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Kampfhund bellt, Frau erschrickt und fällt um – Freispruch für Leisniger vor Gericht

Tatvorwurf: Fahrlässige Körperverletzung Kampfhund bellt, Frau erschrickt und fällt um – Freispruch für Leisniger vor Gericht

Weil ein von ihm ausgeführter Kampfhund eine ältere Frau in Leisnig angesprungen haben soll, stand am Mittwoch ein 29 Jahre alter Mann vor Gericht. Fahrlässige Körperverletzung – so lautete der Tatvorwurf. Da der Nachweis dafür nicht erbracht werden konnte, endete die Verhandlung mit einem Freispruch.

Freispruch am Mittwoch am Amtsgericht in Döbeln.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln/Leisnig. Weil ein von ihm ausgeführter Kampfhund eine ältere Frau in Leisnig angesprungen haben soll, stand am Mittwoch ein 29 Jahre alter Mann vor Gericht. Fahrlässige Körperverletzung – so lautete der Tatvorwurf. Da der Nachweis dafür nicht erbracht werden konnte, endete die Verhandlung mit einem Freispruch.

Was war passiert am Morgen des 3. Juli des vorigen Jahres in Leisnig? Ralf P. führte vier Hunde gleichzeitig aus. Darunter einen als Kampfhund eingestuften Boxer-Pittbull-Stafford-Mischling, ein so genannter Bandog (Kettenhund). Der junge Mann traf eine Bekannte, weshalb es auf dem Gehsteig vor der Raiffeisenbank an der Chemnitzer Straße zu einem Schwatz kam. Eine ältere Frau näherte sich und bat schließlich darum, sie durchzulassen. Wenigstens ein Hund von den vieren bellte, die Frau erschrak, stürzte, verletzte sich am Ellenbogen. Die Wunde blutete heftig. Die Frau musste ärztlich behandelt werden.

Petra W. (35), zu diesem Zeitpunkt schwanger, verließ im Moment des Zwischenfalls ein Geschäft in unmittelbarer Nähe und sah nach eigenen Angaben, wie die Frau hinfiel. Sie will noch mehr beobachtet haben: nämlich wie der Kampfhund-Mischling, der auf den Namen Sanches hört, die Frau angesprungen sei und diese deshalb das Gleichgewicht auf dem abschüssigen Bürgersteig verloren habe. Das gab sie auch später bei der Polizei zu Protokoll.

Sanches ist kein unbeschriebenes Blatt. Staatsanwalt Länge berichtete von diversen Zwischenfällen in Leipzig, bei denen der Mischling einen Mann in den Arm und eine Frau in die rechte Brust gebissen haben soll. Woraufhin das Ordnungsamt der Messestadt die Gefährlichkeit des Hundes festlegte.

Ralf P. sagte, dass er an jenem Julimorgen die Hunde ausgeführt hatte. Darunter Sanches, der ihm einmal gehörte, inzwischen aber den Besitzer gewechselt hatte und an diesem Tag nur zur Pflege bei ihm war. „Ich hatte die Hunde aber so kurz an der Leine, dass sie nicht springen konnten. Ich habe die Frau nicht gesehen. Und als sie fragte, ob sie vorbei kann, bellte der Hund. Die Frau war offenbar erschrocken und fiel hin“, schilderte der Angeklagte. Die junge Frau, die mit Ralf P. auf dem Gehweg schwatzte, bestätigte das so als Zeugin. Die Geschädigte selbst konnte nicht vor Gericht aussagen, weil sie an Demenz leidet und jetzt in einem Heim leb. Doch die Tochter erklärte schriftlich, dass ihre Mutter keinerlei Verletzungen von dem Hund davongetragen hatte und das die alte Frau stürzte, weil sie erschrocken war.

Zeugin Petra W. machte zudem widersprüchliche Aussagen darüber, ob der Hund einen Maulkorb trug oder nicht. Sie konnte auch nicht richtig einschätzen, in welcher Entfernung von ihr sich der Zwischenfall zugetragen hatte. Für Staatsanwalt Länge war somit nicht nachgewiesen, dass der Hund die Frau angesprungen hatte und beantragte Freispruch für Ralf P. Richter René Stitterich folgte diesem Antrag: „Die Aussagen der Zeugin sind nicht geeignet, den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung zu bestätigen. Es gibt keine hieb- und stichfesten Beweise, dass der Hund die Frau angesprungen ist.“

Von Olaf Büchel

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