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Döbeln Kahlschlag für Hochwasserschutz – in Döbeln werden 40 Bäume gefällt
Region Döbeln Kahlschlag für Hochwasserschutz – in Döbeln werden 40 Bäume gefällt
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17:44 27.02.2018
Bohrer gegen Fels: Vier Meter tief auf den Fels der Muldeninsel müssen die neuen Flutwände fest verankert werden. Es vibriert gerade ordentlich. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Döbeln

40 Bäume und zahlreiche Sträucher fallen in den nächsten Tagen auf beiden Seiten des Flutgrabens zwischen der Niederbrücke und der Brücke in der Straße des Friedens den Kettensägen der Flussmeisterei Grimma zum Opfer. Am Dienstag knatterten die Sägen am und hinter dem Pferdebahnmuseum. Die Landestalsperrenmeisterei schafft hier Baufreiheit für den nächsten Abschnitt der Verbreiterung des Flutgrabens. Die Bäume stehen im Profil des breiteren Grabens. Im Sommer sollen die Arbeiten zwischen Niederbrücke und Brücke Straße des Friedens beginnen und bis Ende 2018 dauern. Der Auftrag wird in den nächsten Wochen europaweit ausgeschrieben. Bei Ausgaben von bis zu fünf Millionen Euro ist das vorgeschrieben.

Kahlschlag für den Hochwasserschutz. Zwischen Niederbrücke und Brücke Straße des Friedens wird Baufreiheit für den Flutgraben geschaffen. Quelle: Sven Bartsch

„Eigentlich wären die Bäume schon längst weg. Doch der Abschnitt zwischen Straße des Friedens und Niederbrücke war wegen der damals noch schwebenden Klage eines Anliegers gegen das Vorhaben verschoben worden. Das ist aber nun vom Tisch“, sagt Axel Bobbe, Betriebsleiter der Landestalsperrenmeisterei. Bis Ende Februar müssen die Baumfällarbeiten erledigt sein. Das schreibt der Naturschutz vor. Zwei Bäume bleiben aber zunächst von den Kettensägen verschont. Sie sind voller Höhlen und es wird, geprüft, ob darin Fledermäuse überwintern. „Wenn dem so ist, bleiben die Bäume bis zum Frühjahr stehen und werden später in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden per Sondergenehmigung in der Vegetationszeit gefällt“, sagt Axel Bobbe.

Auch am Steigerhausplatz werden eine Vielzahl von Bäumen dem Ausbau des Hochwasserschutzes auf Döbelns Muldeninsel zum Opfer fallen. „Bis zum nächsten Winter bleiben sie aber stehen. Denn noch sind wir nicht so weit, dass wir den Abschnitt am Steigerhausplatz beginnen können“, so Axel Bobbe. Aktuell bauen die Wasserbauspezialisten an den Flutmauern zwischen der Niederbrücke und der Brücke Bahnhofstraße. Trotz des Winterwetters wird hier eisern weitergearbeitet. Das spüren auch die Anwohner der Häuser rund um die Baustelle. „Dort liegt gerade extrem massiver Fels an“, sagte Hain. Statt bis zu drei schafft der Bohrer derzeit nur einen Pfahl pro Tag. Für die Bohrpfahlwand müsse drei bis vier Meter in den Fels gebohrt werden.

„Wir wissen aufgrund recht detaillierter Baugrunduntersuchungen, dass wir auf harten Fels stoßen werden, um die Bohrpfähle mit 120 Zentimeter Durchmesser bis zu viert Meter tief im Erdreich auf dem Fels zu verankern. Im Moment haben wir aber ein besonders hartes Stück Fels unter der Baustelle. Da klappern in den Häusern rundherum die Teller beim Bohren“, sagt Axel Bobbe. Doch niemand müsse um sein Haus Angst haben. Es breche nichts ein. Sollte es Risse oder Putzschäden geben, werde das reguliert. „Wir haben alle Häuser rund um die Baustelle vorher dokumentiert. Die Hausbesitzer können sich auf uns verlassen“, so Bobbe. Das habe die LTV bereits an anderen Stellen in Döbeln, etwa beim Griechen am Busbahnhof bewiesen. Die Hochwassermauern brauchten nun einmal starke Verankerungen. Auch die Häuserfundemente am Flutgraben ließ die LTV schon mit einem speziellen Betoninjektionsverfahren verstärken. Die Hochwassermauer auf der linken Flussseite ist mittlerweile fast fertig. Bis Frühjahr sollen auch die Arbeiten auf der rechten Flussseite beendet sein.

Restarbeiten gibt es noch am neuen Verteilerwehr am Schlossberg zu erledigen. Im Frühjahr soll der Parkplatz am Busbahnhof wieder benutzbar sein. Unter der wiederhergerichteten Fahrbahndecke hat die LTV dort Leerrohre für ein neues Telekom-Kabel gelegt. Im Moment wird nämlich das neue Schlossbergwehr über ein provisorisches Telefonkabel vollautomatisch betrieben. Die Telekom muss noch ein neues Kabel zum Steuerhaus des Wehres verlegen.

Von Thomas Sparrer

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