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Döbeln Kinder und Jugendliche müssen bei ihrer Freizeitgestaltung in Hartha nicht allein bleiben
Region Döbeln Kinder und Jugendliche müssen bei ihrer Freizeitgestaltung in Hartha nicht allein bleiben
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00:24 20.03.2018
Auf zu den Sternen: Claus Lichtmann leitet die jungen Nachwuchsastronomen im Grundschulalter Lennart Liske, Nick Fenske und Tom Böhle (v.l.n.r.) an. Quelle: Manuel Niemann
Hartha

Es gibt Tränen: Lennart Liske, der jüngste unter den Kindern, die Claus Lichtmann betreut, hat sich beim Ausschneiden der Sternkarte verschnitten. Lichtmann bleibt gelassen: Das laminierte Rund, dass später einen Ausschnitt des Himmels je nach Jahreszeit zeigt, lasse sich ganz einfach reparieren: Tesafilm muss her, und Kinderträume kitten.

Seit September gibt es Nachwuchsastronomen in Hartha

„Namen sind für uns das Unwichtigste“, sagt Claus Lichtmann, auf die Frage, wie das neue Angebot der Bruno-H.-Bürgel-Sternwarte für Kinder nun eigentlich heißt. Die Inhalte stehen im Vordergrund. Seit September leitet der Lehrer im Ruhestand im Zwei-Wochen-Rhythmus an den Donnerstagen junge Nachwuchsastronomen an. An den Freitagen hat er 14-täglich zudem eine Gruppe mit älteren Jugendlichen. Lichtmann ist vom Fach: In Jena hat er ein Zusatzstudium zur „Lehrbefähigung Astronomie“ gemacht, seit 1996 ist er Mitglied im Verein der Sternwarte. Sie ist die einzige im Landkreis. Von 1994 bis 1996 gab er für seine Gymnasialklassen auch hier Unterricht. Seit 2007 Astronomie in Sachsen kein eigenständiges Schulfach mehr.

Angebote schaffen, statt fehlende zu beklagen

Der Verein der Sternwarte reagiert mit seinem verstärkten Jugendprogramm auf diesen Umstand. Und darauf, dass Jugendarbeit es in Hartha nicht eben einfach hat. Die Vereinsmitglieder möchten zeigen: Es gibt Angebote. Es wird gebastelt, gezeichnet, laminiert und ausgeschnitten: So viel wie möglich soll praktisch gemacht werden und die Kinder so spielerisch an das Fach herangeführt werden. Daneben gibt es in der Töpelstraße 49 auch altersgerechte Vorträge oder den Himmelführer, der junge Sternenkundler durch das Jahr geleitet.

Vier Kinder, allesamt Jungs, und zwei Väter hat dies heute in die Sternwarte geführt. Sie kommen aus Hartha, aber auch aus Döbeln und Leisnig. Nick Fenske, der mit seinem Cousin, dem neunjährigen Tom Böhle, die Gruppe seit ihren Anfängen besucht, ist der einzige Junge aus Hartha direkt. Mit dem, was seine Stadt im bietet, ist der Zehnjährige zufrieden. Er ist bei der Jugendfeuerwehr, könnte auch im Leichtathletikverein sein, aber das sei nichts für ihn, stellt er fest.

Kultur- und Sportbetrieb verweist auf bestehende Vielfalt

„Es ist immer eine Frage, was man sucht“, sagt Günter Roßberg, der den städtischen Kultur- und Sportbetrieb leitet. Mit Blick auf den Belegungsplan der Hartharena, die neben dem Schulsport auch Freizeitvereinen offen steht, kann er im Sportbereich auf ein breit gefächertes Angebot verweisen: Neben Ballsportarten finden sich da etwa Aerobic-, Gymnastik-, Zumba-, Line-Dance-Gruppen oder die Tanzperlen.

Jugendclub fehlt weiterhin

Allerdings kennt auch Roßberg die Querelen um die Suche nach einem Ort, der Jugendlichen als Treff offen steht. Nachdem Bahnhof, Bronx und zuletzt die Kalthalle auf dem Gebiet der ehemaligen Hausschuhwerke wegfielen, ruht die Suche nach einem Jugendclub. Bei letzterer war eine Sanierung zu teuer, dann folgte der Abriss des Areals mit Fördermitteln. Kapazitäten soll nun der Hortanbau an der Pestalozzischule freigeben. Der stehe, so Roßberg, zunächst an. Für die Jugendlichen, die in der Stadt aufwachsen und für die die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten nun ins dritte Jahr geht, dürfte das unbefriedigend sein.

Von Manuel Niemann

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