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Kanusport: Sächsische Jugend-Landesauswahl trainiert an der Bischofswiese

Kanusport: Sächsische Jugend-Landesauswahl trainiert an der Bischofswiese

Es ist still am Kanuheim Bischofswiese, sommerliche Hitze liegt schon am Vormittag schwer über Wiese und Fluss. Dass hier gerade knapp 50 Kinder und Jugendliche zu Gast sind, davon zeugen lediglich die vielen bunten Zelte, die neben dem Kanuheim aufgebaut sind.

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Ihre Boote haben sie mitgebracht, alles andere haben Sachsenauswahl und Nachwuchs-Kanuten des KC Dresden für ihr Trainingslager vor Ort. Das Kanuheim Bischofswiese bietet dafür optimale Bedingungen.

Quelle: ME

Westewitz. Kurz vor halb Elf dann Stimmengewirr - die Mulde spuckt Boote aus und mit ihnen jede Menge Kanuten, die jetzt eine kurze Pause genießen. Zehn Tage lang haben sich die Jugend-Sachsenauswahl und Vereinssportler des KC Dresden in der Idylle des Muldentals eingenistet, um hier ihr Trainingslager in Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften Mitte August in Brandenburg abzuhalten.

Soweit sich Nils Götzel erinnern kann, ist es das erste Mal, dass Sportler für eine so lange Zeit bei ihm zu Gast sind. Der Pächter der Kanuheim-Kneipe hat momentan voll damit zu tun, die jungen Menschen zu versorgen. Vollpension haben die Dresdner geordert, die zwischen den Mahlzeiten hauptsächlich eines machen: Trainieren. Dafür sind die Bedingungen an der Mulde nämlich optimal. Jens Kühn, Sachsens Kanu-Landestrainer, ist jedenfalls begeistert. Jahrelang ist man nach Brandenburg gefahren, um Trainingslager in Wusterwitz abzuhalten. So komfortabel wie hier sei es dort allerdings nie gewesen. Abgesehen davon, dass sich die Sportler nicht mit Hilfe von vielen Eltern um die Versorgung kümmern müssen, stimmen auch die örtlichen Gegebenheiten. "Die Mulde ist ideal - nur eine leichte Strömung, ruhiges Wasser. Und vor allem kein Schiffsverkehr." Der sei in Dresden immer recht hinderlich, weshalb man für die Trainingslager auch ausweichen muss. "Und wir haben hier eine abgemessene Regattastrecke - perfekt."

Nicht ganz so perfekt ist das Wetter. Trotz Sonnenschein. Die hohen Temperaturen sind auch für Wassersportler grenzwertig. "Wir sind deshalb auch verstärkt Mannschaftsboote gefahren, damit das Spritzwasser für Abkühlung sorgt." Denn gesonnt wird sich hier wahrlich nicht. Morgens um Acht wird zum Frühstück geblasen, eine Stunde später steht die erste Einheit auf dem Programm. "Das ist meist Grundlagen-Ausdauer", erzählt Karl Weise. Der 18-jährige Dresdner ist gerade erst in Portugal Europameister im K4 über 1000 Meter geworden und Vierter im Einer. Als Mitglied der Juniorennationalmannschaft gehört Karl natürlich auch in die Sachsenauswahl.

Genauso wie Max Ballaman. Der 15-Jährige ist ein Eigengewächs und noch immer Mitglied des gastgebenden ESV Lok Döbeln. Seit zwei Jahren besucht er in Dresden die Sportschule und trainiert beim KC. Für die Deutschen Meisterschaften hat er sich in vier Disziplinen qualifiziert, geht im Einer über 200 und 1000 Meter an den Start, im K2 über 5000 und im ersten Sachsen-Vierer über 500 Meter. Eine Medaille soll bei Letzterem herausspringen. Im Einer will er es unbedingt in den Endlauf schaffen.

Dafür wird jetzt noch einmal ordentlich trainiert. In der Einheit ab 11 Uhr werden Strecken gefahren - 200 bis 1000 Meter. Jens Kühn begleitet dabei seine Schützlinge im Motorboot des ESV und treibt sie per Megafon an. Vor dem Mittag ist auch die Zeit, in der die Mannschaftsboote getestet werden. Nach dem Essen ist Ruhe angesagt, bevor es um Drei wieder ins Streckentraining geht, dann mit höherer Belastung. Die vierte und letzte Einheit des Trainingstages ist der Ausdauer vorbehalten.

Die legen die jungen Leute übrigens auch bei ihrer Abendgestaltung an den Tag, wenn sich die Bootshalle in eine Computerspiel-Höhle verwandelt. Doch spätestens 22 Uhr ist Schluss, dann ist nämlich Nachtruhe. Die halten alle ein, auch Paul Bohlmann, der genauso wie Max Ballaman hier Heimvorteil genießt. Der 14-Jährige Döbelner ist zwar noch kein Mitglied der Sachsenauswahl. Aber er besucht seit einem Jahr die Sportschule in Dresden und trainiert ebenfalls beim KC. Er hat noch Zeit, sich für eine Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren - Paul paddelt erst seit zwei Jahren.

Für Landestrainer Kühn steht jetzt schon fest, dass er wieder an der Trainingsstätte der Döbelner Lok-Kanuten mit seinen Schützlingen zu Gast sein wird. "Wir planen schon für das nächste Jahr. Und wenn wir dürfen, kommen wir wieder", sagt er und lacht.

Kommen dürfen übrigens auch Wassersport-Interessenten aus hiesigen Landen ins Kanuheim. In der letzten Ferienwoche halten die Lok-Sportler hier ihr Trainingslager ab und während dieser Zeit können potenzielle neue Vereinsmitglieder gern zum Schnuppern vorbeischauen. M. Engelmann

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