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Jugendarbeit in Hartha: Sensationell oder nicht existent?

Suche nach geeignetem Domizil Jugendarbeit in Hartha: Sensationell oder nicht existent?

Die Jugendarbeit in Hartha ist und bleibt ein hartes Pflaster. Nachdem auch der letzte Traum vom eigenen Domizil der Jugendlichen zerplatzte, regt sich momentan nichts mehr, wenn es um einen Treffpunkt geht.

Die Bronx war mal ein Flaggschiff der Jugendarbeit in Hartha. Leider ist es untergegangen.

Quelle: Oliver Becker

Hartha. Die Jugendarbeit in Hartha ist und bleibt ein schwieriges Thema. Nachdem auch der letzte T

Suche nach geeignetem Ort

raum vom eigenen Domizil der Jugendlichen in Hartha zerplatzte, regt sich momentan nichts mehr, wenn es um einen Treffpunkt geht. Ob Bahnhof, Bronx oder Kalthalle der ehemaligen Hausschuhwerke: Alle Objekte, die in mehr als zwei Jahren Suche in Betracht gezogen wurden, fielen für einen Jugendtreff weg.

Keine neuen Alternativen

Im September vergangenen Jahres fällten die Stadträte den Beschluss, ein Domizil für Jugendliche auf dem Areal der ehemaligen Hausschuhwerke herzurichten. Dafür waren diverse Sanierungsarbeiten erforderlich. Statt eines Baubeginns teilte Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) Ende Mai mit, dass das Vorhaben laut eines Baugutachtens zu teuer war. Es scheiterte an der Finanzierung der notwendigen Arbeiten. Alternativen für Räumlichkeiten kamen bislang nicht auf.

Das Kulturbüro Sachsen hilft den Jugendlichen seit mehr als zwei Jahren bei der Suche nach Räumlichkeiten: „Wir sind nach wie vor als Unterstützung für die Jugendlichen da“. Aufgrund der Ausweglosigkeit der Situation hätten sie sich jedoch vorerst aus der aktiven Rolle zurückgezogen, sagt Susanne Feustel vom Kulturbüro Sachsen. Die Jugendlichen, die in die Suche involviert sind und waren, seien nach ihren Aussagen nicht bereit, sich gegenüber der Presse zu diesem Thema zu äußern.

Suche nach passendem Ort

Ronny Walter, Vorsitzender des Vereins Jugend Aktiv Harthe, findet, dass sich das Kulturbüro Sachsen zu sehr auf die Suche nach einem geeigneten Ort fixiert und sich dabei verrannt habe. „Der Volleyballtag, den das Büro mit den Jugendlichen organisierte, war eine super Sache. Ich frage mich, warum solche Projekte nicht weitergeführt wurden. Auch ohne einen Raum können derartige Veranstaltungen organisiert werden.“

Bürgermeister Kunze ist der Meinung, dass sich Hartha in Bezug auf die Jugendarbeit nicht verstecken muss – er finde diese sensationell: „Ob Fußballverein, Leichtathletikverein oder Stock-Car-Rennen am kommenden Wochenende – in meinen Augen ist das alles Jugendarbeit, die in Hartha geleistet wird. Ich stehe komplett dahinter“.

Ein Frage des Willens

Linken-Stadtrat Stefan Orosz ist anderer Meinung. Dieser sieht die aktuelle Situation in Hartha als katastrophal an. „Aus sozialpädagogischer Sicht findet Jugendarbeit in Hartha aktuell nicht statt. Es gibt, abgesehen von Vereinen, keinen Anlaufpunkt für Jugendliche und nirgends wahrnehmbare Aktivitäten, um diese Situation zu ändern“, sagt Orosz. Seines Ermessens nach ist dieser Sachverhalt eine reine Willensfrage. Die Jugendarbeit werde vernachlässigt und auf die lange Bank geschoben, sagt der Stadtrat. „Für andere Vorhaben der Stadt ist auch Geld da. Ein Jugendhaus in Hartha ist nötig. Ich sehe die Stadtverwaltung und den Bürgermeister in Zugzwang. Nicht nur für ein Lippenbekenntnis, sondern auch für die Konsequenzen und Taten.“

Von Maria Sandig

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