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Döbeln Neuer Obstland-Vorstand: Kalbitz Junior übernimmt
Region Döbeln Neuer Obstland-Vorstand: Kalbitz Junior übernimmt
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11:47 06.01.2017
Jan Kalbitz und Mathias Möbius sind der neue Vorstand der Obstland Dürrweitzschen AG. Quelle: Sven Bartsch
Dürrweitzschen/Neugreußnig

Den Wechsel an der Vorstandsspitze der Obstland Dürrweitzschen AG begleitet ein Wandel der Unternehmensstrategie zur verstärkten Bio-Obst-Produktion. Dies verlautete am Rande der Pressekonferenz, zu welcher der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Heckel den neuen Vorstand vorstellte. Zudem soll die Kelterei Neugreußnig innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre an einen anderen Standort umziehen. Für den Neubau ist perspektivisch eine Gewerbegebietserweiterung in Dürrweitzschen angestrebt.

Neuer Obstland-Vorstand mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt zur Führung der Obst- und Feldproduktion sowie der Vertriebsprozesse wird ab 1. Juli der 39-jährige Jan Kalbitz. Vorstand mit primär kaufmännischer Ausrichtung zur Führung der buchhalterischen und betriebswirtschaftlichen Prozesse, vom Verwaltungs- und Verarbeitungsbereich bis hin zu den Obstland-Tochtergesellschaften wird der 38 Jahre alte Mathias Möbius. Beide Männer kommen aus der Döbeln beziehungsweise aus der Region.

Anteil Bio-Obst vergrößern

Während der Diplom-Ingenieur für Gartenbau, Jan Kalbitz, seit 2004 als Geschäftsführer der Obstland-Tochter Bio-Obst GmbH Baderitz fungiert, arbeitet Mathias Möbius seit 2001 bei der Kreissparkasse Döbeln, unter anderem als Controller, zudem als Teamleiter für Vermögensmanagement und stellvertretender Marktbereichsleiter, zuletzt als Leiter des Bereichs Private Banking. Bis beide in die volle Vorstandsverantwortung eintreten, werde der Strukturwandel angebahnt. Dieser richte sich nach den Worten des derzeit amtierenden Vorstandsvorsitzenden Gerd Kalbitz darauf, für den Vertrieb der Obstland-Erzeugnisse weitere Kanäle zu erschließen beziehungsweise vorhandene auszubauen.

Kalbitz dazu: „Wir brauchen den Apfelberg in Europa nicht noch jedes Jahr zu vergrößern.“ Dieser bestehe jährlich allein aus rund 4 Millionen Tonnen Äpfeln aus Polen und weiteren 2,5 Tonnen aus Südtirol. Die Entwicklung im Obstland müsse weiter in Richtung Bio weisen. Damit wird die bisherige Strategie forciert.

Vision: Rückstandsfreie Obstproduktion

Sämtliche von der Obstland Dürrweitzschen AG vermarkteten Stachel- sowie Johannisbeeren gelangen bisher bereits als Bio-Erzeugnis auf den Markt. Gleiches gilt für die Haselnuss. Bei den Äpfeln sehen sowohl Gerd Kalbitz als auch der derzeitige zweite Vorstand Heiner Hellfritzsch Entwicklungspotenzial. Derzeit liegt der Jahresumsatz der nicht börsennotierten Aktiengesellschaft bei rund 63 Millionen Euro. Einschließlich aller Tochterunternehmen sind bei der Obstland AG 370 Mitarbeiter beschäftigt.

Zuletzt wurden im vergangenen Jahr weitere 30 Prozent der Apfelanbaufläche in Fläche für die Bio-Apfelproduktion umgewandelt. Ziel der Strategie: Mit Bio-Qualität höhere Erlöse beziehungsweise mehr Absatz erzielen. Jan Kalbitz erwähnt in dem Zusammenhang die Bezeichnung „rückstandsfreie Produktion“. Damit wollen Erzeuger dem Wunsch der Konsumenten nach pestizidfreien Nahrungsmitteln gerecht werden.

Jan Kalbitz: „Andere Erzeuger versuchen das Gleiche, nicht allein in Deutschland, sondern europaweit. Beispielsweise ist Österreich uns weit voraus.“ Der Vorteil: Bio-Erzeugnisse würden stärker regional vermarktet beziehungsweise nachgefragt. Bisher werden zehn Prozent der Obstland-Äpfel Bio-Ware vermarktet. Der Anteil soll in den kommen also weiter steigen.

Zweiter Kelterei-Geschäftsführer

Während derzeit etwa 80 Prozent der gesamten Obstproduktion über die VEOS (Vertriebsgesellschaft für Obst mbH) bei Handelsketten und Discountern verkauft werden, sank zuletzt der Anteil der Früchte, die unter der Obstland-Marke über den Ladentisch gehen. Markenträger ersten Ranges unter den Obstland-Produkten sind die in Neugreußnig produzierten Säfte. Sie werden zu hundert Prozent unter der Marke Obstland verkauft.

Die neue Unternehmensstruktur soll nach den Worten von Vorstand Heiner Hellfritzsch das Vermarktungspotenzial in dem Sektor erschließen helfen. Das sei der Grund dafür, dass es jetzt mit dem 42-jährigen Ronny Thiele neben Steffen Rockmann einen zweiten Obstland-Kelterei-Geschäftsführer gibt. Thiele arbeitet seit 2008 im Vorstand der Obstland Dürrweitzschen AG. Von 2012 bis 2016 war er Geschäftsführer der Obstlandtochter Getränkehandel Marienthal Sornzig GmbH.

Erklärtes Ziel sei laut Gerd Kalbitz, dass die Saftproduktion schneller wachsen und dafür noch mehr Energie ins Marketing fließen müsse. Dass die Kelterei perspektivisch „auf den Berg ziehen“ müsse, erklärt er mit den zwei Mulde-Fluten: „Die Kelterei liegt im Flutgebiet. Damit sind jetzt starke gesetzliche Reglementierungen verbunden, die bis dahin nicht für uns galten.“ So darf in Neugreußnig nicht mehr gelagert werden. Das Unternehmen nutzt derzeit Räume beziehungsweise Flächen im zwanzig Kilometer entfernten Geringswalde. Ein Neubau nahe Dürrweitzschen würde helfen, logistische Prozesse zu straffen.

Von Steffi Robak

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