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Döbeln Insektenhotels bringen in Jahna und Ostrau Kinder auf die Spur der Natur
Region Döbeln Insektenhotels bringen in Jahna und Ostrau Kinder auf die Spur der Natur
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13:00 07.07.2017
Hartmut Buberek (l.) hat das Insektenhotel entworfen und gebaut. Die Kinder im Heimatverein Jahna durften beim Aufbau helfen. Quelle: Sebastian Fink
Jahna/Ostrau

Um den Titel größtes Insektenhotel im Altkreis Döbeln könnte sich der Heimatverein Jahna nach der Einweihung am Dienstagabend zumindest bewerben. Zwei mal zwei Meter groß ist der Eigenbau von Vereinsmitglied Hartmut Buberek, der sich die Inspiration von ähnlichen Bauten aus dem Internet geholt hat. „Es ging erstmal um die Größe. Dann habe ich mir aus dem Netz verschiedene Formen für den Inhalt gezogen“, erklärte Buberek bei der Einweihung, zu der noch fleißig gebohrt und gestapelt wurde, um die Dutzenden Fächer mit Wohnmöglichkeiten für verschiedne Insektenarten zu bestücken.

Rund die Hälfte der 50 Vereinsmitglieder und weitere Anwohner waren zum Sportplatz gekommen, um mit anzupacken und bei einem kleinen Grillfest zu feiern. Vier Mann bohrten ständig Löcher in kleine Baumstämme, die Bienen einen Wohnort bieten sollen. Für Hummeln gibt es einen abschließbaren Kasten, auch Marienkäfer oder Tagfalter können einziehen. Dafür stehen auch Lehm- und Tonziegel, Schilfrohr, Dachziegel und andere Füllmaterialien zur Verfügung.

Die Idee kam Vereinsmitglied Denise Vogt im Ostsee-Urlaub. „Sie hat sowas dort gesehen und für unser Dorf vorgeschlagen“, berichtete Vereinschefin Grit Wachsmuth-Schmidt. Alsdann machte sich Hartmut Buberek auf in seinen Keller, wo er rund 100 Stunden am Insektenhotel werkelte. „Wenn er eine neue Idee hatte, ist er auch mitten in der Nacht nochmal in den Keller gegangen“, erzählte Ehefrau Christin Buberek über die Arbeitsleidenschaft ihres Mannes.

Rund um den Bau will Hartmut Buberek noch eine Bienenweide mit Lavendel, Ringelblume und Fuchsschwanz anlegen, um die Tiere anzulocken. Außerdem liegt gleich neben dem Insektenhotel eine Wildwiese, die Futtermöglichkeiten für Bienen, Hummeln und Co. anbietet.

Der Gedanke dahinter geht tiefer, wie Grit Wachsmuth-Schmidt erklärte: „Wir haben extra auch die Kinder im Ort mit herangeholt. Sie sollen herangeführt werden, damit sie die Natur zu schätzen lernen“, sagt sie. Zudem entspreche so eine Aktion dem Umweltgedanken, der in der Vereinssatzung festgeschrieben ist. Aus ähnlichen Gründen spendeten auch die Kalkwerke Ostrau eine Infotafel für rund 200 Euro, die neben dem Insektenhotel aufgestellt wird. „Sie unterstützen Umweltprojekte als Ausgleich für den Kalkabbau“, erklärte Wachsmuth-Schmidt.

Ostrauer Kita-Kinder warten auf Einzug

Ähnlich war das gestern bei der Übergabe eines Insektenhotels an die Kita Jahnataler Wiesenstrolche in Ostrau durch das Hausbau-Unternehmen Town &Country. Dessen Döbelner Vertreter Manuel Wenzel war daneben auch noch mit einem Vogelhaus, Regenwurmglas, Insektenlupen, Lernpuzzle, DVD und mehr im Wert von zusammen rund 500 Euro gekommen. „Mit jedem Haus, das wir bauen, nehmen wir der Natur Platz weg. Das wollen wir ausgleichen und die Kinder für die Natur sensibilisieren“, erklärte er.

Die Idee hatte eine der Erzieherinnen von Kita-Chefin Petra Hüttner, die derzeit mit dem Unternehmen ihr Haus baut. Die Freude der Kinder war groß. „Das Hotel und der Nistkasten werden an die Bäume bei uns verteilt. Naturbeobachtung spielt bei uns eine große Rolle. Wir werden mit den Kindern genau beobachten, ob dort Tiere einziehen“, erklärte Hüttner.

Von Sebastian Fink

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