Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Junges Paar richtet sich alten Bauenhof in Gersdorf her
Region Döbeln Junges Paar richtet sich alten Bauenhof in Gersdorf her
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:05 07.12.2017
Das junge Paar hat den Bauerhof in Gersdorf im Jahr 2016 gekauft. Im Sommer oder Herbst nächstes Jahres wird sich herrausstellen, ob das Paar den Fördermittelbescheid und damit finanzielle Unterstützung bekommt. Quelle: Sven Bartsch
Anzeige
Gersdorf/Hartha

Einen alten Bauernhof nach den eigenen Vorstellungen herrichten, um dort sein Leben zu verbringen: Für viele Menschen ist das ein Traum. Für Thomas Gründel und Cornelia Wels ist dies Realität. Sie haben im Jahr 2016 einen Vierseithof von 1798 in Gersdorf gekauft, der über Generationen hinweg als Bauernhof genutzt wurde. Das Grundstück hat eine Gesamtfläche von einem Hektar. Der Hof ist komplett denkmalgeschützt.

Große Unterstützung

Schon Anfang 2017 hat sich das Paar für das Leader-Förderprogramm Sachsenkreuz Plus beworben, es scheiterte daran, dass die Baugenehmigung nicht rechtzeitig da war, was ein wichtiges Kriterium für die Fördergenehmigung war. Im März endete der Aufruf und sie entschieden sich dagegen, die Bewerbung abzugeben. „Wir wären sowieso durchgefallen, deswegen haben wir es gelassen“, sagt Wels. Im Juni 2017 gab es einen zweiten Aufruf. Die Baugenehmigung war zu diesem Zeitpunkt da, jedoch wurden Förderkriterien verändert. Nun war ein Grundbucheintrag nötig. „Den hatten wir nicht. Den bekommt man nur, wenn das Grundstück richtig ausgemessen ist. Das war ein ziemlicher Krimi. Wir haben zum Glück rechtzeitig einen Termin beim Notar bekommen, alles musste beurkundet und unterschrieben werden“, erzählt Wels.

Auch seitens des Grundbuchamtes gab es große Unterstützung: Diese nahmen den Eintrag schneller vor, so dass sie pünktlich zur Einreichungsfrist abgeben konnten. „Normalerweise dauert der Grundbucheintrag Monate und die haben das innerhalb von ein paar Tagen durchgezogen für uns. Wenn nicht alle mitgemacht hätten, dann wäre die Geschichte vorbei gewesen“, sagt sie. Vom Förderprogramm wurden sie positiv bewertet.

Unbegrenzte Möglichkeiten

Cornelia Wels kommt aus Sachsen-Anhalt, Thomas Gründel ist aus Schönerstädt. „Es war schon immer mein Traum“, sagt Gründel. Auch seine Lebensgefährtin hatte durch ihre Großeltern immer Bezug zu Tieren und der Natur: „Wenn du jung bist, ist die Großstadt total spannend. Wenn du älter bist, besinnst du dich auf Erfahrungen zurück, die du in der Kindheit gemacht hast. Sonst würde man sich nicht für das Land entscheiden“, sagt Wels.

Der Hof besteht aus Wohnhaus, Stall, Getreidescheune und dem Knechtehaus, in welchem früher die Angestellten wohnten. „Alles ist noch ganz offen. Auch das Knechtehaus wollen wir denkmalgerecht sanieren. Vielleicht für die Familie, vielleicht aber auch für ein besonderes Projekt wie einen Erlebnisbauernhof oder einen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft. Der Hof bietet unbegrenzte Möglichkeiten in der Nutzung.“

Gute Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz

Beide sind berufstätig, viel Zeit bleibt nicht: „Jedes Wochenende wird Blaumann übergezogen. Im Sommer draußen, im Winter im Haus“, sagt Wels. Unterstützung bekommt das junge Paar von Freunden und Familie. „Die sagen immer: Eigentlich seid ihr total verrückt, aber wir unterstützen euch“, gibt die junge Frau zu. Die größte Veränderung, die am Haus vorgenommen werden soll, ist der Südgiebel. Dieser soll komplett aus Glas sein. Das Vorhaben wurde sogar vom Denkmalschutz genehmigt, da er mit Baumbestand versteckt und von der Ortsseite nicht einsehbar ist. „Wir wollen hier einen bewussten Bruch vornehmen, da sonst alles sehr traditionell belassen wird“, so Wels.

Der Fördermittelantrag liegt noch beim Landratsamt Mittelsachsen und wird geprüft. Erst im Sommer oder Herbst nächstes Jahres wird sich herrausstellen, ob das Paar den Fördermittelbescheid bekommt. „Es ist besser ohne die Thematik zu planen und sich zu freuen, wenn es dann klappt. Die Bewilligungsbescheide waren bislang nicht negativ, aber wir haben keine Garantie“, sagt Gründel. Gefördert werden maximal 40 Prozent bis zu einer Summe von 100 000 Euro. Bei Kindern gibt es fünf Prozent zusätzlich. Das Ziel des Förderprogrammes ist es, alte Bausubstanz zu retten. Dafür werden junge Familien unterstützt, die Vorhaben wie Thomas Gründel und Cornelia Wels haben.

Von Maria Sandig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Bauarbeiten an den neuen Trinkwasserleitungen und am Abwasserkanal der Unnaer Straße in Döbeln-Ost II zwischen den Hauseingängen Nr. 56 und 73 ziehen sich noch eine Weile hin. Bis Weihnachten soll aber die Umleitung über den Garagenhof aufgehoben sein.

04.04.2018

Der Jugendclub in Mochau ist Geschichte. Die Räume im Haus der Sachsenjugend bleiben künftig verschlossen. Das hat der Ortschaftsrat von Mochau am Dienstagabend einstimmig beschlossen. Über Monate waren die Jugendlichen im Ort aufgerufen, den Jugendclub in eigener Regie und mit Unterstützung des Vereins Regenbogenbus fortzuführen. Doch es fand sich keiner.

09.12.2017

In der Waldheimer Breitscheidstraße sorgte bis zum späten Dienstagnachmittag ein Schilderwald auf Höhe der Pflegeheimsbaustelle für Verwirrung. Mittlerweile hat das Ordnungsamt reagiert und die Parksituation geklärt.

06.12.2017
Anzeige