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Jugendforum Döbeln holt Schülerthemen ins Gespräch – Fortsetzung folgt

Politische Bildung und Integration Jugendforum Döbeln holt Schülerthemen ins Gespräch – Fortsetzung folgt

Zu viel Stress mit der Schule am Wochenende, zu wenig Beteiligung am Diskurs in der Schule, zu wenig Integration und Geld für Vereine – das sind nur einige der Themen, die elf Schüler am Sonnabend beim 1. Döbelner Jugendforum aufs Tableau gebracht haben. Die nächste Sitzung ist schon geplant, die Lokalpolitik informiert.

Gastgeber Hans-Martin Behrisch und Moderatorin Judith-Sophie Schilling vom Treibhausverein ließen den JUgendlichen allen Freiraum für ihre Diskussionen, ordneten die Themen und halfen bei der Schwerpunktsetzung
 

Quelle: Sebastian Fink

Döbeln.  Zu viel Stress im Schulalltag mit Lehrern und Anforderungen, mangelnde Integration von Flüchtlingen und zu wenige Freizeitmöglichkeiten in der Stadt – so lautet das grobe Fazit des ersten Treffens des neuen Döbelner Jugendforums am Sonnabendvormittag in der Kindertagesstätte an der Jacobikirche. Elf Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren hatten sich auf Einladung von Döbelns jüngstem Stadtrat Hans-Martin Behrisch (21) trotz für sie unchristlicher Morgenstunde eingefunden, um zu diskutieren, welche Probleme die Schüler umtreiben und welche Lösungsideen sie haben.

„Das die Zielgruppe, die ich am besten ansprechen kann. Es gibt wenig Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche außerhalb der Parteien. Wir wollen ihnen hier Zeit geben, Schwerpunkte zu entwickeln und sich richtig ausquatschen zu können“, erklärte Behrisch.

Das klappte beim ersten Treffen schon ganz gut. Die Schüler, von denen zehn vom Döbelner Lessing-Gymnasium (LGD) und einer vom Berufschulzentrum dabei waren, benannten ihre Sorgen unter dem Motto: „Was kotzt mich an?“. Erstaunlich dabei war die Vielfalt der Themen. Die Schule spielte wie im Alltag auch hier eine Hauptrolle. „Zu hohe Erwartungen“ der Lehrer, „nur deren Meinung zählt“ oder „zu viel Stress am Wochenende“, wenn die Schüler Hausaufgaben machten, waren Themen, die an die Pinnwand kamen.

Auch das Schulsystem war Teil der Kritik: Lieber ein einheitliches für alle Länder ist gewünscht. Dazu kam der Wunsch nach mehr politischer Bildung zum Tragen. Das Schulfach GRW – Gesellschaft, Recht, Wirtschaft – solle nicht nach der zehnten Klasse abgewählt werden dürfen, sondern Pflichtfach bis zum Abitur werden und eher als in der neunten Klasse angeboten werden, hieß es.

Dem schlossen sich die als Zuhörer anwesenden LGD-Lehrer Sieglinde Kastner und Tommy Greim an. „Wenn sächsische Kinder nur in der neunten und zehnten Klasse GRW haben, haben sie in ihrem Leben nur 50 Stunden politische Bildung. Andere Bundesländer haben 200“, sagte Greim.

Weiteres wichtiges Thema: Integration. „Es sollte mehr Aufklärung geben. Unter den Schülern gibt es solche, die offen sind, aber auch welche, die Flüchtlinge provozieren“, meint Lina aus Döbeln. Doch auch Alltagssorgen wie zu wenige Ferienjobs, die fehlende Bahnanbindung nach Dresden oder fehlender Raum und Geld für Freizeiteinrichtungen wurden besprochen. Die drei Jugendclubs in Döbeln Café Courage, North Point und City Club böten noch nicht das ideale Angebot, da man nicht mit allen Leuten auskäme, die sich dort treffen. Vereine seien finanziell oft zu schlecht ausgestattet.

Nach zwei Stunden Schwerpunktsetzung war klar: Das Jugendforum Döbeln soll bleiben, vielleicht daraus sogar einmal ein Jugendbeirat der Stadt entstehen. Das würde auch der 1. stellvertretende Bürgermeister Lothar Schmidt begrüßen, der spontan als Gast zur Runde gestoßen war. Was er gehört habe, wolle er auch Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer sowie den Stadträten weitergeben.

Der nächste Termin des Jugendforums ist für Sonnabend, 25. Februar in der Kita geplant – diesmal erst um 15 Uhr, um auch die Langschläfer anzulocken.

Von Sebastian Fink

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