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Kommt Leisnigs Bahnhof erneut untern Hammer?

Ungewisse Zukunft Kommt Leisnigs Bahnhof erneut untern Hammer?

Hat der Bahnhof von Leisnig noch eine Chance auf eine friedliche Zukunft als Jugendteff mit einem kleinen Reisecafé? Nach den wiederholten Einbrüchen in den Gebäudekomplex scheint sich als traurige Wahrheit herauszustellen, dass verschiedene miteinander rivalisierende Gruppen das Gebäude als Ort ihrer Auseinandersetzungen auserkoren haben.

Erwin Feurer möchte den Leisniger Bahnhof zu einer Kunst- und Bürowelt mit speziellen Liebhaberobjekten machen. Die Leisniger machen bis auf wenige Ausnahmen jedoch nicht mit.

Quelle: Foto: Wolfgang Sens

Leisnig. Hat der Bahnhof von Leisnig noch eine Chance auf eine friedliche Zukunft als Jugendteff mit einem kleinen Reisecafé? Nach den wiederholten Einbrüchen in den Gebäudekomplex scheint sich als traurige Wahrheit herauszustellen, dass verschiedene miteinander rivalisierende Gruppen das Gebäude als Ort ihrer Auseinandersetzungen auserkoren haben – ohne Rücksicht darauf, dass dabei einiges in Scherben fällt oder anderweitig zu Bruch geht. Momentan ist Vicky Rennert vorrangig damit beschäftigt, das Gebäude auf neue Einbruchschäden zu kontrollieren.

Eigentlich würde sie gern schon viel weiter sein mit dem Vorhaben, zusammen mit Freunden etwas aus dem Bahnhof zu machen, wenigstens zunächst aus den Räumen um die Eingangshalle. Ob sie unter den gegenwärtigen Umständen noch Lust dazu hat? „Ja, Lust darauf habe ich immer noch“, sagt die 17-Jährige, „Es fehlt aber leider an noch mehr Leuten, die sich mit dem Bahnhof beziehungsweise mit diesem Vorhaben identifizieren.“

Damit meint sie einerseits Erwachsene im Alter von über 18 Jahren, welche die jungen Leute bei der noch immer ausstehenden Vereinsgründung unterstützen würden. „Alleine schaffen wir das nicht“, schätzt sie realistisch ein. Das deutscher Vereinsrecht sieht für eine Vereinsgründung vor, dass mindestens sieben Gründungsmitglieder volljährig sind.

Das Konzept vom Bahnhofseigentümer Erwin Feurer sieht unter anderem vor, einen Teil des Gebäudekomplexes an einen Verein zur Nutzung zu übergeben. Eine Treffen im Frühjahr, wobei Vertreter mehrerer schon existierender Leisniger Vereine angefragt wurden, ob sie sich die Zusammenarbeit mit den jungen Leuten um Vicky Rennert vorstellen könnten, blieb ohne den gewünschten Erfolg, obwohl es den Jugendlichen geholfen hätte, eine große Hürde zu nehmen.

Rennert dazu: „Ich glaube ja dran, dass das mit uns funktionieren kann. Doch bei den meisten Erwachsenen, die angesprochen wurden, ist das Aber viel zu groß.“ Auf die Frage, ob sie das unter diesen Umständen mit den demotivierenden Einbrüchen noch lange aushält, an dem Projekt festzuhalten, sagt sie: „Ich schon, aber es kommt vielmehr darauf an, ob Herr Feurer das so lange aushält.“

Für den aus der Schweiz kommenden Bahnhofseigentümer sind derzeit noch alle Optionen offen: „Entweder liefere ich den Bahnhof erneut bei den Deutschen Grundstücksauktionen ein. Der nächste Termin ist der 24. Oktober. Oder alle Kräfte in Leisnig, denen in irgendeiner Form am Erhalt des Bahnhofs gelegen ist, bündeln sich und bewegen nun dringend etwas Gescheites zur Sicherung, die an sich geschehen ist, aber vor allem für eine sinnvolle Nutzung. Das ist meines Erachtens die einzige Garantie, dass der Bahnhof vor weiteren Vandalenakten geschützt werden kann. Diese zweite Variante wäre mir lieber.“ Insgesamt sei die Situation für ihn sehr tragisch, da er eine Kunst- und Bürowelt mit speziellen Liebhaberobjekten wie zum Beispiel den alten Möbeln und eben Kunstwerken habe gestalten wollen.

Dass er mit Vicky Rennert jemanden gefunden hat, der dem Objekt ebenfalls gerne eine Chance geben und sich auch tatkräftig dafür einsetzen würde, zeige ihm, dass das Potenzial dafür vorhanden ist. Derzeit 17 Jahre alt, hat Vicky Rennert noch ein Schuljahr bis zum Fachabitur zu absolvieren. Für eine Zukunft des Bahnhofs hatte sie geplant, noch jüngere Leute mit heran zu ziehen, die jetzt so um die 15 Jahre alt sind. Für diese sei es jedoch noch um so nötiger, einen personellen Hintergrund aus erwachsenen Menschen mit einbinden zu können. Die Reaktionen aus den Reihen der Kandidaten, die mit einsteigen müssten, seien sehr stereotyp, wie sie beschreibt: Viele würden das zwar sehr cool finden. „Und dann kommt der Satz: Aber leider kann ich nicht mitmachen.“ Alleine könne sie das auf Dauer jedoch keinesfalls stemmen.

Von Steffi Robak

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