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Jugendhaus Naundorf: Erstmals keine Sommer-Ferienspiele

Jugendhaus Naundorf: Erstmals keine Sommer-Ferienspiele

In Leisnig gibt es ein neues Ferienangebot: Erstmals bietet der Verein Spielträume, Träger der Kinder- und Jugendarbeit in Leisnig und Betreiber des Jugendhauses Naundorf, am Apian-Platz 3 Beschäftigungsmöglichkeiten von Sport bis Spiel für Kinder und Jugendliche etwa von der fünften bis zehnten Klasse an.

Das neue Angebot für Leisniger Kinder und Jugendliche hat Schattenseiten, und zwar für die Kinder aus den früheren Bockelwitzer Ortsteilen rund um Naundorf. Dort gibt es in diesem Sommer erstmals keine Ferienspiele. Seit Mai wird auch der einmal im Monat stattfindende Familientag nicht mehr in Naundorf, sondern am Leisniger Apian-Platz angeboten, in den Räumen, wo zuvor der nunmehr aufgelöste Verein für Kinder- und Jugendfreizeit arbeitete. Auch der Kreativtag an jedem Freitagnachmittag ist nun ein Leisniger und kein Naundorfer Angebot mehr.

 

Stunden nach Leisnig verlagert

 

Die Jugendhaus-Mitarbeiter des Spielträumevereins, Ursula Dörner und Petra Santer, haben Wochenarbeitstunden von Naundorf nach Leisnig verlagert: 15 Wochenarbeitsstunden in Leisnig, 20 Stunden in Naundorf. Dies sei eine Forderung des Jugendamtes, sagt die Vorsitzende des Spielträume-Vereins, Elke Bull. Nachdem sich der Verein für Kinder- und Jugendfreizeit aufgelöst hatte und die Stadt einen neuen Träger für den Apian-Platz sowie für das AJZ suchte, signalisierte der Naundorfer Verein, die Trägerschaft zu übernehmen. Für den Apian-Platz wurde dies im Einvernehmen zwischen Stadt und Verein schnell in die Wege geleitet. Die Jugendlichen aus dem AJZ lehnten eine Trägerschaft durch den Verein Spielträume strikt ab. Die Stadt gab die weiterhin öffentliche Jugendeinrichtung per Nutzungsvertrag an den AJZ-Verein. Elke Bull zur neuen Konstellation zwischen Jugendhaus Naundorf und Apian-Platz Leisnig: "Das Jugendamt forderte diese Stundenumverteilung, mit dem Argument: In Leisnig sei die Zielgruppe der etwa 12- bis 18-Jährigen zahlenmäßig stärker vertreten als auf dem Dorf. Laut Jugendhilfeplan müsse ein festes Angebot geschaffen werden, um Kinder und Jugendliche in dem Alter von der Straße weg zu bekommen.

 

Jugendhaus muss bleiben

 

In Naundorf seien die Jugendhausnutzer schon älter und damit in der Lage, viele Dinge in Eigenverantwortung zu regeln, ohne ständige Anwesenheit einer pädagogischen Fachkraft. Die Spielträume-Chefin stellt auch klar: "Wir wollen nicht das Angebot im Jugendhaus einschlafen lassen, nur weil das Jugendamt sein Augenmerk stärker auf Leisnig richtet. Wir verlegen nicht alle unsere Aktivitäten nach Leisnig."

 

Dennoch bricht mit den Sommerferienspielen ein fester Standard im Jugendhaus weg. Stadtverwaltung und Jugendamt hätten sich mit dem Verein Spielträume über die Finanzierung von mehr Wochenarbeitsstunden verständigt. So wird Spielträumemitarbeiterin Petra Santer, die auch noch die mobile Arbeit des Vereins abdeckt und unter anderem das Generationencafé organisiert und betreut, wieder vom Jugendamt finanziert. Elke Bull: "Wir sind nur ein Verein, decken aber zwei Einrichtungen ab. Das müssen die zwei Frauen versuchen, so gut es geht, zu planen."

 

Jugendhausleiterin Ursula Dörner hat festgestellt: "Die Kinder, die zu uns ins Jugendhaus kamen, sind traurig über das fehlende Ferienangebot." Auch hätten Eltern früher gern ihren Nachwuchs in den Ferien beim Spielträumevereinsfest angemeldet. Hier gab es ein strukturiertes Angebot mit Sport oder auch Spielen am Computer, mit Ausflügen oder Aktivitäten im Außengelände. "Letzteres fehlt uns am Apian-Platz schon sehr", so die Jugendhausleiterin.

 

Kein Außengelände am Apian-Platz

 

Mit den zwei Räumen in dem Haus, wo mit Teestube und Caritas-Büro sowie dem Büro eines Sportvereins weitere Nutzer untergebracht sind, sind die Entfaltungsmöglichkeiten im Vergleich zu Naundorf begrenzt. Dörner: "Nach Naundorf konnten die Kinder aus den umliegenden Dörfern außerdem zu Fuß kommen oder mit dem Fahrrad. Sie kommen aber durch das Muldental nicht bis nach Leisnig - so wie die Leisniger auch nicht nach Naundorf gekommen sind."

 

In Leisnig versuchen Dörner und Santer nun, das Angebot aufzupeppen und die bisher rund zwölf bis fünfzehn Kinder, die zum festen Besucherkern zählen, nach deren Wünschen an ein strukturiertes Tagesprogramm heranzuführen. Ein Anfang sei gemacht. "Wir haben zum Beispiel Dartspielscheiben angebracht, Billard und Tischkicker stehen bereit - für junge Leute, die sich erst mal auspowern wollen, bevor sie sich zum Quatschen hinsetzen oder hier etwas anderes unternehmen", schildert Petra Santer.

 

Einrichtung braucht neuen Namen

 

Die Spielträumer bieten derzeit jeweils Montag, Mittwoch und Freitag 8 bis 16 Uhr Ferienbeschäftigungen an. "Das ist eine Art Testlauf. Bei Bedarf könnte das Angebot verlängert werden", wagt Sander einen Ausblick. Man habe zunächst bewusst auf ein konkretes, festes Ferienprogramm wie in Naundorf verzichtet, "denn da kann man besser auf die individuellen Wünsche des Einzelnen eingehen". Auch wollten die jungen Gäste in Leisnig lieber spontaner entscheiden und täten sich eher schwer mit vorgegebenen Programmen.

 

Für die Einrichtung am Peter-Apian-Platz wird derzeit übrigens nach einem gängigeren Namen gesucht: "Es wäre schön, wenn sich die Kinder und Jugendlichen etwas einfallen ließen. Ideen sind gefragt." Seit März vergangenen Jahres betreut der Spielträumer-Verein, welcher Träger des Kinder- und Jugendkulturzentrums in Naundorf ist, das Angebot in Leisnig. Außerhalb der Ferien ist dort in der Zeit zwischen 14 und 18 Uhr eine Vereinsmitarbeiterin für die junge Leute vor Ort. © Kommentar

Steffi Robak

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