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Döbeln Kinderferiencamp: Auterwitzer Pferd Selly kommt wieder auf die Hufe
Region Döbeln Kinderferiencamp: Auterwitzer Pferd Selly kommt wieder auf die Hufe
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11:43 01.08.2016
Udo Bischoff (2.v.l.) half den Jungs im Auterwitzer Feriencamp beim Bau eines neuen Koppelzauns und betätigte sich auch als Reanimator für Stute Selly. Quelle: Sven Bartsch
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Auterwitz

Schreckmoment gestern Mittag im Feriencamp der Auterwitzer Lebensart: Plötzlich lag Reitponystute Selly flach atmend auf dem Boden der Koppel. Tierpfleger Udo Bischoff, der mit KIndern des dieswöchigen Feriencamps gerade am neuen Koppelzaun baute, reagierte schnell. „Ich habe sie wiederbelebt. Das ist wie beim Menschen, wenn er keine Luft bekommt. Zuerst muss man den Kopf hochhalten“, erklärte er den Kindern. Mit einem Hieb mit der Hand brachte er die Lebensgeister schnell zurück in die 14-jährige weiße Stute, die anschließend von Campleiterin Jacqueline Ziegeler-Jentzsch und den Mädchen der Gruppe rundum versorgt wurde.

Frische Pfefferminze zum Kauen holten Charlotte, Marie, Rahel und Linda aus dem Kräutergarten. Dazu rieb Ziegeler-Jentzsch Nase und Hals des Tiers mit Eukalyptus-Balsam ein. Später gab es noch einen Pfefferminzsud zum Trinken. „So werden die Atemwege wieder frei. Und sie riecht jetzt wie ein Baby“, sagte Ziegeler-Jentzsch und konnte nach dem Schreck schon wieder lachen. Selly spazierte alsbald auch wieder gut gelaunt über die Koppel. Sie hat schon seit einigen Jahren Asthma, kann aber dennoch zusammen mit Reitponyfreundin Espina für das therapeutische Angebot der Auterwitzer Lebensart eingesetzt werden. Dabei kommen Kinder und Jugendliche mit Behinderung oder Autismus den friedfertigen Tieren sehr nah und gewinnen Ruhe und Vertrauen.

Das Sprichwort vom Ponyhof, dass das Leben angeblich nicht ist, muss für die elf Jugendlichen, die in dieser Woche das Feriencamp unter dem Motto Leben auf dem Bauernhof besuchten, geändert werden. Denn statt faulenzen in den Ferien stand echte Arbeit auf dem Programm. Die Pferde mussten täglich gestriegelt und gefüttert werden. Auch das Satteln üben und Ausritte gehörten zum Programm. Etwas, das sich Marie Thomas aus Hartha zu Wochenbeginn noch gar nicht so recht vorstellen konnte. „Ich war noch nie vorher in Kontakt mit Pferden und wollte das hier eigentlich gar nicht so richtig. Ich hatte viel Respekt, aber das sind ganz sanftmütige Wesen. Ich komme auf jeden Fall wieder“, schwärmte die 13-Jährige. „Es geht darum, sich auf den Alltag der Tiere einzulassen: Wie funktionieren sie, was kann ich mit ihnen machen und wie reagieren sie auf mich“, erklärte Ziegeler-Jentzsch.

Auch die vier Jungs im Camp hatten Spaß. Bis gestern Nachmittag bauten sie auf eigenen Wunsch mit Udo Bischoff einen ganz neuen Koppelzaun aus langen Holzästen, die sie selbst vermessen und vernageln mussten. Sie bleiben gleich noch für die kommende Woche da, wenn das Feriencamp in die letzte Runde geht. Dann heißt das Motto Abenteuer – inklusive Übernachtung im Freien.

Von Sebastian Fink

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