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Kegler des Döbelner SC hoffen auf Mietvertrag und Fördermittel für Sanierung ihrer Spielstätte

Kegler des Döbelner SC hoffen auf Mietvertrag und Fördermittel für Sanierung ihrer Spielstätte

Steht der aktive Kegelsport in Döbeln vor dem Aus? Das zumindest befürchtet Klaus Vofrei, einer der Senioren, die seit Jahrzehnten für Vereine der Muldestadt "eine ruhige Kugel schieben".

Döbeln.

 

 

 

 

Und das - wie sollte es auch anders sein - ist eine Frage des Geldes. Geld, das Heiko Schmieder, früher auch Kegelsportler und seit 2003 Eigentümer der Anlage nicht ausgeben möchte. Die Vereine, die die Spielstätte bislang per Nutzungsvertrag zum Training und für ihre Punktspiele nutzen, sind finanziell dazu auch nicht in der Lage gewesen. Am 31. Dezember läuft der aktuelle Nutzungsvertrag aus. Wie es danach weitergehen soll? Darüber hat sich unter anderem Heiner Hellfritzsch Gedanken gemacht. Der Präsident des Döbelner SC, zu dem die ehemaligen KSV-Kegler seit August dieses Jahres gehören, hat ein Konzept in der Tasche, das dem aktiven Kegelsport in der Muldestadt eine Perspektive gibt. Vorgesehen ist ein über zehn Jahre dauernder Mietvertrag zwischen Döbelner SC und Kegelbahn-Besitzer, der den Verein in die Lage versetzt, Fördermittel zu beantragen. "Das können wir nur, wenn uns als Verein ein Objekt gehört oder aber es einen entsprechend langen Mietvertrag gibt", erklärt Heiner Hellfritzsch. Denn die Summe, von der bei der erforderlichen Investition gesprochen wird, liegt zwischen 6000 und 8000 Euro. Und das sind Gelder, die auch der Döbelner SC ohne Förderung keinesfalls stemmen kann.

Die drohenden Probleme im Zusammenhang mit der Döbelner Vierbahnanlage, die Voraussetzung für den Punktspielbetrieb im höherklassigen Bereich ist, waren der Hauptgrund, warum die Kegler des KSV 90 Döbeln ihren eigenen Verein im Sommer aufgaben und sich unter das Dach des Döbelner SC begeben haben. "Für uns war damit die Hoffnung auf mehr Rückhalt verbunden", begründet Henry Knospe den Wechsel in den derzeit größten Sportverein des Landkreises Mittelsachsen. Und den haben die Kegler jetzt offenbar. Knospe, der früher Vereinschef und jetzt Abteilungsleiter der Kegler ist, bestätigt Klaus Vofreis Befürchtungen grundsätzlich. "Auf der Anlage sind in absehbarer Zeit größere Reparaturen nötig, die wir als kleiner Kegelsportverein finanziell nie hätten stemmen können." Da der Eigentümer nicht zu Investitionen gezwungen werden kann, musste eine andere Lösung gefunden werden, damit in Döbeln auch in Zukunft auf hohem Niveau Kugeln geschoben werden können. Drei Herren- und eine Seniorenmannschaft sowie ein gemischtes Team kegeln seit August unter dem Dach des Döbelner SC. "Wir sind angekommen und gut aufgenommen worden im Verein", ist Knospe froh. Er selbst kegelt seit 30 Jahren, ging damals mit einem Schulfreund und Nachbarn zum Training und ist dabei geblieben. Henry Knospe wünscht sich, dass sein Sport das negative Image des Kneipen- und Seniorensports ablegen könnte, um auch für jüngere Leute wieder attraktiver zu werden. Denn Nachwuchs ist das zweite ganz große Thema, das die Döbelner Kegler umtreibt. Im kommenden Jahr, so Knospe, wolle man unbedingt aktiv werden auf diesem Gebiet.

Gerade einmal fünf unter 18-Jährige gehören noch zu den DSC-Keglern. "Das reicht nicht für einen Punktspielbetrieb, wobei ein solcher bei uns im Kreis sowieso schwierig wäre." Doch auch in den Herrenmannschaften ist der Altersdurchschnitt vergleichsweise hoch. "Selbst in der ersten Mannschaft sind sieben Spieler bereits über 40 Jahre alt." Insgesamt liege der Altersdurchschnitt in der Abteilung bei etwa 55 Jahren. "Unser ältester Kegler ist immerhin schon über 80." Das an sich ist ja nicht schlimm, doch wenn keine jüngeren Spieler nachrücken, dezimieren sich die Punktspielteams in nicht allzu ferner Zukunft immer weiter. Also will der Verein die Nachwuchsarbeit intensivieren, denkt über die Idee des Ganztangsangebotes nach. Offene Schul- und Stadtmeisterschaften sollen auch wieder aufs Tapet gerückt werden. Dass sportliche Erfolge möglich sind, wenn man Nachwuchsarbeit intensiv betreibt, so Henry Knospe, zeige das Beispiel Fraureuth bei Zwickau. "Die haben in den letzten zwei Jahren zwei Juniorenweltmeister hervorgebracht."

Doch bevor Döbelns Kegler ihre Nachwuchsbemühungen intensivieren, muss die Anlage auf Vordermann gebracht werden. Sonst gibt es im Juni 2013 keine Abnahme der Bahn für den Punktspielbetrieb. Heiner Hellfritzsch hofft, dass die Vertragsverhandlungen erfolgreich verlaufen, schließlich wolle man eine "große Lösung" für das Problem. Kommt ein entsprechender Mietvertrag zustande, ist der DSC dann auch Ansprechpartner für alle anderen Kegler, die Interesse haben, die Bahn zu nutzen. Manuela Engelmann

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