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Döbeln Keiner will mehr Schiri werden
Region Döbeln Keiner will mehr Schiri werden
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20:46 12.12.2012
Region Döbeln

"Dass der eine oder andere angehende Schiedsrichter nach erfolgreich absolvierter Ausbildung das Handtuch wirft, ist ein normaler Umstand, dass dies aber, wie in diesem Jahr geschehen, ein Drittel tut, muss uns zu denken geben", beschreibt Schiedsrichterobmann Rainer Kießling die Situation. Habe man in normalen Jahren um die 50 Bewerber gehabt, so seien es im Vorjahr noch 36 gewesen, und für den nächsten im Januar beginnenden Lehrgang ließe sich die Zahl aktuell an einer Hand abzählen. Dies habe auch und vor allem mit der gestiegenen Bereitschaft zu tun, Konflikte handgreiflich lösen zu wollen. "Dies gilt sowohl für das Publikum wie auch die Spieler", so Kießling, der ankündigt, dass man diese Tendenzen "massiv bekämpfen" wolle. "Zwischen April und Oktober haben wir eine solch große Zahl von untolerierbaren Übergriffen auf Schieds- und Linienrichter zu verzeichnen gehabt, dass sich alle Verantwortlichen schnell ihrer Verantwortung bewusst werden sollten." Dabei seien vor allem die Vereine gefordert, die zum einen mit ihren Ordnungskräften einen reibungslosen Ablauf der Spiele gewährleisten und zum anderen Spieler mit einem bekannten Aggressionspotenzial in die Schranken weisen müssten. "Wir wollen alles in unserer Macht stehende tun, um zu vermeiden, dass wir irgendwann auf unseren Spielplätzen Berliner Verhältnisse haben und Schiedsrichter nurmehr unter Polizeischutz Spiele pfeifen können", so Kießling, der gegenüber den Führungsetagen der Vereine anmahnt, ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden. "Den Spielern muss klar gemacht werden, dass wir Amateursport betreiben, zu dem nicht nur Siege, sondern eben auch Niederlagen gehören."

Ein Fakt, den sich laut dem Grimmaer Ex-FIFA-Referee Harald Sather auch das Publikum vor Augen halten sollte. "Auch wenn in unseren Breiten die Situation noch nicht ganz so prekär wie im Nachbarland ist, so ist doch die Hemmschwelle von Fans wie von Eltern und anderen Angehörigen von Nachwuchsspielern, Schieds- und Linienrichter verbal auf das Übelste zu beschimpfen, deutlich gesunken", so der Präsident des Fußballverbandes Muldental/Leipziger Land und Schiedsrichterobmann des sächsischen Fußballverbandes. Hinsichtlich der Aggressivität der Spieler seien die Trainer in der Pflicht, mäßigend einzuwirken, wenngleich dies nicht immer einfach sei. "Manch ein Spieler legt einen Hebel um, wenn er aufläuft", so Sather, zu dessen aktiven Zeiten körperliche Übergriffe auf Schiedsrichter nahezu undenkbar waren. "Ein Becher mit Bier, der mir einmal in Dortmund nachgeworfen wurde, war das Höchste der Gefühle." Roger Dietze

Verband sucht händeringend Unparteiische

Muldental (ME). "Ohne Schiedsrichter gibt es keine Fußballspiele", sagt Rainer Hepner. In seiner Funktion als Schiedsrichteransetzer des Fußballverbandes Muldental/Leipziger Land bekommt er die Auswirkungen des Rückgangs der verfügbaren Unparteiischen unmittelbar zu spüren.

"Wir brauchen aktuell dringend noch Schiedsrichter, um alle Spiele im neuen Großkreis auch im Nachwuchs besetzen zu können." Auch wenn zurzeit die Medien voll mit nicht so positiven Nachrichten über Schiedsrichter seien, "werden diese doch auch in absehbarer Zeit benötigt." Fußball könne immer gespielt werden, sagt Hepner, auch wenn mal zwei Spieler fehlen sollten. "Aber oft ist es ein Problem, wenn kein Schiedsrichter zur Verfügung steht."

Deshalb ruft er auf, sich für das Schiedsrichteramt zu entscheiden. "Auch Fußballer, die nicht mehr aktiv sind, werden bei uns immer willkommen sein." Im Januar wird in Grimma der nächste Schiedsrichterlehrgang durchgeführt, zu diesem kann sich jetzt noch angemeldet werden. Wer Interesse hat: Die Anmeldung geht bitte an die Geschäftsstelle des Fußballverbandes Muldental/Leipziger Land in Grimma (info@fv-muldental.de) oder an folgende Mail-Adresse: sransetzermtlll@gmx.de.

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