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Keller brennt in Bahnhofstraße Döbeln

Keller brennt in Bahnhofstraße Döbeln

Ein heißer Wochenstart für die Döbelner Feuerwehrleute. Kurz vor 9 Uhr werden sie gestern zu einem Kellerbrand in der Bahnhofstraße 30 gerufen.

Döbeln.

 

 

 

 

Susanne Marovigi gehört zu den Mietern, die als erste merken, dass irgendetwas nicht stimmt: "Es hat nach Rauch gestunken und von unten stieg dichter Qualm nach oben." Mit zwei anderen Frauen warnt Marovigi alle fünf Familien des Hauses, die daraufhin zügig ihre Wohnungen verlassen. Es sind acht Kinder im Alter von sieben Monaten bis 13 Jahren darunter. Drei Personen werden einige Zeit später von Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. "Es handelt sich um eine vorbeugende Maßnahme. Einige Kinder wurden durchs Treppenhaus getragen, in dem sich zu dieser Zeit schon Rauch befand. Sie werden sicherheitshalber in der Klinik untersucht", erklärt Polizeioberkommissar Raik Haller.

"Leider haben die Mieter beim Verlassen der Wohnungen falsch reagiert und Fenster und Türen aufgelassen. Die Hausflure und das Treppenhaus wirkten deshalb wie ein Kamin. Der Rauch aus dem Keller ist dadurch bis nach oben gezogen", erklärt der Einsatzleiter und stellvertretende Wehrleiter der Döbelner Feuerwehr, Lutz Hesse.

Ein weiteres Problem gibt es im Umfeld des Brandherdes im Keller - durch das Feuer entsteht eine extreme Hitze. Zudem ist der Keller verwinkelt, so dass sich die Kameraden bei dichtem Rauch erst einmal zurecht finden müssen. "Es werden Temperaturen bis zu 800 Grad gewesen sein. Der erste Wasserstrahl, der in so einer Situation an die Decke gerichtet wird, ist gar nicht angekommen, sondern verdampft", schildert Hesse. Die Blauröcke müssen mit Atemschutzgeräten vorrücken und nutzen zudem eine Wärmebildkamera. Die Einsatzkleidung und die Helme der Kameraden, die nach etwa 20 Minuten wieder nach oben kommen und vom nächsten Trupp abgelöst werden, sind total verrußt.

"Es liegt ja auch alles mögliche Gelumpe im Keller herum, von Autoreifen bis zu Holzbrettern. Total liederlich. Der Vermieter kümmert sich nicht", kritisiert Gudrun Matthes, eine ältere Bewohnerin. Ein anderer Mieter beklagt, dass die Haustür oft nicht geschlossen werde und so auch für Fremde leichter Zugang zu den Kellern bestünde. "Die neuen Räder von den Kindern und unser ganzer Weihnachtsschmuck werden auch hinüber sein", befürchtet Susanne Marovigi. Da der Keller mit dem des Nachbarhauses verbunden ist, verlassen auch noch einige Mieter der Bahnhofstraße 29 ihre Wohnungen.

Nachdem der Brand gelöscht ist, nehmen die Kameraden zwei Windmaschinen in Betrieb, um für Keller und Gebäude eine Zwangsbelüftung zu schaffen. Weil das Haus in den nächsten Stunden nicht betreten werden darf und der Strom zur Sicherheit abgeschaltet wurde, können die Bewohner eine Notunterkunft im Kulturraum des Gerätehauses nutzen. Ein älteres Ehepaar nimmt das Angebot an. "Sollte die Erdgeschosswohnung für längere Zeit unbrauchbar sein, können wir mit einer Gästewohnung helfen", erklärt Steffi Tauber vom Ordnungsamt. Wie sich später herausstellt, ist der Stromverteilerkasten durch das Feuer so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass erst Fachleute ran müssen. Die meisten Bewohner kommen aber vorübergehend bei Angehörigen oder Freunden unter.

Die Bahnhofstraße ist während des Einsatzes gesperrt. Es sind rund 30 Kameraden mit sechs Fahrzeugen vor Ort. Darunter die Feuerwehrleute von Limmritz und Gebersbach, die über die Dachsirenen ihrer Orte alarmiert wurden. Zur Brandursache und zum genauen Ausmaß des erheblichen Sachschadens können Polizei und Feuerwehr noch nichts sagen. Olaf Büchel

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