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Döbeln Kinder verzichten auf Geschenke und spenden für Ostrauer Tierheim
Region Döbeln Kinder verzichten auf Geschenke und spenden für Ostrauer Tierheim
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20:15 27.12.2011
Da freuen sich nicht nur die Vierbeiner im Ostrauer Tierheim, sondern auch Chefin Marlies Przybilla: Die 4b der Grundschule Am Holländer spendet Trockenfutter.
Döbeln/Ostrau

"Nur Leckerlis durften wir nicht kaufen", sagen ein paar der Mädchen. Und Kevin Pavel erklärt die Idee, die hinter der Spendenaktion seiner Klasse steckt: "Wir lasen die Geschichte von 'Oskar und den falschen Weihnachtsengeln', darin singen die Kinder für ein Tierheim. Das hat uns auf die Idee gebracht." Das Geld wird bei einem Kuchenbasar ("Das war unsere Idee", so Fabian Noack), der 110 Euro einbringt, und beim Singen eingenommen. Die Sache mit dem Vorsingen gestaltet sich als Grenzerfahrung für die Grundschüler. Sie ziehen um den Heidenheimer Ring und durch Döbeln-Nord. Obwohl diese Sammel-Singe-Aktion in der Presse angekündigt war, "schlugen manche Leute die Tür vor unserer Nase zu", so Wehnert. Kevin ergänzt: "Wir haben dort geklingelt, wo die Zeitung schon aus dem Briefkasten war oder ein Auto vor der Tür stand." Aber mehrheitlich machen die Kinder gute Erfahrungen. Ein Mann habe sogar Heu für die Tiere gespendet. 78 Euro singen sich die kleinen Weihnachtsmänner zusammen. Auch Gedichte wurden vorgetragen. "Die Eltern haben dazu beigetragen und runde Summen daraus gemacht", erklärt Klassenlehrerin Wehnert. Am Ende kommen rund 205 Euro zusammen und das wird in Tierfutter umgesetzt.

Auf ihre sonstigen Weihnachtsgeschenke verzichten die Kinder damit. "Ich habe ihnen manchmal etwas Kleines gekauft, manchmal etwas aus einer Behindertenwerkstatt", erzählt die Lehrerin. Annegret Wehnert schmunzelt: "Wir haben uns vor dem Kauf in den Märkten angekündigt, damit wir die Regale nicht leer kaufen." Vor dem Tierheim sind immerhin drei Autos mit helfenden Eltern und vollen Kofferräumen vorgefahren. Die herbeigeholte Schubkarre ist schnell gefüllt. Was viel wiegt und nach noch mehr Masse aussieht, wird ungefähr einen halben Monat reichen.

Die Tierheimleiterin lobt den Einsatz und die Gesangsqualitäten der Kinder: "Sie sind unser Ansprechpartner zum Thema Tierschutz von morgen." Positiv vermerkt sie auch, dass die Klassenlehrerin vorher angerufen habe und fragte: Lieber die Geldspende oder Tierfutter? Marlies Przybilla bestand auf das Trockenfutter, aber ohne Leckerlis: "Die Kinder sollen ruhig erfahren, was gesund ist fürs Tier und was Tierfutter kostet, falls sie selbst irgendwann ein Tier halten möchten."

N. G. Allner

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