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Döbeln Kartenschatz im Döbelner Archivkeller
Region Döbeln Kartenschatz im Döbelner Archivkeller
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23:00 18.10.2012
In 80 Schränken sind die historischen Karten des Altkatasters in Döbeln untergebracht, über die Referatsleiterin Perid Lindner-Klein verfügen kann. Quelle: W. Sens

Noch heute ist das Altkataster die Grundlage für die Arbeit im Referat Vermessung und Gutachterstelle des Landratsamtes. Zu verdanken sind die wichtigen historischen Dokumente dem Ziel des Königreiches Sachsen, ein einheitliches Grundsteuersystem zu schaffen. Dafür wurde 1834 beschlossen, die Flurgrenzen zu vermessen und jedes einzelne Grundstück abzumarken sowie mit Grenzsteinen zu versehen. In den späteren Jahrzehnten gab es genauere Neuvermessungen in den Städten, die ursprünglich vernachlässigt worden waren. "Im Landkreis Mittelsachsen gibt es keine weißen Flecken", kann Referatsleiterin Perid Lindner-Klein heute bezüglich des Kartenwerkes bescheinigen.

Seit 1835 ist das Kataster lückenlos nachvollziehbar. Es liegt in Form von 1200 laufenden Metern Katasterunterlagen - vor allem Flur- und Besitzstandsbücher - sowie tausenden Karten, die in 80 Schränken untergebracht sind, vor. Es handelt sich dabei um die Dokumente aus allen drei Altkreisen Mittelsachsens, denn das Kataster wurde gemeinsam mit dem genannten Referat fast genau vor einem Jahr in der Straße des Friedens 9a in Döbeln zentralisiert. Das heißt, aus den vormals zwei vorhandenen Kataster-Standorten Rochlitz und Mittweida wurde einer in Döbeln gemacht. "Die Unterlagen mussten mit Lastkraftwagen hierher gebracht werden. Dann galt es, alles ordnungsgemäß zu archivieren. Eine gewaltige Aufgabe", schildert Lindner-Klein. Dass das Kataster jetzt zentral untergebracht ist, sei für die Behörde ein großer Vorteil. Die Mitarbeiter des Referates, insgesamt sind es 44, könnten so schnell und problemlos auf die alten Dokumente zugreifen.

Genutzt wird das historische Grundstücksverzeichnis, um Flurstücksnummern herauszufinden, wenn es zum Beispiel um alte Brunnen- oder Wegerechte geht. Auch wenn geprüft werden muss, ob bei Grundstücksverkäufen noch Ansprüche von Alteigentümern bestehen könnten, wird auf das Altkataster zurückgegriffen. Immer wieder kommen auch Heimatforscher, Ortschronisten und Ahnenforscher, die wissen wollen, wem dieses oder jenes Grundstück vor anderthalb Jahrhunderten gehört hat. Im Kellerarchiv wird man fündig. Insgesamt gibt es jährlich etwa 4800 Anträge auf Übermittlung von Daten aus dem aktuellen Liegenschaftskataster, das seit acht Jahren vollständig digitalisiert zur Verfügung steht. Aber in 100 Fällen davon muss das Altkataster bemüht werden.

Früher wurden die Unterlagen nicht immer sachgemäß gelagert. "Hier in Döbeln haben wir sehr gute Archivbedingungen. Es gibt sogar Luftfeuchtigkeitsmesser. Die alten Dokumente fühlen sich jetzt wohl", erklärt Monika Ruschke von der Geschäftsstelle Vermessung.

Um die Arbeit weiter zu vereinfachen, werden auch die historischen Karten in eine digitale Form überführt. Schon 70 Prozent des Bestandes sind so erfasst. Natürlich ist es bequem, wenn die Mitarbeiter nicht mehr in den Keller müssen und die gewünschte Karte mit einem Klick am Bildschirm öffnen können. "Trotzdem ist es oft besser, wenn die Originalkarte in ihrer ganzen Größe vor einem auf dem Tisch liegt", sagt Perid Lindner-Klein und fügt hinzu: "Wir hoffen, dass uns dieser Schatz noch recht lange zur Verfügung steht." Olaf Büchel

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