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Jüdische Schicksale in Döbeln: Neue Namen, neue Schicksale, neue Steine

Jüdische Schicksale in Döbeln: Neue Namen, neue Schicksale, neue Steine

"Ziel ist, 34 neue Stolpersteine verlegen zu können", sagt Stephan Conrad, Vorsitzender des Treibhaus-Vereins. "Wir suchen Menschen, die uns etwas über die jüdischen Schicksale erzählen können und wir suchen Steinpaten.

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Stephan Conrad und Judith Spitzner recherchieren am Computer und in Papierakten die Schicksale der Juden aus Döbeln und Umgebung, die dem nazionalsozistischen Verbrecherregime zum Opfer fielen.

Quelle: Wolfgang Sens

Ein Stolperstein kostet 120 Euro. Wir freuen uns daher über Spenden. Mit der Patenschaft sind keine weiteren Pflichten verbunden", sagt Stephan Conrad.

 

Parallel zum Fundraising läuft im Treibhaus eine intensive Recherche zu den einzelnen Schicksalen hiesiger Juden, deren Spuren zumeist in den Vernichtungslagern endeten. Um diese Forschung zu bewältigen, hat der Verein jetzt in Judith Spitzner Verstärkung gefunden. Sie arbeitet sonst im Jugendhaus Roßwein und jetzt mit einer Ein-Tages-Stelle im Treibhaus. "Über das Ehrenamt lässt sich das bei die Recherche zu dieser langen Liste an Namen nicht mehr bewerkstelligen", sagt Stephan Conrad. Die 34 neuen Namen hat die AG Geschichte aus den Internet-Datenbanken des Bundesarchivs und der Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust "Yad Vashem" in Jerusalem. Letztere Datenbank zeigt auch Bilder der Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns. "Nur von Döbelner Juden gibt es kaum Bilder", sagt Judith Spitzner. Sie hat bereits in Erfahrung gebracht, dass viele Juden aus Döbeln und der Region nicht von hier in die Todeszüge steigen mussten. "Sie suchten zunächst Zuflucht in der Anonymität der Großstädte", sagt Judith Spitzner. Um die Details zu den Biografien zu ermitteln, forscht Judith Spitzner im Stadtarchiv, wühlt sich unter anderem durch alte Adressbücher. Fand zum Beispiel heraus, dass Fritz Hermann Rosenthal ein Kurzwarengeschäft an der Ritterstraße führte. Am 8. Juni 1942 deportierten ihn die Nazis vom damaligen Gleiwitz, das heute Gliwice heißt, nach Auschwitz.

 

Von neun der 34 Namen ermordeter jüdischer Mitbürger hat die AG Geschichte des Treibhauses bereits die Biografien in Erfahrung gebracht. Längst geht es nicht mehr nur um Döbelner Juden, sondern auch um die, die in Leisnig, Roßwein, Waldheim und den Dörfern der Region Döbeln gelebt haben, bis sie es nicht mehr durften. Am Ende der Recherche soll eine Ausstellung stehen.

Dirk Wurzel

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