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Döbeln Kantor Röder spielt über 400 Jahre alte Musik von Melchior Vulpius ein – CD erscheint im Januar
Region Döbeln Kantor Röder spielt über 400 Jahre alte Musik von Melchior Vulpius ein – CD erscheint im Januar
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10:00 18.12.2015
Etliche historische Schriften lagern im Waldheimer Kantorei-Archiv, wie Kantor René-Michael Röder bei einem Rundgang zeigt. Quelle: Archiv
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Waldheim

Einen über 400 Jahre alten Notenschatz hat Kantor René Michael Röder mit der Capella Deleminzia, dem Vocalkonsort und der Singschule Waldheim wieder zum Klingen gebracht. Ende Januar soll der gesamte erste Teil der „Cantiones Sacrae“ – auf deutsch: „Geistliche Musik“ – nun auf CD erscheinen. Melchior Vulpius hatte der Kantorei einst diese Musik hinterlassen. Und die Aufnahmen dieser Einspielungen gibt es demnächst komplett auf CD. Dank vieler Spender kam genug Geld rein, um dieses einzigartige Projekt abschließen zu können. Einzigartig deshalb, weil sich ausschließlich Notenkundige bisher eine Vorstellung vom Werk des damaligen Stars der Kirchenmusik Melchior Vulpius machen konnten. Zu hören gab es nichts.

Tonmeister macht den Feinschnitt

„Jetzt gehen die Korrekturlisten zum Tonmeister“, sagt René Michael Röder. Er hat sich die Aufnahmen genau angehört und Stellen markiert, an denen der Tonmeister nachbessern muss. „Feinschnitt“ heißt dieser Arbeitsgang vor dem Pressen der CD. Von den einzelnen Stücken gibt es nämlich mehrere Aufnahmen. Wenn ein Abschnitt nicht richtig klingt, fügt der Tonmeister einfach eine Sequenz aus einer besseren Aufnahme ein. Es war viel Arbeit für die Musiker und Sänger, die Vulpius-Musik einzuspielen. Sieben Tage lang waren sie in der Kirche Grünlichtenberg damit beschäftigt. „Das war das beste Tonstudio, das wir kriegen konnten“, sagt Kantor Röder. Er lobt die hervorragende Akustik des Gotteshauses im Kriebsteiner Ortsteil. „Sie hat einen bezaubernden Hall.“ Im kommenden Jahr will René Michael Röder das nächste Vulpius-Projekt in Angriff nehmen und den zweiten Teil der „Geistlichen Musik“ aus der Feder Melchior Vulpius in Angriff nehmen.

Krönender Abschluss der mitteldeutschen Renaissance-Musik

Mit 25 Talern fing vor reichlich 400 Jahren alles an: Der sächsische Kurfürst Christian II schenkte sie der Stadt, nachdem sie den Kurfürsten bei einem Besuch in Waldheim musikalisch ordentlich hatte unterhalten lassen. Die Stadt investierte das Geld in Noten, kaufte die Musik von Melchior Vulpius, ein in Weimar tätiger Kantor, Komponist und Lateinlehrer. „Vulpius Werk ist der krönende Abschluss der Renaissance-Musik in Mitteldeutschland“, hebt Kantor Röder den Stellenwert des Musikers hervor, dessen Noten lange Zeit ungespielt im Waldheimer Kantoreiarchiv schlummerte, bis sie Kantor Röder wieder zu musikalischem Leben erweckte.

Von Dirk Wurzel

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