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Döbeln Kaffee, der müde macht: Döbelnerin soll Kollegen mit Tavor vergiftet haben
Region Döbeln Kaffee, der müde macht: Döbelnerin soll Kollegen mit Tavor vergiftet haben
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15:24 03.08.2016
Mit einem starken Beruhigungsmittel soll eine Döbelnerin ihre Arbeitskollegen außer Gefecht gesetzt haben. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft schüttete sie ihnen Tavor in den Kaffee. Wegen gefährlicher Körperverletzung steht die Frau nun vor Gericht.  Quelle: Wolfgang Sens
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Döbeln

 Tavor (Handelsname: Lorazepam) ist ein sehr starkes Beruhigungsmittel. Eines, das abhängig machen kann. Das normale Menschen binnen weniger Minuten umhaut. In der Psychiatrie dient es unter anderem dazu, Patienten mit Angstzuständen und Panikattacken zu helfen.

Tavor im Kaffee macht müde

Tavor gibt es nicht wie Aspirin einfach so in der Apotheke, sondern der Arzt muss es verschreiben. Damit treibt man eigentlich kein Schindluder. Vor allem verabreicht man es nicht seinen Arbeitskollegen ohne deren Wissen und Zustimmung. Genau das soll eine Döbelnerin aber getan haben. Insgesamt fünf mal, so die Anklage der Staatsanwaltschaft Chemnitz, habe die Frau Tavor in den Kaffee ihrer Arbeitskollegen eines Schweinemastbetriebs in der Region Döbeln getan. Dreimal trank dieselbe Kollegin davon, zwei weitere bekamen ebenfalls unfreiwillige Dröhnungen, so dass es insgesamt drei Geschädigte gibt, wovon zwei wohl eher Zufallsopfer sind. Staatsanwältin Angelika Rickert legt der Angeklagten im Amtsgericht Döbeln am Dienstag daher gefährliche Körperverletzung zur Last. Eine solche Straftat begeht nicht nur, wer einen anderen Menschen etwa mit einem Knüppel (gefährliches Werkzeug) verdrischt sondern auch „durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen“ körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, steht im Gesetz, das mindestens sechs Monate Haft als Strafe vorsieht.

Geschädigte wegen vermeintlicher Epilepsie behandelt

Die nicht vorbestrafte Angeklagte räumt die Tatvorwürfe nicht ein und meinte, dass auch jeder andere das Tavor in den Kaffee getan haben könnte. Dass die beiden Kolleginnen Lorazepam im Blut hatten, belegen die ärztlichen Atteste. Bei einer Frau machten die Mediziner einen Drogentest. Der fiel nur bei Benzodiazepine – zu dieser Wirkstoffgruppe gehört Tavor – positiv aus. Die Frau war „wegen unklarer Müdigkeit“ zum Arzt gegangen, wie Richterin Christa Weik aus den entsprechenden Teilen der Ermittlungsakte vortrug. Müde wurde die Frau demnach, nachdem sie Kaffee getrunken hatte. Die andere Geschädigte behandelten die Ärzte sogar wegen einer vermuteten Epilepsie. Sie war mit Schwindel und Kopfschmerzen zum Arzt gegangen, was wohl auch von dem Beruhigungsmittel im Kaffee herrührte.

Chef stellt Videokamera auf

Der Chef des Betriebes hatte eine Videokamera im Pausenraum installiert, nachdem sich der Verdacht erhärtet hatte, dass da jemand was in den Kaffee tut. Die Bilder der Aufzeichnung sind in der Akte. Sie zeigen die Angeklagte, wie sie mit Tavor hantiert. Ein mögliches Motiv lieferte die gestrige Hauptverhandlung nicht. Diese setzt das Gericht fort, weil es weitere Zeugen hören muss.

Von Dirk Wurzel

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