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Döbeln Junger Grimmaer rastet in Bockelwitz aus wie ein wilder Stier
Region Döbeln Junger Grimmaer rastet in Bockelwitz aus wie ein wilder Stier
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21:08 24.02.2012

Er soll am 30. Januar 2010 in einem privaten Bockelwitzer Jugendklub Frank L.* mit der Faust geschlagen und die Nase gebrochen haben. Noch heute leidet der junge Mann unter den Folgen. Dann legte Staatsanwältin Angelika Rickert Martin noch eine strafbare Heiz-Aktion zur Last: Mit anderen Leuten habe P. am 15. August 2009 auf einem Grundstück in Thümmlitzwalde Stühle, einen Tisch, Lautsprecherboxen und andere Dinge in ein Lagerfeuer geschmissen. Schaden: Rund 1000 Euro. Und noch eine weitere Körperverletzung hatte die Staatsanwältin in der Anklageschrift stehen: Ebenfalls in Bockelwitz schlug Martin einen Mann, bei dem er und seine Mutter zum Geburtstag eingeladen waren. Außerdem riss er bei dieser Schlägerei ein Kind vom Fahrrad. Das geschah am 22. Mai 2010.

Ein geistiger Mittäter war immer mit von der Partie, jede Menge Alkohol. Und der lässt P. ausrasten. Bei allen drei Vorfällen gab es vorher Streit. Richtig ausgerastet ist Martin P. aber in diesem Bockelwitzer Klub: Dort führte er sich auf wie ein Berserker und fetzte einen vollen Bierkasten in den Klubraum, wobei eine Flasche eine junge Frau verletzte. Er hebelte eine Tür aus und randalierte wie ein Wilder. "Schon am Wochenende zuvor gab es Streit. Am Abend (der Tat, d. Red.) haben wir uns mit SMS provoziert. Ich stand draußen und habe mich mit der S. angeschrieben. Als schließlich Frank hinter mir stand, schlug ich zu", sagte der Grimmaer, als er die Anklagepunkte allesamt einräumte.

Das Leben des Angeklagten verlief nicht in geordneten Bahnen: Scheidungskind, Schulwechsel wegen Verhaltensauffälligkeiten, Stress zu Hause. Trotzdem brachte P. den Hauptschulabschluss zustande und absolvierte ein Berufsvorbereitendes Jahr. Eine Tischlerlehre brach er jedoch ab. Der Chef habe unzuverlässig gezahlt und seine Lehrlinge auch unbezahlt am Wochenende arbeiten lassen. Der junge Mann schmiss zwar die Lehre, legte sich aber danach nicht in die soziale Hängematte, sondern hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Bis dato arbeitete er als Ladenbauer und will Anfang März in einer Dachdeckerfirma anfangen. "Er hatte Arbeit und hat welche in Aussicht - das ist nicht normal bei den jungen Leuten, die wir sonst hier sitzen haben", sagte Staatsanwältin Rickert. Sie forderte eine Jugendstrafe von einem Jahr Haft, ausgesetzt zu zwei Jahren Bewährung. Dazu verurteilte ihn das Gericht unter Vorsitz von Christa Weik auch. "Immer wenn sie trinken, beginnen sie wie ein Wilder zu rasen", sagte die Richterin, die bei P. schädliche Neigungen erkannte. Nach dem Strafrecht für Erwachsene hätte sie P. zur zwangsweisen Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verdonnern können. Dann wäre er zunächst einmal weg vom Fenster. Dirk Wurzel

*Name geändert

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