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Kleinmockritzer Bahnhof fährt bald ab

Kleinmockritzer Bahnhof fährt bald ab

Latte für Latte, Balken für Balken, Stein für Stein wird in den nächsten Tagen das ehemalige Stationshäuschen in Kleinmockritz abgebaut. Den mittlerweile unter Denkmalschutz gestellten Typenbau von 1911 an der früheren Schmalspurstrecke Wilsdruff-Gärtitz will der Verein der Waldheimer Eisenbahnfreunde an der Bahnwärterstation in Rauschenthal wieder aufbauen (die DAZ berichtete).

Anhand der neuen Nutzung als Repräsentationsobjekt mit Büro und Vereinsraum nebst Ausstellungsareal könnte dieses Stück Schmalspurbahngeschichte vor dem Verfall gerettet werden. Im März vergangenen Jahres wurden die Umzugs- und Rettungspläne konkretisiert.

 

Gestern startete das Vorhaben an dem mittlerweile 104 Jahre alten Gebäude. Andreas Lässig, Vereinsvorsitzender der Eisenbahnfreunde, Unterstützer Michael Schlegel und Zimmermannmeister Frank Schumann aus Großweitzschen waren, da am Stationshäuschen kein Strom mehr anliegt, mit "klassischem" Handwerksgerät angerückt: Hammer, Hebel, Brecheisen, Eisensäge, Bockleiter und Spaten. Obwohl Lässig davon ausging, dass jedes Einzelstück nummeriert werde, hatte Schumann andere Pläne: "Ich beschäftige mich seit Ewigkeiten damit. Ich habe das Gebäude mehrfach fotografiert und gezeichnet. Ich kenne es in- und auswendig. Wir nehmen es jetzt auseinander, sortieren das Material nach Größe. Zu reparierende oder zu ergänzende Teile gehen mit in meine Werkstatt, der Rest wird nach Rauschenthal verfrachtet und dort wieder aufgebaut. Den Plan dafür habe ich einfach im Kopf."

 

Ein weiterer Plan ist dieser: Die Holzverkleidung an der Rückwand des verputzten Fachwerkbaus ist noch sehr gut intakt. Der Zimmermann gedenkt diese für die Vorderfront zu nutzen und das "Flickwerk" zukünftig an der Rückseite zu verwenden. "Das war mal richtig schön und das wird es auch wieder. Man muss das trotzdem so machen, dass nicht nur der Laie etwas von den Reparaturen sieht, sondern am besten keiner", betonte Frank Schumann, der als Fachmann den Waldheimer Eisenbahnfreunden von der Denkmalschutzbehörde empfohlen wurde. Rund 2,5 Tonnen Holz könnten in der nächsten Zeit hier per Hand bewegt werden, dazu kommt das Gewicht der Gefachziegel.

 

In dem alten Gebäude lagert Stroh und Unrat: Blechdosen, Glas, Plastemüll und Eternitplatten, die wie die geteerte Dachpappe, nur als Sondermüll in Hainichen entsorgt werden können, so Andreas Lässig, der auch verspricht, dass in den nächsten Tagen weitere Leute zum Helfen kommen. Der erste Projektabschnitt (Abbau) muss definitiv in diesem Jahr vom Waldheimer Verein über die Bühne gebracht werden, um den Fördermittelmodalitäten zu entsprechen. Die Denkmalschutzbehörde zahlt den Hauptteil der Kosten des Projektes, welches mehrerer Tausend euro kostet. Der Waldheimer Verein bringt seinen Anteil vor allem durch Eigenleistungen und Arbeitsstunden auf. Der zweite Bauabschnitt, nämlich der Wiederaufbau des Stationshäuschens in Rauschenthal , erfolgt dann erst im kommenden Jahr. "Wir schaffen das einfach nicht früher", so der Vereinsvorsitzende. Glücklicherweise gäbe es auch für Phase Zwei des Vorhabens eine Finanzspritze vom Denkmalschutzamt.

 

Auf jeden Fall sei die Freude bei den Hobby-Eisenbahner groß, so Lässig weiter: "Denn das war ein Megakampf, aber wir haben uns durchgeboxt und sehen unseren Wunschgedanken nun auf dem Weg seiner Erfüllung." Hintergrund: Den Standardbau der Deutschen Reichsbahn hatte die Denkmalschutzbehörde zunächst nicht als schützenswert erachtet. Dafür wären auch keine Fördermittel geflossen.

Natasha Allner

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