Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Kellerbrand-Serie von Döbeln-Nord: 70-jährige streitet Tatvorwürfe ab
Region Döbeln Kellerbrand-Serie von Döbeln-Nord: 70-jährige streitet Tatvorwürfe ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Prozessauftakt in Chemnitz: Eine 70-jährige Döbelnerin am Landgericht ist der Brandstiftung mit Todesfolge angeklagt. Quelle: dpa
Anzeige
Döbeln/Chemnitz

Im Prozess um die gelegten Feuer in Döbeln-Nord bestreitet die Angeklagte die Tatvorwürfe. Die Staatsanwaltschaft legt der 70-Jährigen zur Last, 2016 und 2017 mehrfach in den Kellerräumen eines Hauses an der Albert-Schweitzer Straße Brände entfacht zu haben. An den Folgen einer dieser Brände ist eine 85-Jährige gestorben. Darum lautet die Anklage auch auf Brandstiftung mit Todesfolge. Außerdem beschuldigt die Staatsanwaltschaft die Frau, mehrfach bei der Polizei Bedrohungen angezeigt zu haben. Diese seien per handschriftlich verfasster Zettel in dem Haus aufgetaucht, einmal sogar mit dem Messer in die Wohnungstür gespickt. „Die Angeklagte hat die Drohbriefe selbst geschrieben“, sagte Staatsanwalt Sebastian Hertwig am Montag im Landgericht Chemnitz, wo der Prozess gegen die 70-Jährige vor der Schwurgerichtskammer begonnen hat. Außerdem habe die Rentnerin angegeben, dass sie ein unbekannter Mann angegriffen habe. Auch das sei falsch, sagte der Staatsanwalt. Die Frau habe sich die Verletzung dagegen selber beigebracht. Somit ist es mit der tödlichen Brandstiftung in der Anklage nicht getan, diese listet auch mehrere schwere Brandstiftungen sowie mehrfach das Vortäuschen einer Straftat auf.

„Meine Mandantin wird sich nicht selbst äußern, bestreitet aber den Tatvorwurf entschieden. Wir fühlen uns einseitig von der Staatsanwaltschaft belastet. Um keine weiteren Widersprüche aufkommen zu lassen, schweigt meine Mandantin“, sagte Rechtsanwalt Karsten Opitz, der die angeklagte Seniorin verteidigt. Er meinte zudem, richtig stellen zu müssen, dass seine Mandantin nicht aufgrund abgelaufener Fristen aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, sondern weil das Oberlandesgericht (OLG) auf seine Beschwerde hin den Haftbefehl des Amtsgerichtes Chemnitz aufgehoben hat, weil es keinen dringenden Tatverdacht sieht. Er zitierte dabei aus einem Pressebericht und nannte den Namen einer Oberstaatsanwältin, auf deren Angaben sich dieser Bericht stützen würde. Nun, in der Pressestelle der Staatsanwaltschaft Chemnitz gibt es keine Frau mit diesem Namen. Und dass die Angeklagte aufgrund der OLG-Entscheidung aus der U-Haft freikam, hatte die DAZ exklusiv berichtet.

Die Schäden der drei Kellerbrände sind laut Anklage beträchtlich. Schon allein die Gebäudeschäden schlagen mit insgesamt 175 000 Euro zu Buche. Dazu kommt mit insgesamt rund 67 000 Euro der Wert dessen, was die Mieter an Sachen durch die Brände verloren haben. Zusammen genommen reicht die Gesamthöhe der Schäden also an eine Viertel Million Euro heran.

Die schlimmste – womöglich aber nur mittelbare – Folge eines dieser Kellerbrände ist der Tod der 85-jährigen Hausbewohnerin. Laut Anklage hat die 70-Jährige am 1. März 2017 einen „einfachen Brandsatz aus Papier oder Textilien“ in eine Kellerbox geworfen, wodurch der gesamte Kellerraum in Brand geriet. Die 85-Jährige habe dadurch eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten und das Bewusstsein verloren. Als sie später in Großenhain im Krankenhaus an der Beatmungsmaschine hing, sei es durch den Beatmungsschlauch zum „Zerreißen der Luftröhre“ gekommen, heißt es in der Anklage. Das wiederum habe zu einer Infektion geführt, an der die Frau schließlich gestorben sei. So makaber, wie es klingt: In der weiteren Verhandlung wird es wahrscheinlich auch um die Frage gehen, ob das Feuer die Ursache für den Tod der Frau setzte oder die Infektion durch die geplatzte Luftröhre. Wichtig ist das für die rechtliche Würdigung der Tat als „Brandstiftung mit Todesfolge“, bei der ein Täter „wenigstens leichtfertig den Tod eines anderen Menschen“ verursacht. Sollte das Gericht die 70-Jährige für schuldig befinden, ist eine Antwort auf diese Frage auch entscheidend für das Strafmaß. Am nächsten Verhandlungstag will das Gericht in die Beweisaufnahme einsteigen und erste Zeugen vernehmen. Es ist absehbar, dass die Kammer einen aufwendigen Indizienprozess wird führen müssen. Das Urteil könnte wahrscheinlich erst im Januar 2018 fallen.

Von Dirk Wurzel

Die Leipziger Autorin Kathrin Wildenberger kommt nach Waldheim, um dort von „Montagsnächten“ zu erzählen. Dabei handelt es sich um ihren Debütroman – der Geschichte einer jungen Liebe, innerer Zerrissenheit, politischer Ungewissheit und vom Erwachsenwerden in einem sachsen-anhaltischen Dorf mit der Friedlichen Revolution von 1989 im Hintergrund.

09.11.2017

Die jüngsten Roßweiner sind traditionell von Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) begrüßt worden. Im Rathaussaal gab es Saft und Sekt, Glückwünsche, Geschenke und Angebote für die jungen Familien.

09.11.2017

Schon seit Anfang Oktober ist das Hotel Flemmingener Hof in Hartha geschlossen. Die Gründe für die Schließung sind bislang unklar. Nun wurde in das Gebäude eingebrochen.

09.11.2017
Anzeige