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Döbeln Klinikum Döbeln mit neuer Lungenabteilung
Region Döbeln Klinikum Döbeln mit neuer Lungenabteilung
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18:51 31.05.2018
Dr. Andreas Plath leitet die neue Lungenabteilung des Klinikums Döbeln. Mit dem gläsernen Bodyplethysmographen kann er die Lungenfunktion messen. Quelle: Thomas Sparrer
Döbeln

Einen fachlich hoch gelobten Neuzugang kann das Klinikum Döbeln vermelden. Der Medizinischer Leiter und Klinikbetreiber Dr. Ralf Lange stellte ihn am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit vor. Dabei arbeitet Dr. Andreas Plath bereits seit zwei Monaten am Klinikum und ist dort der Leiter der neuen Pneumologischen Abteilung (Lungenheilkunde) und stellvertretender Chefarzt der Inneren Klinik. „Ich freue mich, dass wir mit Dr. Plath jetzt eine weitere Subspezialisierung der Inneren Medizin an unserem Klinikum haben“, so der Klinikbetreiber. Nach Kardiologie (Herz), Gastroenterologie (Magen/Darm), Diabetologie und Endokrinologie (Schilddrüse, Niere, Bauchspeicheldrüse) ist nun die Lungenheilkunde eine weitere Spezialisierungsrichtung des Hauses. Gleichzeitig ist der neue Lungenfachmann auch Kardiologe und Vertreter für den Abteilungsleiter der Kardiologie Oberarzt Michael Kaduk.

Der 61-Jährige ist gebürtiger Leipziger und wuchs in der Messestadt auf. Seine erste Anstellung als Mediziner fand er in Zschadraß, wo er seitdem bis heute zuhause ist. Viele Jahre war er zudem am Universitätsklinikum Leipzig, dem Parkkrankenhaus Leipzig sowie am Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt tätig. Vor einigen Jahren war Dr. Ralf Lange schon einmal an ihm dran. Doch Dr. Andreas Plath wechselte als Chefarzt an die Klinik St. Blasien im Schwarzwald, einem Zentrum für Pneumologie, pneumologische Onkologie und Beatmungsmedizin. „Ich wollte in meinem Berufsleben auch einmal in Altbundesgermanien arbeiten“, sagt er der fünffache Vater und mittlerweile Großvater schmunzelnd. Doch vor allem wollte er sich im Schwarzwald neues Fachwissen im Bereich der nichtinvasiven Beatmung von Patienten aneignen.

All das soll jetzt in die Diagnostik, Behandlung und auch im OP am Klinikum Döbeln einfließen. „Wir haben mit ihm hoch spezialisierte bessere Möglichkeiten, können Lungenerkrankungen jetzt noch exakter benennen und behandeln“, sagt Klinikchef Dr. Ralf Lange.

Luftnot ist eine der häufigsten Beschwerden, mit denen etwa Patienten in die Notaufnahme des Klinikums kommen. Herzschwäche oder eine Lungenerkrankung sind häufige Ursachen. Auch die chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD ist eine in Fallzahlen und Schwere zunehmende Erkrankung, für die Dr. Plath Spezialist ist.

Mit dem neuen Lungenfacharzt hält auch neue Technik Einzug. Ein Bodyplethysmograph steht im Behandlungszimmer von Dr. Andreas Plath.

Während einer Ganzkörper-Plethysmographie können der Atemwegswiderstand und das Luftvolumen, das nach vollständiger Ausatmung in der Lunge zurückbleibt – bestimmt werden. Diese Methode ist weniger als die Spirometrie von der Mitarbeit des Patienten abhängig und auch für Schwerkranke geeignet, denen das kräftige Ausatmen bei der kleinen Lungenfunktionsprüfung Mühe bereitet. Der Patient sitzt in einer geschlossenen gläsernen Kammer, deren Volumen bekannt ist und führt über einen Schlauch verschiedene Tests durch. Durch die Atembewegungen des Patienten ändert sich der Druck in der Kammer, ein Sensor misst die Veränderungen. Die Messwerte entsprechen der entgegengesetzten Druckveränderung im Brustkorb beziehungsweise den Lungenbläschen. Gleichzeitig wird über den Schlauch der Atemstrom gemessen und aufgezeichnet. Die Darstellung der Werte ergibt die sogenannte Atemschleife, die bei den unterschiedlichen Lungenerkrankungen jeweils eine andere charakteristische Form aufweist.

Witzigerweise firmierte der Hersteller der medizinischen Hightech-Glaskammer vormals unter „Jäger Berlin“. Tresore dieser Marke pflegte Egon Olsen in den berühmten Olsenbanden-Filmen zu knacken.

Kommentar: Medizinzentrum am Muldeufer

Das Klinikum Döbeln, mittlerweile zweitgrößter Arbeitgeber der Stadt, baut seine Spezialisierung weiter aus. Nach Kardiologie, Gastroenterologie, Diabetologie und Endokrinologie ist nun die Lungenheilkunde als weitere Spezialisierungsrichtung der inneren Medizin ausgebaut worden. Döbeln wächst damit zu einem bedeutenden medizinischen Zentrum zwischen den drei sächsischen Großstädten heran. Für die Einwohner der Region bedeutet dies vor allem Eines: Ein Großteil möglicher Erkrankungen können heimatnah behandelt werden. Patienten müssen nicht zwingend nach Leipzig, Dresden oder Chemnitz verlegt werden. Vieles ist mittlerweile in der Klinik am Muldeufer Standard, weil sie sich die Fachleute dafür aus den großen Medizinzentren angeworben hat und ihr Leistungsspektrum damit ständig erweitert und ausgebaut hat. Jetzt sieht es danach aus, dass auch die Landesregierung in ihrer Krankenhausplanung den Medizinstandort Döbeln auf dem Schirm hat und dem wachsenden Klinikum Döbeln auch mehr Betten bewilligen wird. Zurecht, wie man an der Entwicklung sieht.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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