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Döbeln Klezmer in Döbeln: Quintett spielt sinnlich bis quirlig
Region Döbeln Klezmer in Döbeln: Quintett spielt sinnlich bis quirlig
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17:51 21.05.2017
Anja Bachmann an der Klarinette. Quelle: Jörg Schreiber
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Döbeln

Leise hallt die Klarinette durchs Kirchenschiff: Fast unmerklich beginnt Anja Bachmann eine Melodie, tastet sich durch kleinsten Tonraum – Sinnlichkeit und Verträumtheit hängt in der Luft. Doch die paar Schritte durch den Mittelgang von der Tür bis zum Altarplatz reichen, um binnen kurzer Zeit ein viel größeres klangliches Universum zu entfächern: Immer ausschweifender wird Bachmanns Solo, immer raumgreifender, bis es sich mit den Klängen von Akkordeon, Schlagzeug, Geige und Bass zu einem quirligen und immer schneller werdenden Ensemblesatz verbindet.

„Harts und Neschome“ nennt sich Bachmanns Quintett, das sich seit Jahren schon dem Klezmer verschrieben hat, jener musikalischen Welt der osteuropäischen Juden, die gerade erst vor einer Woche mit „Anatevka“ auch im hiesigen Theater zu hören war. Immerhin drei der fünf Musiker (Anja Bachmann an der Klarinette, Kerstin Guzy an der Violine und Michael Winkler am Schlagzeug) gehören der Mittelsächsischen Philharmonie an, dazu gesellen sich mit dem Akkordeonisten Hans-Richard Ludwig und Tino Scholz am Bass noch versierte Mitstreiter aus der Landeshauptstadt.

Der Mittelsächsische Kultursommer hat die Truppe nun zu einem Konzert in die Döbelner Nicolaikirche geladen – als Auftakt für die „Kirchen-Entdecker-Tour“ des Festivals. Eine kluge Entscheidung. Denn der Klezmer ist zwar die traditionelle jüdische Hochzeits- und Festtagsmusik und bedarf als solche eigentlich nicht eines Gotteshauses. Doch an diesem lauen Mai-Abend verbindet sich die Würde des Raumes mit jener Mischung aus Melancholie und Vitalität, für die diese Musikrichtung wie keine zweite steht. Und das wiederum reißt die Zuhörer regelrecht von den Sitzen.

Die meisten zwar nur symbolisch, einen aber wortwörtlich: Der zweieinhalbjährige Lucius testet während des Konzerts begeistert im Altarraum die Tanzbarkeit des Gehörten aus und dreht sich ein ums andere Mal jauchzend um sich selbst, während die Musik immer schneller wird. Keine Frage: „Harts und Neschome“ hat hier einen neuen Fan gefunden, der den jiddischen Bandnamen (auf deutsch: „Herz und Seele“) wirklich ernst nimmt.

Von Hagen Kunze

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