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Jubiläumsstollen zum Jubiläumsmarkt

25. Roßweiner Weihnachtsmarkt mit Baumkletterer Jubiläumsstollen zum Jubiläumsmarkt

Ein Riesaer, der am Freitagabend auf den Roßweiner Weihnachtsbaum kletterte, war auch am Sonnabend noch Thema Nummer eins auf dem Markt. Der wurde zum 25. Mal gefeiert – zum 15. Mal mit einem Riesenstollen, dessen Erlös dieses Jahr an den Förderverein der Albert Schweizer-Lernförderschule geht.

Am Sonnabend bevölkerte sich Roßweins Weihnachtsmarkt recht schnell bei Glühwein und Gesprächen.

Quelle: Gerhard Dörner

Roßwein. Punkt 14.30 Uhr holte Bäckermeister Jens Schmidt den diesjährigen Roßweiner Weihnachtsmarktstollen aus seinem Transporter. 4,30 Meter lang, verteilt auf drei große Stücke, breitete er vor den erwartungsfrohen Besuchern aus. Vor zwei Wochen hatte er das monströse Backwerk in Angriff genommen – 15 Kilo Mehl, zehn Kilo Butter, drei Kilo Zucker, fünf Kilo Mandeln und acht Kilo Rosinen flossen in den Butterstollen, der letztlich 45 Kilo Teig benötigte. „Wir wollten ihn eigentlich auf sechs Meter bringen, aber beim Transport ist leider ein Stück abgebrochen“, sagte Schmidt.

Ein Rekord wäre aber auch das nicht gewesen. In den 15 Jahren des Stollenanschnitts, den Schmidt und Bürgermeister Veit Lindner 2002 eingeführt hatten, gab es schon längere Exemplare. „Es wird weniger Stollen gegessen und es gibt auch weniger Einwohner in Roßwein“, erklärte der Bäckermeister. Der Andrang für ein Stück des 15. Riesenstollens auf dem 25. Roßweiner Weihnachtsmarkt war dennoch riesig. „Bei vielen tropft sicher schon die Kaffeemaschine zu Hause und Sie warten darauf, endlich den Stollen mitzunehmen“, scherzte der Bürgermeister kurz vor dem Anschnitt. Der kleine Marvin bekam das erste Stück geschenkt, alle weiteren wurden für je 1,50 Euro verkauft. Der Erlös kommt in diesem Jahr dem Förderverein der Albert Schweizer-Lernförderschule zu Gute, wie Jens Schmidt erklärte.

Riesaer auf dem Weihnachtsbaum

Stadtgespräch beim anschließenden Stollenessen waren die Ereignisse vom Freitagabend, als ein Mann während des Umzugs der Kinder mit dem Spielmannszug um den Marktplatz, bis auf etwa halbe Höhe des Weihnachtsbaums in der Mitte des Marktes kletterte und anfing, nach Bürgermeister Lindner zu rufen.

Der war zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht am Rathaus angekommen, kam erst kurz vor Beginn des Kabaretts in den Saal und verpasste die Chose, wie er am Sonnabend berichtete. Bäckermeister Jens Schmidt dagegen gehörte zu den vielen Augenzeugen auf dem proppevollen Markt und konnte den Vorfall aus seiner Sicht schildern: „Die Leute waren alle fixiert auf den Spielmannszug und als der aufhörte zu spielen, hörte man das Geplärre vom Baum“, berichtete er. Einige dachten zuerst an einen Scherz der Stadt, doch als der Mann eine schwarze Fahne mit Schwertern und Hammer darauf entrollte, rechte Parolen brüllte und beharrlich nach Lindner rief, wurde der Ernst der Lage klar. „Er hat erzählt er sei ein Andersdenkender aus Riesa, der wegen seiner Gesinnung die Arbeit verloren habe. Den Bürgermeister hat er als linksorientiert gesehen, der sich mehr um die linke Szene der Stadt und die Asylbewerber kümmere als um die Deutschen“, erzählte Schmidt weiter.

Der Spielmannszug reagierte spontan und spielte mit erhöhter Lautstärke weiter, um den Mann zu übertönen. Mehrfach wurden noch Runden um den Markt gedreht, bis letztlich Mitarbeiter des Roßweiner Ordnungsamtes den Mann von der Tanne holen und einen Platzverweis gegen ihn aussprechen konnten. Friedlich habe er die Stadt verlassen, berichteten weitere Augenzeugen.

Der Stimmung auf dem Markt tat die Geschichte keinen Abbruch, sorgte eher für Erheiterung, auch wenn die Roßweiner an ihrem 25. Weihnachtsmarkt auch so jede Menge Spaß hatten.

Von Sebastian Fink

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