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Döbeln Gymnasien der Region Döbeln vertrauen auf Elternentscheidung
Region Döbeln Gymnasien der Region Döbeln vertrauen auf Elternentscheidung
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00:18 22.01.2017
Die Harthaer Pestalozzi-Oberschule beschnupperten in den vergangenen drei Tagen die Viertklässler aus Hartha, Gersdorf, Geringswalde und Technitz. Quelle: Sven Bartsch
Region Döbeln

Droht d

Michael Höhme Schulleiter am Lessing-Gymnasium Döbeln, sieht das ganz entspannt. Er rechnet nicht mit einem Ansturm von Eltern, welche ohne entsprechende Bildungsempfehlung ihr Kind am Gymnasium anmelden. „Auf die Bildungsempfehlungen der Grundschulen ist Verlass. Auch Eltern sind in der Frage realistisch und schätzen ihre Kinder richtig ein“, schildert der Schulleiter seine Erfahrungen. Das Döbelner Gymnasium lädt am 4. März zum Tag der offenen Tür ein. An diesem Tag und an den Tagen davor und danach können die künftigen Fünftklässler angemeldet werden. Kinder, die trotz anderslautender Bildungsempfehlung ans Gymnasium gehen sollen, müssen am 9. März, um 9.30 Uhr, einen Test in Mathe, Deutsch und Sachkunde am Gymnasium schreiben. Mit dem Testergebnis gibt es für die Eltern ein verpflichtendes Beratungsgespräch beim Schulleiter. Dann können die Eltern immer noch entscheiden“, so Michael Höhme. Er rechnet mit 80 bis 100 neuen Fünftklässlern, die für das Schuljahr 2017/18 am Döbelner Gymnasium angemeldet werden. Die Zahl hängt von den Bildungsempfehlungen der Grundschulen in Döbeln und Umgebung ab. In Mathe, Deutsch und Sachkunde sollten die Kinder nicht schlechter als 2,0 stehen.

Schülerzahlen an den Gymnasien der Region Döbeln

Gymnasium Hartha: 89; Gymnasium, Döbeln: 97

Gymnasium Hartha: 91; Gymnasium, Döbeln: 140

Gymnasium Hartha: 83; Gymnasium Döbeln: 92

Gymnasium Hartha: 64; Gymnasium Döbeln: 80

Gymnasium Hartha: 68; Gymnasium Döbeln: 97

Gymnasium Hartha: 71; Gymnasium Döbeln: 89

Mit der Frage, welche Schule sie ab August besuchen, beschäftigen sich die derzeitigen Viertklässler der Region und deren Eltern schon in diesen Tagen. Um ihnen die Entscheidung zu erleichtern laden die Oberschulen und Gymnasien im Altkreis Döbeln zum Tag der offenen Tür ein. So etwa am kommenden Sonnabend, 29. Januar, von 9 bis 12 Uhr, die Oberschule Am Holländer in Döbeln. Die Pestalozzi-Oberschule in Hartha lud in den vergangenen drei Tagen zum SchulTestival. Viertklässler aus Hartha, Gersdorf, Technitz und Geringswalde schauten sich um und bekamen einen ersten Einblick in neue Unterrichtsfächer. Biologie stand beispielsweise auf dem Plan. Auch am Lessing-Gymnasium waren an den letzten beiden Freitagen, die künftigen Fünftklässler zum Schnuppern eingeladen. Bis zu 60 Mädchen und Jungen waren da. Wie wichtig es ist, die künftigen Schüler für sich zu gewinnen, ist den Oberschulen und Gymnasien bewusst. Die Schulen zu öffnen und sich vorzustellen, ist eine gute Entscheidungshilfe.

Auch Lothar Weisheit, Schulleiter am Martin-Luther-Gymnasium in Hartha, bleibt nach dem Bautzener Urteil vom Herbst entspannt. „Die meisten Eltern haben Vertrauen in ihre Grundschulen und bauen darauf, dass mit der Bildungsempfehlung die richtige Entscheidung getroffen wird“, sagt er. In der Vergangenheit gab es aber immer mal wieder Eltern, die die Bildungsempfehlung nicht akzeptiert haben. Lothar Weisheit rechnet mit unerheblich größerem Zulauf auf das Harthaer Gymnasium. „Vielleicht sind es nach der fünften oder sechsten Klasse ein paar mehr Schüler, denn die Regelungen zum Wechsel sind ja auch vereinfacht worden.“ Sollte es wider Erwarten doch zum großen Ansturm kommen, sieht sich der Schulleiter gewappnet. „Das ist alles machbar. Wir sind personell gerüstet, räumlich sowieso.“ Seit Jahren fährt das Harthaer Gymnasium dreizügig, bisweilen auch schon vierzügig. Auch wenn durch die neue Gesetzeslage ein wenig Unruhe beim Lehrerkollegium und der Elternschaft aufkam, für Lothar Weisheit steht fest: „Es gibt klare Regeln. Ich mache mir da keine Sorgen.“

Ähnlich entspannt sieht auch Simone Berger die Lage. Sie ist Biologie- und Englischlehrerin an der Harthaer Pestalozzi-Oberschule und weiß um die Qualität ihrer Schule. „Dass jetzt plötzlich alle aufs Gymnasium wollen, halte ich für unwahrscheinlich. Es kam in der Vergangenheit auch schon vor, dass Bildungsempfehlungen für das Gymnasium ausgeschlagen wurden.“ Mittlerweile sei es nicht untypisch, sein Kind an einer Oberschule anzumelden, obwohl der Abiturwunsch besteht. Den könne man anschließend nachholen. „Der Weg zum Abitur ist mit dem Besuch der Oberschule nicht verbaut. Hier können Schüler länger Kind sein und das ist vielen Eltern wichtig“, so Simone Berger. Der Druck sei nicht so hoch wie am Gymnasium. Die Lehrerin ist froh, dass sich die Oberschulen nicht mehr verstecken müssen. „Wir haben ein vielseitiges Angebot, um die Selbstständigkeit der Schüler zu fördern.“

Von Stephanie Helm und Thomas Sparrer

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