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Kalthalle-Abriss: Harthaer Künstler verliert Atelier

Stadt Hartha Kalthalle-Abriss: Harthaer Künstler verliert Atelier

Gerhard Dörner muss sich ein neues Domizil suchen. Seit acht Jahren wirkt der Harthaer Künstler in der Kalthalle an der Sonnenstraße. Nun soll das Areal der ehemaligen Hausschuhwerke abgerissen werden. Die Stadt sucht unterdessen händeringend nach einer Alternative für den Künstler.

Mit dem Abriss der Kalthalle auf dem Gelände der ehemaligen Hausschuhwerke verliert der Harthaer Künstler sein Atelier. Die Stadt sucht nach einer Alternative.

Quelle: Sven Bartsch

Hartha. Der Abriss der ehemaligen Hausschuhwerke ist so gut wie beschlossenen Sache. In ihrer Sitzung am vergangenen Dienstagabend berieten sich die Ratsmitglieder des Technischen Ausschuss zur Angelegenheit. Der Auftrag für den Abriss der ehemaligen Hausschuhwerke wird demnach aller Voraussicht nach zur nächsten Stadtratssitzung Ende August vergeben. 30 Unternehmen hatten die Unterlagen für die bundesweite Ausschreibung angefordert, 19 gaben ein Angebot ab. „Die Preisspanne war dabei sehr hoch“, erklärt CDU-Stadtrat Christian Köhler.

Noch in diesem Jahr soll der Abriss des Gebäudekomplexes der ehemaligen Hausschuhwerke an der Sonnenstraße über die Bühne gehen. Anschließend muss das anfallende Abbruchmaterial entsorgt werden. Nun steht auch fest: Die Kalthalle, die ebenfalls auf dem Gelände liegt, wird dem Erdboden gleichgemacht. Bis vor einigen Monaten sollte im hinteren Teil der Kalthalle noch ein Domizil für Jugendliche errichtet werden. Das verlief schneller im Sand, als den Kids recht war (DAZ berichtete). Grund damals: Die ermittelten Kosten, das Objekt statisch zu sichern, wollte die Stadt nicht tragen.

Künstler verliert Domizil zum zweiten Mal

Aktuell ist aber vor allem den Harthaer Künstler Gerhard Dörner betroffen, der seit acht Jahren sein Atelier im vorderen Bereich hat und regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden lässt. Zuvor war sein Domizil im alten Elektrizitätswerk auf der August-Bebel-Straße untergebracht, auch das wurde – aufgrund von Einsturzgefahr – abgerissen. In einer ähnlichen Situation befindet sich der Künstler nun erneut. Bereits vor einiger Zeit wurde Gerhard Dörner von der Stadtverwaltung informiert. Hintergrund für den Abriss der Kalthalle ist, das Areal in einem Zug abzureißen und so die Fläche komplett nutzbar zu machen, statt doppelt Hand anzulegen.

Seitdem bemüht sich die Stadt, ein neues Objekt für den Harthaer Künstler zu finden. Das wiederum erweist sich als schwierig. Bisher war auch nach mehreren Besichtigungen nichts passendes dabei. „Mein Atelier muss ebenerdig liegen und vor allem trocken sein. Ich arbeite mit Papier und Farbe, da ist Feuchtigkeit ungünstig“, erklärt Dörner. Außerdem benötigt er einen großen Eingangsbereich, um seine Arbeiten unbeschadet aus den Räumen und wieder hinein zu bekommen. Wann er aus der Kalthalle ausziehen muss, steht noch nicht fest. „Ich arbeite derzeit an einem größeren Auftrag. Eine Unterbrechung ist von heute auf morgen nicht möglich“, so der Künstler. „Es ist ein wirklich schönes Atelier. Dass ich da raus muss, bedauere ich sehr.“ Grundsätzlich möchte Gerhard Dörner aber in Hartha bleiben.

Abrisskosten zu 90 Prozent gefördert

Die Kosten für den Abriss belaufen sich auf rund 409 000 Euro. 90 Prozent werden dabei von der Sächsischen Aufbaubank übernommen, die restlichen zehn Prozent steuert die Stadt bei. Im technischen Ausschuss gab es zuletzt keine großen Diskussionen über den Abriss, sagt CDU-Stadtrat Christian Köhler. In der Vergangenheit sah das anders aus. Bereits im Februar des vergangenen Jahres stand der Abriss schon einmal auf der Tagesordnung im Stadtrat. Zu einem Beschluss kam es aber nicht. Damals erbaten sich einzelne Stadträte mehr Zeit, um den Sachverhalt in den Fraktionen und Ausschüssen ausreichend zu diskutieren. Lediglich der Beschluss, zumindest schon mal die Rückbauplanung an das Büro Reichenbach zu übergeben, wurde gefasst.

Einige Monate später, im Juli 2016, hatten die Ratsmitglieder von Hartha die Thematik erneut auf dem Tisch. Dort beschlossen sie den Rückbau von Baulichkeiten der ehemaligen Hausschuhwerke sowie die Revitalisierung der Brachfläche endgültig.

Von Stephanie Helm

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