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Kläffende Hunde erhitzen Jahnaer Gemüter

Streit um Gnadenhof Kläffende Hunde erhitzen Jahnaer Gemüter

Betrieb ohne Genehmigung, illegale und unterernährte Hunde, Steuerhinterziehung – die Liste der Vorwürfe an den Betreiber des Jahnaer Gnadenhofs für Hunde ist lang. Die Anzeige beim Landratsamt läuft seit Jahren, jetzt gibt es eine Räumungsklage des Besitzers. Die Anwohner wünschen sich die Übernahme durch das Ostrauer Tierheim.

Die vielen neuen Zäune am Gnadenhof dürfen vom Betreiber aufgestellt werden, der Betrieb ohne Genehmigung ist das größere Problem.

Quelle: Sven Bartsch

Jahna. Der Gnadenhof für Hunde im Jahnaer Wiesengrund sorgt für erhitzte Gemüter in der Gemeinde Ostrau: „Man kann kaum an dem Grundstück vorbeigehen, ohne dass man angekläfft wird“, beklagte Gemeinderat Ralf Vogt, selbst Anwohner in Jahna, während der jüngsten Sitzung in Ostrau. Mehrere Kritikpunkte brachte er hervor: Der Hof werde ohne Baugenehmigung betrieben, seit Weihnachten seien etliche neue Freianlagen mit Zäunen entstanden und es gebe weit mehr Hunde als zugelassen auf dem Gelände. „Als Ordnungsbehörde machen wir uns unglaubwürdig“, meinte Vogt.

Auch Grit-Wachsmuth-Schmidt, Chefin des Heimatvereins Jahna, bestätigt die Probleme: „Ich war gerade erst am Montagabend wieder bei meiner Mutti auf dem Hof, die in der Nähe wohnt. Da wurde heftig gebellt und gekläfft“, sagte sie auf DAZ-Nachfrage. „Man geht dort nicht so gerne lang, vor allem wen man einen Hund hat, auch wenn es eine schöne Ecke ist“, sagte sie.

Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling bezog zum Thema während der Ratssitzung ausführlich Stellung. „Die Anzeige gegen den Betreiber liegt lange vor. Er ist außer Rand und Band. Da werden über dubiose Tierschutzorganisationen Hunde aus Russland eingeführt und er lebt davon, weil viel Geld für deren Aufnahme gezahlt wird“, sagte Schilling. Die Rede ist von Christiaan Danhof, dem südafrikanischen Betreiber des Hofes, der ihn 2011 in dem ehemaligen Vier-Familien-Haus eingerichtet hat – allerdings ohne Genehmigung, wie Schilling bestätigt. „2011 wurde keine Nutzungsänderung angegeben.“

Dazu kommt: Derzeit seien etwa 13 Hunde bei der Gemeinde gemeldet, sagte Schilling. Doch er und andere Anwohner vermuten, dass rund 40 Tiere dort gehalten werden. „Uns wird dort Hundesteuer vorenthalten. Die Rechnung geht dem Besitzer des Hauses zu. Allerdings gerät hier die Anwendung des Gesetzes an seine Grenzen. Wir können nicht beweisen, dass es 40 Hunde sind, denn das Betreten des Geländes wäre Hausfriedensbruch“, erklärt der Bürgermeister das Dilemma. Nicht gezahlte Hundesteuer gebe rein rechtlich keine Grundlage, das Grundstück seitens der Verwaltung zu betreten, weil dadurch keine Gefahr in Verzug sei.

Doch auch der Zustand der Tiere sei nicht der Beste. Diese würden tagelang sich selbst überlassen, doch der vom Veterinäramt des Landkreises regelmäßig entsandte Amtsarzt konnte bisher keine Mängel feststellen. „Die letzte Kontrolle fand in der vergangenen Woche statt“, schreibt Cornelia Kluge, Sprecherin des Landkreises auf DAZ-Anfrage. Dirk Schilling kennt eine Erklärung: „Der Amtsarzt kommt mit Anmeldung: Dann sind nur die Hunde da, die gut genährt sind. Der Rest wird vorher mit einem Transporter abgeholt.“

Inzwischen gehe die Nutzung des Gnadenhofs auch an den Interessen des Besitzers vorbei, der hoch betagt in Bayern lebt. „Er war schon bei mir. Er hat gegen den Betreiber eine Räumungsklage laufen“, erklärte Schilling.

Was den Neubau von Zäunen in den vergangenen Monaten angeht, so ist dies laut Landratsamt nicht zwingend unzulässig. „Die Errichtung von Grundstückseinzäumungen bis zur üblichen Höhe wird bei den baugenehmigungsfreien Vorhaben eingeordnet“, schreibt Kluge. Allerdings wird die Nutzung an sich vom Amt geprüft: „Die Bauaufsichtsbehörde steht zwecks baurechtlicher Prüfung in Kontakt mit den Nutzern sowie den Eigentümern des Grundstücks. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen“, erklärt die Sprecherin.

Die Anwohner hoffen nun, dass das Tierheim Ostrau den Gnadenhof wie im Januar angekündigt (die DAZ berichtete) als Außenstelle übernimmt und auf dem Gelände für Ordnung sorgt.

Von Sebastian Fink

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