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Döbeln Kleiner Revolver bringt Döbelnerin viel Ärger
Region Döbeln Kleiner Revolver bringt Döbelnerin viel Ärger
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Mal wieder: Weil sie einen Schreckschussrevolver so umgebaut hatte, dass man damit scharf schießen konnte, stand eine Döbelnerin vor Gericht. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Döbeln

Das Sondereinsatzkommando der Polizei rückte am 17. November 2015 an und durchsuchte die Wohnung einer heute 45-jährigen Döbelnerin. „Sie stand im Verdacht, gemeinsam mit einem weiteren Tatverdächtigen in der Erstaufaufnahmeeinrichtung in Döbeln Fensterscheiben mit Waffen zerstört zu haben“, sagte ein Kriminalhauptkommissar des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) am Freitag im Amtsgericht Döbeln als Zeuge aus. Er hatte die Durchsuchung geleitet. Weil die Waffen-Vorliebe der Frau bekannt war, hatten die Beamten des OAZ das SEK hinzugezogen.

Hatte Polizei kein Interesse an Little Joe?

Bei der 45-jährigen Döbelnerin fand die Polizei sogenannte erlaubnisfreie Waffen, wie Schreckschuss- oder Gasdruckpistolen. Aber auch einen kleinen Schreckschuss-Revolver der Marke „Röhm Little Joe“ im Kaliber .22. Der sieht zwar aus, wie ein Spielzeug.. Aber damit konnte man scharf schießen, hat das Gutachten ergeben. Die Sperren in Schreckschusswaffen sollen genau das verhindern. Aber die Frau hatte, so räumte sie es nun vor Gericht ein, die Laufsperre entfernt und auch eine Kammer der Trommel so präpariert, dass Little Joe scharfe Schüsse abgeben konnte. Das Kuriose dabei: Bereits zweimal hatte die Frau Polizisten zu Gast, die ihre Wohnungen durchsuchte. Zweimal hatten die Beamten offenbar kein Interesse an Little Joe und ließen ihn der Frau. Darüber wunderten sich am Freitag im Amtsgericht Döbeln Staatsanwältin Angelika Rickert, Richterin Magdalena Richter und Rechtsanwalt Enrico Brand unisono. Angeklagt war die Döbelnerin aber nicht wegen der Sachbeschädigung am Asylheim, sondern weil sie den Revolver scharf gemacht und besessen hatte.

Bereits als sie noch in Mügeln wohnte, war die Frau mit einem scharf gemachten Schreckschuss-Revolver aufgefallen. Sechs Monate Haft lautete das Urteil des Amtsgerichtes Torgau für diese Tat. Als sie nach Döbeln gezogen war, hatte die Revolverfrau wieder Ärger mit der Polizei. Sie warf eine Patrone im Kleinkaliber „.22 lang“ und ihren abgelaufenen Personalausweis in einen Papierkorb am Rasthof Heiterer Blick in Mockritz. Und hatte deswegen wieder die Polizei zu Besuch. Die Beamten fanden damals freie Waffen, denen aber bestimmte Prüfzeichen fehlten. Eine Strafe für den Besitz dieser nicht ganz koscheren Knarren wäre aber gegen die sechs Monate aus Torgau nicht beträchtlich ins Gewicht gefallen. Also stellte Richterin Christa Weik das Verfahren damals ein. Den kleinen scharfen Revolver ließen die Beamten übrigens bei der Döbelner Durchsuchung zum zweiten Mal liegen.

Bewaffnet zur Bewährungshilfe?

„Meine Mandantin war sehr waffenaffin“, sagte Rechtsanwalt Brand. Er gab zu verstehen, dass er auch mit einer irgendwie gearteten Einstellung des Verfahrens leben könne. Richterin Richter hatte zunächst Zweifel, dass Enrico Brands Mandantin ihr Interesse an Ballermännern verloren hat. Sie führte einen Bericht der Bewährungshilfe in die Verhandlung ein. Demnach habe die Döbelnerin bei einem Termin bei der Bewährungshilfe gesagt, dass sie gerade eine Waffe trage. Richterin Richter sah aber auch die juristischen Schwierigkeiten, eine Gesamtstrafe mit den früheren Verurteilungen bilden zu können. Rechtsanwalt Brand sagte, dass seine Mandantin für Little Joe längst verurteilt wäre, wenn die Polizei den Revolver bei der ersten Durchsuchung sichergestellt hätte.

Das, und die Tatsache, dass die Frau nicht ganz gesund ist, brachte die Juristen zu der Einigung, das Verfahren wegen geringer Schuld einzustellen. Wenn die Revolver-Heldin 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leistet, ist die Sache für sie vom Tisch. „Sie stehen jetzt unter Beobachtung. Lassen Sie die Finger davon. Beim kleinsten Pups rückt wieder die Polizei bei Ihnen zu Hause an. Und dann gibt es womöglich härtere Strafen“, sagte Staatsanwältin Rickert.

Ins Gefängnis wird die 45-Jährige aber wahrscheinlich trotzdem noch müssen. Die Strafe für den scharfgemachten Revolver hatte das Amtsgericht Torgau zur Bewährung ausgesetzt, diese aber dann widerrufen. Das Torgauer Urteil diente der Staatsanwaltschaft übrigens auch dazu, das Verfahren wegen der Sachbeschädigung am Döbelner Asylheim zu beenden. „Das Verfahren wurde gemäß Paragraf 154 Strafprozessordnung eingestellt. Nach dieser Vorschrift kann von der weiteren Verfolgung abgesehen werden, wenn die zu erwartende Strafe neben einer anderen Strafe nicht erheblich ins Gewicht fiele“, teilt Staatsanwältin Jana Brockmeier, stellvertretende Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, auf Nachfrage der DAZ mit.

Von Dirk Wurzel

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