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Döbeln Klautour mit Kleinkind im Kaufland: Döbelner geht in Berufung, weil Haftstrafe droht
Region Döbeln Klautour mit Kleinkind im Kaufland: Döbelner geht in Berufung, weil Haftstrafe droht
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15:28 17.04.2018
Das Landgericht Chemnitz verhandelte die Berufung eines 28-Jährigen aus Döbeln. Den hatt das Amtsgericht wegen Diebstahls zu vier Monaten Haft verurteilt. Quelle: dpa
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Döbeln/Chemnitz

Üble Worte hören die Sicherheitsleute im Kaufland Döbeln oft. Doch das hier ist hart: „Ich schlage Dir den Schädel ein“ und „heute Abend bist Du tot“ soll ihnen ein 28-jährigen Döbelner an die Köpfe geknallt haben. Den Deutschen hatte der Detektiv des Hauses zuvor dabei erwischt, wie er ein LED-Lichtband für 40 Euro stahl. Weil der Mann ausfällig wurde, zog der Detektiv den Sicherheitsmann dazu. Offenbar reagierte der Ertappte angefressen, weil er sein kleines Kind dabei hatte und der Detektiv ihn recht harsch angesprochen habe.

Diebstahl: Ja, Bedrohung: Nein

Im erstinstanzlichen Verfahren am Amtsgericht Döbeln hatte der 28-Jährige zwar den Diebstahl zugegeben aber die Bedrohung bestritten. Die Vernehmung der Zeugen habe ergeben, dass ihr Mandant dies so nicht gesagt habe, führte Rechtsanwältin Kristin Böhme damals aus. Die Verteidigerin beantragte, den 28-Jährigen nur wegen des Diebstahls zu verurteilen und vom Rest der Tatvorwürfe freizusprechen.

Straftat trotz Bewährung

Einer der beiden Sicherheitsleute hatte jedoch ausgesagt, gehört zu haben, wie der Angeklagte einen der inkriminierten Sätze zu seinem Kollegen sagte. Auch darauf stützte Richterin Weik ihr Urteil: Vier Monate Haft Gesamtstrafe ohne Bewährung wegen Diebstahls und Bedrohung. „Im August 2016 habe ich Ihnen zur Bewährungsauflage gemacht, eine Drogentherapie binnen sechs Monaten zu beginnen. Sie haben das innerhalb eines Jahres nicht geschafft. Wenn Sie am Landgericht in der Berufungsverhandlung Bewährung wollen, sollten Sie diese Therapie jetzt machen“, begründete die Richterin damals ihr Urteil.

Urteil wird rechtskräftig

Ende vergangener Woche verhandelte nun die 3. Kleine Strafkammer des Chemnitzer Landgerichtes die Berufung, die der 28-Jährige gegen das Döbelner Urteil eingelegt hatte. Offenbar gab es aber nichts, was eine Bewährung für den vielfach Vorbestraften hätte begründen können. Es bleibt bei den vier Monaten Haft aus Döbeln. Wie Marika Lang, Presserichterin des Chemnitzer Landgerichtes auf Nachfrage der DAZ mitteilt, hat der Deutsche die Berufung nun zurückgenommen. Das Urteil wird damit rechtskräftig.

Im September Glück gehabt

Die vier Monate sind aber ein Klacks im Vergleich zu dem, was dem Crystal-Konsumenten im September 2017 in einem Verfahren vor der 6. Großen Strafkammer des Chemnitzer Landgerichtes hätte blühen können: Dort lag ihm das bewaffnete Handeltreiben mit Drogen zur Last, ein Verbrechen, dessen Strafrahmen bei fünf Jahren Haft beginnt und zumeist auch in minder schweren Fällen noch längerer Freiheitsstrafen nach sich zieht. Aber diesem Verfahren stand ein unüberwindbares Hindernis im Weg, weshalb es das Landgericht eingestellt hat.

Von Dirk Wurzel

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