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Jugendstadtrat hat Spaß am Planspiel

Politik in der Schule Jugendstadtrat hat Spaß am Planspiel

Ist der Leisniger Jugendstadtrat bald eine feste Institution? 42 Jugendliche aus den zwei zehnten Klassen haben zuletzt die Ratsherrenstühle im großen Sitzungssaal besetzt. Mit Bürgermeister und Verwaltungsoberhaupt Tobias Goth (CDU) und Hauptamtsleiterin Sonja Heyer wurde unter anderem erörtert, was die Verwaltung für die Attraktivität der Stadt tut.

Was macht Leisnig attraktiv und was wird im Rathaus dafür getan? Diese und weitere Fragen wurden zum jüngsten Jungendstadtrat gestellt.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Die 42 Mitglieder des Leisniger Jugendstadtrates haben in ihrer jüngsten Sitzung dem Bürgermeister auf den Zahn gefühlt. Wie das bei den richtigen Kommunalopolitikern aus dem Stadtrat funktioniert, bekamen die jungen Leute aus den zwei zehnten Klassen

Mit dem diesjährigen Schülerstadtrat und all den ihn flankierenden Aktivitäten bewirbt sich die Peter-Apian-Oberschule um den sächsischen Schulpreis. Deshalb saßen mit Heike Schulze und Christel Lorenz zwei Vertreterinnen der Schulpreis-Jury mit in den Zuschauerreihen der Jugendstadtratssitzung. „Ich finde es ungeheuer spannend, wie das hier abläuft“, sagt Heike Schulze nach der etwa anderhalbstündigen Sitzung anerkennend. Und auch Christel Lorenz ist beeindruckt, mit wie viel Engagement sowohl die Jugendlichen und die echten Leisniger kommunalpolitisch aktiven Erwachsenen die Veranstaltung vorbereiten. „Eine Prognose kann ich nicht abgeben, welche Chance der Leisniger Jugendstadtrat auf den Schulpreis hat“, sagt Lorenz, „jedoch setzt die Oberschule mit dem Jugendstadtrat schon einmal ein Achtungszeichen.“

In Sachsen gibt es insgesamt 58 Bewerber auf den diesjährigen Schulpreis. Eine erste Vorauswahl ist getroffen: Die Leisniger Bildungseinrichtung befindet sich auf den zehn vorderen Plätzen. Am 19. April entscheidet sich, wer die Gewinner sind. Die drei Hauptpreise sind mit jeweils 4000 Euro dotiert. Sonderpreise, ebenfalls mit vierstelligen Euro-Beträgen, sind ausgelobt von der Heraeus Bildungsstiftung, vom Sächsischen Ministerium für Kultus, und es gibt einen Sonderpreis Qualitätsmanagement.

Dass der Jugendstadtrat in Leisnig weit mehr ist als Eintagsfliege, beweist das aktuell als Neigungskurs an der Schule laufende Projekt Schulhofgestaltung. Die Idee, den Pausenhof gestalterisch umzukrempeln, hatten im vergangenen Jahr die Jugendlichen des damaligen Jugendstadtrates eingebracht. Mittlerweile sind neben den Schülern aus dem Neigungskurs auch Leisniger Unternehmen eingebunden, um die Ideen gestalterisch und finanziell in einen realisierbaren Rahmen zu bekommen. Zu diesem Zweck wurde das Schulhofgestaltungsprojekt bei einem Unternehmerstammtisch zuletzt vorgestellt.

Mit noch mehr Kontinuität, auch außerhalb des Planspiels mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, verspricht sich unter anderem Mathias Voigtländer noch eine Portion mehr Nachhaltigkeit der im Jugendstadtrat angeschobenen Projekte, und letztlich nachthaltiges Interesse der jungen Leisniger an der Stadtpolitik. Dieses Interesse bei den Jugendlichen sei auf jeden Fall vorhanden.

Das wurde auch im Jugendstadtrat deutlich. So lautete eine Anfrage, was die Stadt unternimmt, um Leisnig für Jugendliche und neue Arbeitgeber und Arbeitnehmer interessant zu machen. Bürgermeister Tobias Goth (CDU) machte deutlich, dass die Attraktivität einer Stadt auf vielen Säulen beruht. Diese mache im Zusammenspiel vieler Akteure eine Kommune lebenswert, sind allerdings nicht alle vom Rathaus aus steuerbar. Zum Beispiel sei dafür gesorgt, dass junge Familien Bauplätze für Eigenheime in und um Leisnig vorfinden, dass Kindergartenplätze vorhanden sind, zudem Vereine vielfältige Möglichkeiten sportlicher und kultureller Aktivitäten bieten. Goth: „Ich kann sie in diesem Sinne nur dazu ermuntern, sich in den Leisniger Vereine zu engagieren. Sie machen einen großen Teil der Attraktivität unserer Stadt aus.“ Was die Entwicklungsmöglichkeiten für die Wirtschaft anbelangt, steuere die Stadt ihren Anteil bei, indem die Verwaltung unter anderem Erweiterungsmöglichkeiten im Gewerbegebiet schuf, damit sich dort ansässige Firmen potenziell vergrößern können, wenn es ihre Wirtschaftslage erlaubt. Und der Bürgermeister verweist auf den Bereich Tourismus und auf die Burg Mildenstein: „ Dort wird und wurde seit einigen Jahren umfangreich saniert. Am Ende werden insgesamt 20 Millionen Euro in die Burg geflossen sein. Das macht mit der Burg auch unsere Stadt attraktiv. Der Tourismus macht Menschen aus anderen Regionen auf Leisnig aufmerksam.“

Von Steffi Robak

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