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Keine Chance für Gewalt: Prävention am Harthaer Gymnasium

Schüler unterrichten Schüler Keine Chance für Gewalt: Prävention am Harthaer Gymnasium

Aktiv werden bevor etwas passiert: Eine langjährige Tradition hat ein Projekt zur Gewaltprävention am Harthaer Martin-Luther-Gymnasium. Zehntklässler unterrichten dabei jüngere Schüler und kommen mit ihnen ins Gespräch darüber, wie Gewalt entsteht und was jeder einzelne dagegen tun kann. Videos und Rollenspiele helfen dem Verständnis.

Damit es erst gar nicht zur Gewalt kommt, veranstaltet das Martin-Luther-Gymnasium in Hartha seit vielen Jahren Gewaltpräventionsprojekte.

Quelle: Sven Bartsch

Hartha. Vorsorge statt Nachsorge: Seit mehr als fünf Jahren hat das Martin-Luther-Gymnasium in Hartha ein Auge darauf, dass Gewalt erst gar keine Chance hat, sich an der Schule zu etablieren. Dafür gibt es ein Gewaltpräventionsprojekt, dass sich an die fünften Klassen des Gymnasiums richtet. Das besondere daran: Die Thematik bekommen sie von Schülern näher gebracht. „Die Zehntklässler haben sich im Vorfeld mit dem Thema befasst und verschiedene Bereiche ausgearbeitet“, erklärt Ethik-Lehrerin Christine Riedel, die das Projekt gemeinsam mit ihren Kollegen Dr. Henry Herold und Marion Franzelt betreut.

Erfahrungsaustausch zwischen Schülern

Schlimme Gewalt gibt es am Harthaer Gymnasium nicht. Schubsereien an der Bushaltestelle oder bei der Essensausgabe schon. Die Zehntklässler haben auch schon Mobbing in ihrer Klassenstufe bemerkt. Damit Schüler für die Thematik sensibilisiert werden, gibt es dieses Präventionsprojekt. Insgesamt zwölf Stationen gibt es, jeder Schüler durchläuft sechs davon. Gewalt in Familien, im Freundeskreis, im Alltag oder auch in den Medien sind Bereiche, die beleuchtet werden. Dazu arbeiteten die Zehntklässler eine Art Unterricht aus, denn für jede Schülergruppe hatten sie 25 Minuten an ihrer Station Zeit. Laura-Lysett Reichert, Theresa Pönitz, Saskia Kriegel und Yasemin Kaynak betreuten die Station „Gewalt im Freundeskreis“. Dort erarbeiteten sie gemeinsam mit den Schülern eine Mind-Map – eine Auflistung aller wichtigen Fakten auf Papier. „Wir fragen die Schüler nach ihren Erfahrungen und lassen so eine Diskussion entstehen“, erklärt Laura-Lysett Reichert. Mit Bildmaterial und Gedankenanstößen wollen sie die Blicke der jüngeren Schüler schärfen. Im besten Fall können sie zukünftig einschreiten, wenn ihnen eine Art der Gewalt in ihrem Umfeld auffällt.

Auswertung im Ethik-Unterricht

Ethik-Lehrerin Christine Riedel ist begeistert von der Arbeit ihrer Zehntklässler. „Die machen das wirklich toll, ich muss mich vor ihnen verneigen“, sagte sie stolz. Die Idee zum Gewaltpräventionsprojekt kam von Schülern selbst. Dass die Thematik von Schülern für Schüler beleuchtet wird, hilft. „Manche haben sich richtig was einfallen lassen und Fotos oder Videos in ihren Unterricht eingebaut“, weiß Christine Riedel. Und auch für die lehrenden Schüler ist das Projekt eine Bereicherung. „Ich habe bei dem ein oder anderen schon angemerkt, dass er über den Lehrerberuf nachdenken sollte“, erklärt die Ethik-Lehrerin.

Das Ziel des Projektes ist eindeutig: Verständnis füreinander schaffen und respektvoll miteinander umgehen. Die Botschaft ist angekommen, und jeder einzelne nimmt irgendetwas für sich mit. Anschließend wird ausgewertet. Das passiert dann wieder im gewöhnlichen Ethik-Unterricht. „Meine Schüler sind da sehr ehrlich zu mir und sagen, was ihnen gefallen hat und was eben nicht“, sagt Christine Riedel, die nebenbei auch als Vertrauenslehrerin agiert.

Von Stephanie Helm

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