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Döbeln Kinderbetreuung wird in Waldheim teurer
Region Döbeln Kinderbetreuung wird in Waldheim teurer
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00:31 25.05.2018
Für Eltern wird die Kinderbetreuung in Waldheim ab 2019 teurer. Quelle: dpa
Waldheim

Im kommenden Jahr steigen auch in Waldheim erneut die Elternbeiträge für die Betreuung des Nachwuchses in Kitas. Deutlich mehr muss
ab dem 1. Januar 2019
vor allem für einen Krippenplatz auf den Tisch gelegt werden. An dieser Stelle steigt der Beitrag von bisher 183 auf nunmehr 202 Euro. Für die Betreuung im Kindergarten kommen auf die Erziehungsberechtigten 108 Euro und damit 10 Euro mehr als noch im laufenden Jahr zu. Ebenfalls teurer werden Hortplätze. Hier steigt der Elternbeitrag für die sechsstündige Betreuung von 57 auf 61 Euro, fünf Stunden schlagen mit 51 statt wie bisher mit 47,50 Euro zu Buche. Hintergrund sind die nach wie vor steigenden Sach- und Personalkosten.

Diskussion bleibt aus

Eine Diskussion darüber oder zumindest Meinungsbeiträge zum Thema blieben während der jüngsten Sitzung des Waldheimer Stadtrates aus und es wurde direkt abgestimmt. Die Mehrheit der Kommunalparlamentarier stimmte schließlich dem Beschluss über die Beitragserhöhungen zu. Lediglich die vierköpfige Fraktion der Linken hob geschlossen die Stimmkärtchen bei „Nein“. Nach Ende des öffentlichen Teils der Sitzung konkretisierte der Fraktionsvorsitzende Dieter Hentschel die Entscheidung: „Der Landeszuschuss ist mittlerweile niedriger als der Elternbeitrag und das ist eine Schweinerei.“

So steigen die Elternbeiträge ab 1. Januar 2019

Krippe: 202 Euro (bisher 183 Euro) + 19 Euro

Kindergarten: 108 Euro (bisher 98 Euro) + 10 Euro

Hort 6 Stunden: 61 Euro (bisher 57 Euro) + 4 Euro

Hort 5 Stunden: 51 Euro (bisher 47,50 Euro) + 3,50 Euro

Ein Blick in die von der Verwaltung bereitgestellten Ausführungen zur Ermittlung der durchschnittlichen Betriebskosten pro Platz bestätigt den Grund für den Ärger der Linken. Diese Zahlen bilden die Grundlage, auf der die tatsächlich zu entrichtenden Elternbeiträge festgesetzt werden. Die Unterlagen zeigen auf, dass der Elternbeitrag für einen Krippenplatz seit der letzten Erhöhung im April 2017 bei 183 Euro lag, der Landeszuschuss jedoch lediglich bei rund 178 Euro. Deutlich niedriger als der Beitrag vom Freistaat waren die Elternbeiträge für Plätze im Kindergarten und Hort.

Kritik an der Landespolitik

Schon im April letzten Jahres hagelte es deutliche Kritik in Richtung Dresden aus den Reihen der Linken. „Wir können dem nicht zustimmen. Frühkindliche Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, sagte damals Dieter Hentschel.

Personalkosten von 2,6 Millionen Euro

Insgesamt haben die fünf Waldheimer Kitas, von denen sich allesamt in freier Trägerschaft befinden, im vergangenen Jahr Personalkosten in Höhe von zusammengerechnet rund 2.6 Millionen Euro abgerechnet. Die Sachkosten beliefen sich insgesamt auf rund 839.000 Euro.

Kommentar: Warum so stumm?

Eltern müssen in Waldheim mit Beginn des nächsten Jahres tiefer für Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze in die Tasche greifen. Angesichts weiterhin steigender Betriebskosten, die unter anderem durch Verbesserungen im Betreuungsschlüssel verursacht werden, ist das kein ungewöhnlicher Vorgang. Ein Großteil der Betreuungskosten pro Platz wird nach wie vor durch den kommunalen Eigenanteil gedeckt. Der restliche Betrag kommt vom Freistaat und eben den Eltern. Und genau dort liegt der Hase im Pfeffer. In Waldheim zahlen Erziehungsberechtigte pro Platz mittlerweile mehr, als aus Dresden zugeschossen wird. Ist das gerecht? Darüber lässt sich vortrefflich streiten. Doch warum hat dann kein einziger Waldheimer Stadtrat während der jüngsten Sitzung des Gremiums Gebrauch von seinem Rederecht gemacht? Klar, eine Alternative zur Zustimmung gibt es praktisch nicht wirklich. Steigende Betriebskosten kann man zwar schlecht finden, jedoch nicht wegzaubern. Doch bei einem für junge Familien und Alleinerziehende wichtigen und damit auch essenziellen Thema für die zukünftige Entwicklung der Stadt einfach schweigend die bittere Pille zu schlucken, ist nicht zielführend. Denn so entsteht schnell der Eindruck, als ob diese Belange in Waldheim nicht ernst genommen werden.

Von André Pitz

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