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Döbeln Jörn Hänsel aus Draschwitz steht für Miskus auf und hinter der Bühne
Region Döbeln Jörn Hänsel aus Draschwitz steht für Miskus auf und hinter der Bühne
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16:17 26.09.2011
Für Narreteien ist Jörn Hänsel immer zu haben, ob beim Rad der Geschichte, auf der Burg der Märchen in Kriebstein oder bei einem kurzen Fotoshooting vor der Miskus-Zentrale in Hainichen. Quelle: Jürgen Kulschewski

Wenn Jörn Hänsel ab 1. Januar seinen anderen Teiljob als Spezialist für Kraftstoffe und Heizöl bei der Mügelner Firma Öl-Heimburger an den Nagel hängt und voll beim Miskus einsteigt, dann geht nach eigenen Worten ein Lebenstraum für ihn Erfüllung. "Für die Kultur zu arbeiten, das ist mein Ding." Dabei will er auch künftig die Mischung aus Schauspielerei und Management für sich bewahren. "Das ist ja gerade das Schöne an dieser Arbeit, dass du beides hast: das Organisieren hinter den Kulissen, damit alles klappt und das Lampenfieber und Adrenalin, wenn man selbst auf der Bühne steht."

Das eine liegt dem Draschwitzer vermutlich in den Genen. Sein Leipziger Großvater war Leiter der Kulturdirektion der Messestadt und Chef der Kongresshalle am Zoo. An dem anderen findet er bereits als kleiner Junge Gefallen, als er beim Krippenspiel in der Kirchgemeinde Zschoppach seine ersten Auftritte vor Publikum hat. So richtig zum Mimen wird Jörn Hänsel aber in seiner Abi-Zeit. "Ich bin damals nach Döbeln ins Theater gefahren, um mir die Westside Story von der Harthaer Musical Company anzuschauen. Das gefiel mir so gut, dass ich dachte, da vielleicht mitzumachen." Gedacht, getan. Der Gymnasiast steigt bei der Company ein und wird im Laufe von 15 Jahren der schüchterne Mark bei A Chorus Line, der Jacob bei Joseph, der Theaterkater Gus bei Cats, Mr. Sheinkopf bei Fame und viele weitere Figuren in vielen anderen Stücken sein. "Es ist sehr reizvoll, wenn es dir gelingt, andere Charaktere anzunehmen." Seine Paraderolle hat Hänsel als Warzenschwein Pumba. Und das Gesicht des Mimen strahlt auch jetzt, wenn er davon erzählt. "In dieser Rolle konnte ich mich richtig ausleben, da habe ich viel Herzblut hineingelegt." Das hat auch das Publikum gespürt. Noch heute wird er oft auf Pumba angesprochen. Und selbst Miskus-Geschäftsführerin Regina Herberger sagt ganz verschmitzt: "Wir sind schon sehr froh, dass wir unser Warzenschwein haben."

Auch bei der Company steht Jörn Hänsel nicht nur auf der Bühne. Mit Gründung des Fördervereins ist er dessen Vorsitzender. Um so bitterer dann der Bruch und der Umstand, dass es keine Trennung im Guten ist. "Es gab zwischenmenschliche Diskrepanzen", sagt er und will das Thema nicht auswalzen. Daraus, dass er zwar von sich aus, aber schweren Herzens das Ensemble verlassen hat, macht er keinen Hehl. "Die Musical Company war mein Leben." Und wenn der Draschwitzer die Company heute sieht, wie gerade bei der DAZ-Gala, dann freut er sich über jedes gelungene Detail und darüber, dass so viele neue und junge Mitglieder zum Ensemble gehören.

Zum Miskus kam Jörn Hänsel durch einen Zufall. Mit der Musical-Truppe in China unterwegs, gab es ein abendliches Gespräch mit dem damaligen Mittweidaer Landrat Schramm. Dieser merkte, dass der junge Mann der richtige für den Kultursommer wäre, nicht nur wegen des schauspielerischen Talentes, sondern auch wegen seiner Ausbildung.

Jörn Hänsel probiert nach dem Besuch der Mittelschule Böhlen und der Gymnasien Leisnig und Hartha einiges aus. Beim Bund ist er in Halle und leistet dort Sanitätsdienst. "Ich wollte etwas machen, was mir auch später helfen kann. Panzerfahren wäre also nichts für mich gewesen." In Leipzig, jene Stadt, in die es ihn nicht nur wegen der Großeltern schon immer gezogen hat, beginnt er eine Lehre zum Hotelfachmann und durchläuft alle Abteilungen, bevor er wegen schlechter Bedingungen im Ausbildungsbetrieb abbricht. Die Firma Öl-Heimburger sucht einen Lehrling, also wird er Kaufmann für Groß- und Außenhandel mit IHK-Abschluss. Doch Hänsel beginnt noch ein Studium in Wirtschaftspädagogik an der TU Leipzig. Da er spät mit der Praxis konfrontiert wird, merkt er erst im siebten Semester, dass Berufsschullehrer nichts für ihn ist. "Klar waren das fast vier Jahre Studium, aber lieber einen solchen Schnitt, als ein Leben lang keinen Spaß im Beruf haben."

Draschwitz ist nach den Leipzig-Abstechern wieder das Zuhause von Jörn Hänsel. Er lebt dort im elterlichen Dreiseitenhof. Wenn mal Freizeit ist, so wie jetzt nach der Miskus-Saison, fährt er viel Rad, geht ins Fitnessstudio, reist gern, zum Beispiel nach Israel und mischt beim Spindelfaschingsclub in Waldheim mit. Was der Musicalfreund noch finden muss, ist die richtige Partnerin. "Die müsste aber so kulturverrückt sein wie ich und Verständnis für meinen Job haben." Denn der Kultursommer kennt für seine Macher keine Wochenenden.

Olaf Büchel

Nur die Ruhe

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Therapiehund dabei Seite 16

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