes Tor den Blick in das Kirchenschiff erlauben.

Die geplante Bausumme beträgt 135 000 Euro. Etwa die Hälfte davon trägt die Kirchgemeinde über Eigenleistungen und Spenden. Der Denkmalschutz, so Mehnert, gibt 20 000 Euro dazu. Das Umbauprojekt wurde im August dieses Jahres gestartet. Ziel sei es, Ostern beziehungsweise Pfingsten wieder in der Kirche zu feiern.

Ohne finanzielle Unterstützung ist das Projekt für die Kirchgemeinde nur schwer zu stemmen. Pfarrer Mehnert appelliert daher an Kirchenglieder und andere Spender, sich an der Ausgestaltung ihrer Kirche zu beteiligen. Dazu ist ein Spendenkonto eingerichtet: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Jahnatal, IBAN DE14350601901619930017 BIC GENODED1DKD Kennwort: Spende Kirchenbau Jahnatal.

Von Natasha G. Allner

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