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Döbeln Jüngste Weltreligion Thema in Waldheim: „Religiöse Toleranz ist Frage der Nächstenliebe
Region Döbeln Jüngste Weltreligion Thema in Waldheim: „Religiöse Toleranz ist Frage der Nächstenliebe
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Auch um das Gebet der Muslime ging es in einem Vortrag über den Islam in Waldheim, wo die Mitglieder des Helferkreises viel über die Weltreligion lernten. Quelle: Foto:
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Waldheim

Sunniten, Schiiten, Islamismus, Frauenrechte, Gülen-Bewegung – allein die vielen Schlagworte zeigen, dass es den Islam nicht gibt. Das war jetzt beim Waldheimer Helferkreis Thema. Das Projekt Patentdienst und Beratungsnetzwerk für Zuwanderinnen und Zuwanderer – eine Kooperation des Landkreises Mittelsachsen und den Eckert-Schulen – informierte die Waldheimer, die sich um die Asylbewerber in der Zschopaustadt kümmern. Als Referent unterrichte Dr. Harald Lamprecht, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen – auf sehr unterhaltsame und lockere Weise über das schwierige Thema. Der Abend in der Oberschule zeigte einerseits, dass es im Pegida-Kernland weltoffene, hilfsbereite und interessierte Menschen gibt und dass ein Weltanschauungsbeauftragter der evangelischen Kirche die jüngste Weltreligion so gut erklären kann, dass dessen Angehörige kaum mehr daran auszusetzen haben, als eine falsche Jahreszahl. Denn zu Gast waren vier Asylbewerber muslimischen Glaubens, die aus einem ostafrikanischen Land nach Deutschland geflohen sind. Was die Anwesenden gut fanden. Denn: „Wir reden oft nur über Muslime, nicht aber mit ihnen.“

Dr. Lamprecht machte keinen Hehl daraus, dass ihm einiges am Islam Angst macht. „Es gibt aber unterschiedliche Arten von Ängsten. Manche sind überlebensnotwendig. Wenn unsere Vorfahren keine Angst vor Säbelzahntigern gehabt hätten, würden wir heute nicht hier sitzen“, verdeutlichte der Referent. Man rede zuviel über Kreuz, was nicht gerade zum Abbau von Ängsten führe. Hier würden die Leute die islamisch-arabische Kultur mit religiöser Intoleranz, Geschlechterunterdrückung, Gewalt verbinden. Aber was denken „die“ über uns? Kolonialismus, Atheismus, Gottlosigkeit, radikaler Egoismus, Porno, Perversion, Alkoholismus, Drogenmissbrauch und Kriminalität. Dr. Lamprecht gab einen kurzen Einblick in die Geschichte des Islam, berichtete, wie der Prophet Mohamed – wenn Muslime über ihn reden, setzen sie immer „Frieden und Segen seien auf ihm“ hinzu – im Alter von 40 Jahren erste Visionen hatte, dass das Jahr 622 nach Christus der Beginn der islamischen Zeitrechnung ist. Zu dieser Zeit Auch dass der in den christlichen Konfessionen als Erlöser gefeierte Jesus im Islam eine wichtige Rolle als Prophet spielt, erfuhren die Mitglieder des Waldheimer Helferkreises, wenn sie es nicht schon wussten. Harald Lamprecht ließ auch die Spaltung der muslimischen Religion in Sunniten und Schiiten nicht aus und informierte über die vielen Unterströmungen. Er benannte zudem den großen Einfluss der türkischen DTIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.), die nach seinen Worten nicht an der Integration interessiert sei, sondern bewusst Imame schickt, die kein Deutsch sprechen und diese abzieht, wenn sie beginnen, sich an deutsche Gepflogenheiten anzupassen. Dennoch gilt für Harald Lamprecht: „Religiöse Toleranz ist keine Frage der Wahrheit, sondern der Nächstenliebe.“ Gleichwohl ist Toleranz ein umgrenzter Bereich. „Das Maß die Abweichung vom Ideal ist nicht grenzenlos.“

Warum dieser zweistündige Informationsabend für den Helferkreis wichtig war, fasste dessen Mitglied Gottfried Schlesier zusammen: „Die Leute sagen, ihr meint es gut mit uns, aber ihr macht es nicht richtig.“

Von Dirk Wurzel

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