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Karatekämpfer in Hartha: Ganz entspannt auf die Matte geworfen

Karatekämpfer in Hartha: Ganz entspannt auf die Matte geworfen

Einige Mitglieder der Gruppe "Seibukan Karate Dojo Hartha" könnten auf der Arbeit heute noch mit etwas schweren Knochen zu kämpfen haben.

Hartha.

 

 

 

 

Jamal Measara und P.K. Ratnapala sind in die sächsische Provinz gekommen, um den Harthaer Mitgliedern Kniffe und Tricks der Stilrichtung "Shorin-Ryu Seibukan Karate" näherzubringen. Bereits am Vormittag kommen die Kleinen der Karate-Gruppierung in den Genuss, mit den international erfahrenen Lehrmeistern zu trainieren. Nach dem Mittag sind dann die Älteren dran.

Sensei Ratnapala bittet nach dem Mittag zu einer Yoga-Einheit. Er hat den sechsten von zehn möglichen Schwarzgurten (Dan) im Karate, ist Cheftrainer in Indien und auch Yoga-Lehrer. Es kehrt schon fast gespenstische Ruhe in der Arena ein, als er die rund 50 Mitglieder vor sich versammelt. Sensei Ratnapala dirigiert in Englisch, seine Aufforderungen werden vom anderen Gasttrainer übersetzt. Es wird viel mit den Beinen im Liegen gearbeitet, die Hüften sollen dabei allerdings immer auf dem Hallenboden bleiben. Bei einer weiteren Übung müssen sich die Teilnehmer fast in Liegestütz-Stellung begeben, lauern vor dem indischen Cheftrainer wie Raubkatzen, sollen sich dann zentimeterweise fortbewegen. Klappt bei dem einen besser als bei dem anderen. Anschließend bringt Sensei Ratnapala den Mitgliedern noch eine Atemtechnik durch jeweils ein Nasenloch bei. "Das ist eine Übung, um die beiden Gehirnhälften unterschiedlich anzusprechen", begründet er die Übung.

Danach geht es in eine Pause. Der Leiter der Harthaer Karate-Hochburg strahlt über das ganze Gesicht. "Das ist schon anspruchsvoll hier. Aber jede Woche haben wir solche erfahrenen Trainer nicht bei uns", gibt Daniel Herzog zu. Er ist seit 2007 Leiter des "Seibukan Karate Dojo Hartha". "Bis 1999 waren wir sogar ein Verein. Nachdem allerdings die Mitgliederzahlen um über 30 Prozent geschrumpft waren, löste sich dieser auf. Gegründet wurde der Verein 1992, darum feiern wir heute unser 20-Jähriges."

In den 20 Jahren haben die Sympathisanten der japanischen Selbstverteidigung allerhand erlebt. "Höhepunkte waren mit Sicherheit unsere alljährlichen Sommerlager, die oft gelobt wurden. 1996/1997 hatten wir sogar die Sachsenmeisterschaft in Hartha", erinnert sich Daniel Herzog.

Uwe Girbig weiß noch mehr zu erzählen. "Wir haben nicht nur heute international bekannte Trainer hier. Wir durften schon oft welche begrüßen und kennenlernen", sagt er. Der 52-Jährige ist selbst seit der Vereinsgründung 1992 dabei, hat also alle Höhen und Tiefen miterlebt. Diese Höhen und Tiefen dokumentierte er am Abend dann mittels einer historischen Präsentation bei der Gala im Flemminger Hof.

Tief runter geht es für Uwe Girbig bereits nach dem Mittag. Denn die Trainingseinheit mit Jamal Measara wird intensiv. Der Cheftrainer für Europa und Deutschland demonstriert spielerisch wie auch faszinierend den Unterschied zwischen ihm und den Harthaern: Uwe Girbig und ein weiteres Mitglied ziehen mit vollem Krafteinsatz am Unterarm des 60-Jährigen. Sensei Measara ist allerdings ganz entspannt. Er dreht seinen Ellbogen über die Schulter und seine zwei Widersacher liegen prompt auf dem Boden. "Kraft ist nicht alles. Wer geschickt sein Gleichgewicht hält und dabei den Gegner studiert, der kann ihn dann ganz schnell zu Boden befördern", erklärt der Sensei Measara, der bereits seit über 25 Jahren im bayrischen Kelheim lebt und Daniel Herzog schon lange kennt. Robin Seidler

 

Daniel Herzog ist 26 Jahre jung und trotzdem schon seit seinem zehnten Lebensjahr beim Karate in Hartha dabei.

Er kam durch einen Freund 1996 zu dieser traditionellen Sportart aus Fernost.

Als Jugendlicher erlebte er die Vereinsauflösung 1999 mit, blieb anschließend dem Karatesport in der Region Döbeln treu.

Seit 2007 leitet er die Gruppe der Harthaer Karateka.

Er ist in Besitz des zweiten Schwarzgurtes (Dan) und kennt Jamal Measara, der Trainer für alle Europäer ist, schon seit Jahren.

Daniel Herzog gehört zu den Auserwählten, die im Oktober auf die japanische Insel Okinawa fliegen und dort Deutschland beim 50-jährigen Internationalen Stiljubiläum vertreten.rose

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