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Döbeln Kita-Umbau in Kiebitz wird teurer
Region Döbeln Kita-Umbau in Kiebitz wird teurer
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09:06 14.02.2019
Die Bauarbeiten in Kiebitz gehen voran. Bei Fußboden, Maler- und Maurerarbeiten sowie Sanitärinstallation spart die Kommune kräftig, doch bei Heizung, Elektro und Hausalarm wird es teuer. Quelle: Sven Bartsch
Ostrau/Kiebitz

Der Umbau der Kindertagesstätte Kiebitz schien zu einem Sparprojekt zu werden, nachdem es bei der Vergabe der Baumeisterleistung (-1.529 Euro), Malerarbeiten und Fußbodenbelag (- 23.900 Euro) im Vergleich zum Planungsansatz erhebliche Einsparungen gegeben hatte.

Bei der Vergabe der nächsten Aufträge in der Ostrauer Ratssitzung ging es am Dienstagabend zunächst auch so weiter. Die Sanitärinstallation wurde an die Firma Litzke aus Rittmitz vergeben. Knapp 32.000 Euro kostet dieses Gewerk – fast 16.000 Euro weniger als geplant.

Heizungstanks müssen raus

Dennoch wird das Projekt letztlich teurer als veranschlagt. Das liegt an drei Teilaufträgen, die sich erheblich kostspieliger zeigen als erwartet. Beispiel Heizung: Geplant war lediglich, die bestehende Anlage an die neuen Räume im Obergeschoss anzupassen, alles andere zu belassen. Knapp 7.800 Euro waren dafür vorgesehen.

Doch nach der letzten Befüllung der Tanks der Ölheizung im April 2018 stellte sich eine defekte Tankanlage heraus. Weitere Untersuchungen ergaben, dass die Tanks komplett ersetzt werden sollten. Kostenpunkt: fast 30.000 Euro.

Räte zweifeln

Das rief bei den Räten erstmals an diesem Abend Irritation hervor. „Wenn die Befüllleitung defekt ist, warum müssen dann gleich die ganzen Tanks gewechselt werden?“, wollte Ralf Vogt wissen. „Wenn, dann würde alles gewechselt werden, nicht nur die Tanks. Das kommt mir komisch vor“, meinte Michael Keller, als Installateur selbst vom Fach.

In Abwesenheit von Bauamtsleiterin Angelika Riedel konnte Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) keine konkreten Hintergründe nennen. Ähnlich war das beim Punkt Elektroinstallation. Geplant war ursprünglich nur die früher genutzte Wohnung im Obergeschoss zu ertüchtigen – für rund 10.100 Euro. Erst 2006 war das Gebäude elektrotechnisch umgebaut worden. Dieser Stand sollte erhalten bleiben.

Dreifache Kosten für Elektroinstallation

Doch bei der Vorbereitung der Ausschreibung stellte sich heraus, dass das Haus damals nicht komplett elektrotechnisch erneuert wurde. Unter anderem ist die Sicherheitsbeleuchtung nicht auf dem neuesten Stand. Für die neue Telefon- und Internetanlage wird zudem ein größerer Verteilerkasten gebraucht. Insgesamt verdreifachen sich die Kosten auf 30.000 Euro.

Dazu kommt, dass mit der Elektroplanung festgestellt wurde, dass die ebenfalls 2006 installierte Hausalarmanlage nicht flächendeckend funktioniert und mit modernen Komponenten nicht erweitert werden kann. Für diesen ungeplanten Punkt werden 14.300 Euro fällig. Insgesamt wären die Baukosten damit um knapp 15.500 Euro überschritten.

Hausalarm vertagt

Den Räten blieb dabei unklar, ob es sich um einen Hausalarm handelt, der nur bei Auslösung durch eine Person auf die Gefahr hinweist oder eine Brandmeldeanlage, die selbstständig die Feuerwehr alarmiert.

Dirk Schilling vertagte diesen Punkt und klärte am Folgetag gegenüber der DAZ auf, dass es sich um einen Hausalarm handele. Zugleich entschuldigte er sich für die schlechte inhaltliche Vorbereitung und versprach, die Planerinnen Annett Fischer und Sabine Gohlke zur nächsten Sitzung am 12. März einzuladen, um alle Fragen zu beantworten.

Schilling: „Situation unterschätzt“

„Ich bin noch nie so geschwommen in einer Sitzung, das hat mir richtig leid getan. Ich hatte die Situation völlig unterschätzt“, sagte er im Nachgang. „In der Gesamtbetrachtung ist das Gebäude nicht angeschaut worden. Man hat sich auf den Umbau konzentriert. Im Nachhinein hätte man das wissen können, dass die gesamte Anlage erneuert werden muss“, räumte er ein.

Von Sebastian Fink

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