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Jahrgangsübergreifender Unterricht für die Gersdorfer Grundschule

„Zurück in die Zukunft“ Jahrgangsübergreifender Unterricht für die Gersdorfer Grundschule

Der Harthaer Stadtrat hat die Einführung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts an der Grundschule Gersdorf beschlossen. Damit kann der Standort dem demografischen Wandel entgegentreten und auch in den kommenden Jahren erhalten werden.

Ab kommendem Schuljahr öffnet die Grundschule Gersdorf ihre Türen für jahrgangsübergreifende Klassen.

Quelle: Sven Bartsch

Gersdorf. Gersdorf kann aufatmen, denn der Harthaer Stadtrat hat in der letzten Sitzung des Jahres die Einführung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts beschlossen und damit die Weichen der Grundschule in Richtung Zukunft gestellt. Die stand zuletzt auf dem Spiel, denn Schulleiter Jörg Keul hätte für das kommende Schuljahr 2016/17 nicht mehr die laut sächsischem Schulgesetz notwendigen 15 Kinder für eine neue erste Klasse melden können (die DAZ berichtete). Da der demografische Wandel auch vor Gersdorf nicht Halt macht, ist damit zu rechnen, dass es auch in den darauffolgenden Jahren nicht mehr genügend ABC-Schützen am Kirchberg geben wird. Der jahrgangsübergreifende Unterricht ist damit die einzig verbleibende Möglichkeit, den Grundschulstandort Gersdorf bis auf Weiteres zu erhalten.

„Mit der CDU-Fraktion wird es keine Schulschließung geben. Meine persönliche Meinung ist irrelevant und ich werde mich nicht gegen die Eltern stellen“, macht Stadtrat Christian Köhler (CDU) klar. Im Vorfeld wurden die betroffenen Eltern befragt. 17 sprachen sich dabei für den jahrgangsübergreifenden Unterricht aus und vier lehnten das Konzept ab, während sich zwei noch kein abschließendes Urteil gebildet haben. Noch keine Rückmeldung gab es bis zum Sitzungstag von drei Elternpaaren. Auch das Gersdorfer Lehrerkollegium hat sich vorher eindeutig positioniert und möchte sich der Herausforderung stellen. „Das ist kein Gedanke, der von der Schulleitung einfach aus dem Himmel gefallen ist. Letztendlich geht es auch um den Erhalt des Standorts Gersdorf“, hält Wolfgang Fichtner (SPD) fest. Härtere Kritik erfuhr das Modell aus dem Lager der Freien Wähler. „Es sind in keinster Weise Risiken klargemacht worden und es gibt keine Beispiele, um Vergleiche ziehen zu können“, so Regina Roßbach zu ihrem Eindruck von den zurückliegenden Informationsveranstaltungen, auf denen sich Eltern, Lehrer und Stadträte informieren konnten. „Zurück in die Zukunft“ hieß es bei Hans-Jürgen Gückel (Die Linke): „Ich stimme nicht für das Modell, sondern den Erhalt der Grundschule. Das alte Modell ist jetzt auch das Modell der Zukunft.“ Auch Albrecht Günther (CDU) hat seine Zweifel, was den jahrgangsübergreifenden Unterricht angeht, schließt sich aber seinem Fraktionskollegen Köhler an: „Es ist eine unumstrittene Tatsache, dass mit dem Modell die Schule gesichert wird. Für die Kinder gibt es Risiken und eine höhere Belastung, wozu kein Wort auf den Veranstaltungen gefallen ist, aber ich achte das Elternvotum.“

Am Ende winkte der Stadtrat den Beschluss mit neun Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen durch. Für die Eltern bleibt nach wie vor die Option, ihre Kinder in die Pestalozzi-Grundschule nach Hartha zu schicken, wo weiterhin jahrgangshomogen unterrichtet wird. Grundlage bildet der gemeinsame Schulbezirk, der das Stadtgebiet und alle Ortsteile umfasst und damit den Eltern die freie Wahl zwischen beiden Grundschulen lässt. Für die Belegschaft der Gersdorfer Grundschule geht nach Zeiten der Unsicherheit jetzt die Arbeit richtig los. Für die Lehrkräfte werden Fortbildungen notwendig und ein neues pädagogisches Konzept, das auf die spezifische Situation der Grundschule zugeschnitten ist, will ausgearbeitet werden. Grundschulleiter Jörg Keul machte dazu bereits im Vorfeld deutlich: „Das ist eine Herausforderung, der wir uns für die Schule stellen.“

Von André Pitz

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