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Döbeln Rückzug der Spielträumer
Region Döbeln Rückzug der Spielträumer
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19:43 09.02.2018
Der Verein Spielträume betreute zuletzt den Schulclub in Leisnig. Das will jetzt ein anderer Verein tun. Was mit dem Jugendhaus in Naundorf wird, ist offen. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

Der Verein Spielträume, offizieller Träger der kommunalen Arbeit für Kinder und Jugendliche in Leisnig, zieht sich aus dieser Aufgabe zurück. Die Stadtverwaltung sucht nun für den an der Peter-Apian-Schule angesiedelten Schulclub einen neuen Träger.

Geld vom Landkreis steht der Stadt zu

Dies ist im Hauptamt bereits angelaufen. Es gibt einen interessierten Verein, wie Hauptamtsleiterin Sonja Heyer jüngst in der Stadtratsitzung informierte. Dort hatte die Abgeordnete der Linksfraktion, Elgine Tour de la Cruz, die Katze aus dem Sack gelassen, obwohl die Stadtverwaltung das offenbar am liebsten ohne große öffentliche Anteilnahme hätte erledigen wollen. In öffentlicher Sitzung fragte de la Cruz: „Was wird aus der Finanzierung für die Fachkraftförderung? Diese steht der Kommune doch zu.“ Gezahlt wird sie vom Landkreis Mittelsachsen an den jeweiligen Träger der Jugendarbeit.

Gespräche mit neuem Verein laufen noch

Die Frage muss nun die Stadtverwaltung klären: Wie läuft das, wenn ein anderer Verein das übernimmt? „Für 2018 war die Fachkraftförderung für Leisnig gesichert“, sagt Bürgermeister Tobias Goth (CDU). „So einfach ist das auf einen anderen Trägerverein nicht übertragbar. Zumindest muss diese Übernahme mit dem neuen Träger abschließend geregelt sein. Und so weit sind wir noch nicht.“ Es gebe einen Verein, der sich bereit erklärt habe.

Zukunft vom Jugendhaus ungeklärt

Doch da noch nicht alles bis zum Ende abgewickelt und vom Landratsamt bestätigt ist, bleibt ungenannt, um welchen Verein es sich handelt. Fakt ist: Der Stadt steht die Fachkraftförderung für eine Stelle zu. Klinkt ein Verein sich hier ein, ist das eine nicht unwichtige Säule der Vereinsfinanzierung. Mit anderen Worten: Das ist für einen Verein auch ein ordentlicher Happen Geld, der die Personalkosten zu decken hilft. Im konkreten Falle von Leisnig fragt sich jetzt, was der neue Trägerverein dafür zu leisten bereit ist. Bis jetzt sieht es so aus: Schulclub Leisnig: ja gerne, aber Jugendhaus Naundorf: nein danke.

Schulclub bisher Jugendhaus-Außenstelle

Laut Goth ist in diesem Zusammenhang jedenfalls bisher nur vom Schulclub Leisnig die Rede. Wie oder ob noch die Besetzung des Jugendhauses abgesichert werden kann, ist vollkommen offen. Der bisher interessierte Verein will nur den Schulclub besetzen und dafür die Fachkraftförderung einer Vollzeitstelle vollkommen in Anspruch nehmen. Bisher war das anders gelaufen: Die Mitarbeiter des Vereins Spielträume hatten versucht, den Schulclub als Außenstelle des Jugendhauses mit zu besetzen - auch nur mit der Landkreis-Förderung für eine Fachkraft.

Wasserschaden im Dezember

Auf Hintergründe zu dem nun anstehenden Trägerwechsel geht der Bürgermeister nicht ein. Er sagt aber: Mit der 2017 eingeführten Gebührensatzung für die Nutzung kommunaler Räume habe das nichts zu tun, ebenso wenig mit einem im Dezember im Jugendhaus aufgetretener Wasserschaden. Dadurch fielen Teile der Decke in einen der Räume, der dann nicht mehr nutzbar war.

Vereinsrückzug Entscheidung aller Mitglieder

Die Spielträume-Vereinsvorsitzende Elke Bull bestätigt den Rückzug von der Trägerschaft der Jugendarbeit. „Wir haben in einem Gespräch mit dem Bürgermeister mitgeteilt, dass wir als Verein die Trägerschaft künftig nicht mehr übernehmen möchten.“ Der Verein wolle sich wieder den Aufgabenfeldern widmen, für die er einst gegründet wurde: Zu Kinderfesten und ähnlichen Anlässen mobil unterwegs zu sein und dort verschiedene Spielangebote zu unterbreiten. „Die Entscheidung trafen alle Mitglieder in einer Versammlung gemeinsam“, so Elke Bull. Momentan habe der Verein rund 15 Mitglieder.

Verein bleibt bestehen, Mitarbeiter gekündigt

Auf Hintergründe der Entscheidung geht die Vereinsvorsitzende ebenso wenig ein wie der Bürgermeister. Der Verein bleibe jedenfalls bestehen. Fakt ist: Die hauptamtlichen Mitarbeiter bekamen Ende des Jahres die Kündigung. Sämtliche Aktivitäten des Vereins ruhen nun auf ehrenamtlichen Schultern.

Zu den Angeboten im Jugendhaus sagt Bull: „Das Generationencafé wird weiterhin regelmäßig angeboten, nun ehrenamtlich.“ Alle anderen Gruppen, welche Räume im Jugendhaus nutzen wie Trommler oder Tänzer, können dies weiter tun. Sie zahlen dafür, gemäß der Gebührensatzung der Stadt.

Von Steffi Robak

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